02.07.2009

Sommerrrätsel No. 2 - nur auf BodeständiX

Sommerrätsel No. 2: Paar in der Tracht des Kantons XY?

So, meine lieben BesucherInnen: Das heutige Rätsel ist mit googeln wohl kaum zu  enträtseln. Denn die Beantwortung meiner Frage, die mir mit obigem Bild auf der Zunge brennt, ist nicht so auf die Schnelle zu lösen. Eigentlich symptomatisch für die Schweiz. Es bestehen nämlich nur spärliche Quellen (in schriftlicher Form) über die traditionelle Kultur in der Schweiz. Es liegt jedoch nicht daran, dass die Kostbarkeiten unseres Kulturerbes nicht greifbar wären. Die Museen quellen davon über. Doch das Interesse der Verantwortlichen, diese Schätze zu würdigen und in geeigneter Form der Bevölkerung zugänglich zu machen - zum Beispiel auch im Internet - hält sich in bescheidensten Grenzen. Schade. Ich selbst habe vor zwei Jahren damit begonnen, ein virtuelles 'Haus der Volkskultur' aufzubauen und zu betreiben. Leider fehlt mir derzeit ein bisschen die Zeit, um dieses virtuelle 'Haus der Volkskultur' auszubauen: HIER.

Doch nun zu meiner eigentlichen Frage: Beim Bild handelt es sich um ein Gemälde eines Trachtenpaars (Türfüllung eines Schrankes, 1802). Aus welchem Schweizer Kanton stammt diese Tracht (Frauen- und Männertracht)? Jetzt bin ich gespannt ob da Google weiter helfen kann. Mit detektivischer Kleinarbeit ist es jedoch möglich, das Rätsel zu lösen. Also: Viel Vergnügen.

N.B. Das heutige Wissen um die Schweizer Trachten des späten 18. und vor allem 19. Jahrhunderts verdanken wir übrigens in erster Linie den Bilddokumenten des Luzerners Joseph Reinhart, 1749-1829, welcher in den Jahren 1789 bis 1796 die Schweiz bereiste und zahlreiche Trachtenpaare porträtierte. Eine vollständige Serie seiner Gemälde gehört übrigens zu den Beständen des Historischen Museums Bern.

01.07.2009

Sommerrätsel No. 1 - nur auf BodeständiX

Mich plagt die sommerliche Hitze. Mich neidet die Urlauberei der Anderen. Deshalb verpenn' ich wohl auch die weltbewegendsten Sachen: Zum Beispiel das mutige JA! der SP Schweiz. Die teils grimmigen, jedoch stimmigen, Kommentare: HIER und HIER und HIER.

Und überhaupt: Es läuft auch sonst nichts. Deshalb packe ich etwas Sinniges in diesen Beitrag und verkaufe es Dir, geschätze Leserin, geschätzer Leser, als Sommerrätsel No. 1:
Es bewegt sich alles, Stillstand gibt es nicht. Lasst Euch nicht von überlebten Zeitbegriffen beherrschen. Fort mit den Stunden, Sekunden und Minuten. Hört auf, der Veränderlichkeit zu widerstehen.


Für Statik, im Jetzt stattfindenden JETZT. Widersteht den angstvollen Schwächeanfällen, Bewegtes anzuhalten, Augenblicke zu versteinern und Lebendiges zu töten. Gebt es auf, immer wieder "Werte" aufzustellen, die doch in sich zusammenfallen. Seid frei, lebt!


Hört auf, die Zeit zu "malen". Lasst es sein, Kathedralen und Pyramiden zu bauen, die zerbröckeln wie Zuckerwerk. Atmet tief, lebt im Jetzt, lebt auf und in der Zeit. Für eine schöne und absolute Wirklichkeit!
 Nun meine berechtigte Frage: Wer ist UrheberIn dieser Zeilen? Antworten erbitte ich mir in der Kommentarfunktion. Danke.

29.06.2009

Finanzen gehören in Frauenhand

Johannes war ein Junggeselle, der noch bei seinem Vater wohnte und im Familienbetrieb mitarbeitete. Eines Tages fand er heraus, dass er beim Tod seines schon kränklichen Vaters sein Vermögen erben würde, und beschloss, sich eine Frau zu suchen mit der er sein Lebensglück teilen könne.

Eines Abends bei einem Investment-Meeting sah er die hübscheste Frau, die er jemals gesehen hatte. Ihre natürliche Schönheit raubte ihm den Atem.

"Ich sehe vielleicht nur wie ein gewöhnlicher Mann aus," sagte er zu ihr, "aber schon in ein paar Jahren wird mein Vater sterben, und ich werde 125 Millionen Franken erben!"

Sehr beeindruckt nahm die Frau seine Visitenkarte entgegen.
Drei Monate später war sie seine Stiefmutter.

Und die Moral von der Geschichte?
Frauen sind in Sachen Finanzplanung einfach besser als Männer!
Aufgepickt im Gelben Forum

27.06.2009

Die Ruhe vor dem Sturm?

23.06.2009

Kind sein in einer Welt, wo Erwachsene Kumpel spielen

Diesen Kommentar von Bruder Bernhard MUSS ich bringen. Wieder einmal landet er - wie so oft - einen glasharten Uppercut:
"... Ja, die Gesellschaft. Denn diese, wir alle also, haben zugelassen, dass die Jugend skrupellosen Geschäftemachern überlassen worden ist. Wo man auch hinschaut: Überall zielt man auf die Kreditkarte der Kleinen und Kleinsten. Um zu treffen, ist praktisch jedes Mittel recht, ich mag gar nicht ins Aufzählen kommen, es wäre doch zu sehr verkürzt.

Aber klar ist: Ich möchte als Eltern nicht in die Lage kommen, gegen die Übermacht der Bilder, die das Kind seiner Familie entreissen wollen, anzukämpfen. Und ich möchte nicht Kind sein in einer Welt, wo Erwachsene Kumpel spielen, aber in Wahrheit nur Klingeltöne oder schundige Tops verkaufen wollen ..."

Zweisam ist nicht einsam

Manchmal staun' ich schon über die Zufälle des Lebens. Da schreib' ich mir also seit Jahren die Finger wund, weise mit drohendem Zeigefinger darauf hin, dass Kultur nicht Kunst ist, und werde einfach nicht gehört.

Urplötzlich fällt mir da ein Buch in die Hände mit dem vielsagenden Titel "Das Wesen der Kultur" und ich glaub' es kaum: Da hab' ich tatsächlich einen "Bruder im Geiste" gefunden: Den deutschen Philosophen Leopold Ziegler, 1881-1958. Im besagten Werk, das er als 22jähriger (!) 1903 verfasste, macht' er so ziemlich auf Kulturpessimismus, sieht die Gegenwart in einem katastrophalen Zustand. Er vertritt die Auffassung, dass sich das deutsche Bürgertum ganz einem Glückseligkeitsegoismus (Spassgesellschaft!) überlassen und eine "Civilisation" geschaffen habe, die bei allen technischen und organisatorischen Leistungen "im Grunde wider die Natur" sei.

Na, wer sagt's denn. Dann vertief' ich mich doch heute Abend wiederum ins besagte Buch und freu' mich darüber, wenn Herr Ziegler noch mehr Gedanken mit mir teilt. Denn zweisam ist nicht einsam!

22.06.2009

Eine menschenfreundliche Kultur, die bewegt und den Alltag belebt


Wir stecken derzeit nicht nur in einer Finanz- und Wirtschaftskrise; wir stecken vielmehr in einer eigentlichen Sinnkrise. Wir erkennen, dass mehr Konsum nicht automatisch mehr Lebensqualität bedeutet. Haben wir in den letzten Jahrzehnten unser Augenmerk lediglich auf unseren Lebensstandard gerichtet, so müssen wir jetzt schmerzlich feststellen, dass der Anteil an finanziellen Mitteln, der für die Erfüllung unserer Wünsche zur Verfügung steht, schrumpft angesichts wachsender Kosten für die individuellen wie kollektiven Verpflichtungen.

Möglicherweise sind die gerne als „Ewiggestrige“ verunglimpften Traditionalisten, die sog. „Volkskulturellen“, doch nicht so rückständig gewesen in ihren Ansichten über das Leben. Ich selber bin in der glücklichen Lage, eine Nachbarsfamilie zu haben, die mir in den letzten Jahren Lehrmeisterin für so Manches geworden ist. Diese Nachbarsfamilie lebt eine intakte Gemeinschaft. Sie sind Besitzer einer Getränkehandlung, versorgen das eigene Dorf und die angrenzenden Dörfer mit köstlichem Nass und das mit wirtschaftlichem Erfolg seit über dreissig Jahren. Daneben sind sie noch Teil-Selbstversorger. Sie unterhalten einen grossen "Pflanzplätz", halten sich Kaninchen und heizen mit Holz. Fast hätte ich es vergessen: Sie helfen ihrem Verwandten tatkräftig beim Bauern mit - und das in hoher landwirtschaftlicher Kompetenz. Trotz dieses von Aussen gesehen grossen Arbeitspensums habe ich sie nie gestresst erlebt.

Diese Nachbarsfamilie erinnert mich an meine Kinder- und Jugendzeit. Ich selbst erlebte hautnah den Aufbruch in die sog. „Moderne“. Ich wurde beispielsweise von meinen Mitschülern mitleidig belächelt, weil mein Vater nicht zu bewegen war, in eine Ölheizung zu investieren. Er wollte sich nicht abhängig machen von einer Erdölindustrie, die er nicht kannte. Im Gegensatz zum eigenen Waldstück, wo er mit jedem Baum auf Du war. Selbstredend hatten wir auch keinen Fernsehapparat im Hause. Das zerstöre nur den Familiensinn, meinte mein Vater. Ich schämte mich damals für diese „Rückständigkeit“. Doch heute gebe ich ihm posthum Recht. Er plädierte nämlich, ohne das entsprechende Wort je zu gebrauchen, für Lebensqualität. Für ihn waren Rücksichtnehmen, Zurückstehen können, Verzicht auf alles, was nicht notwendig ist, ethische Bemühungen zugunsten des allgemeinen Wohls. Das seiner Familie, das seines sozialen Umfelds.

Lebensqualität, das ist nämlich seelisches und körperliches Wohlbefinden, aber auch ein intaktes soziales und menschliches Umfeld. Das wäre dann wiederum „Volkskultur“ im ursprünglichen Sinn: Eine menschenfreundliche Kultur, die bewegt und den Alltag belebt.

19.06.2009

Liebe Förderkraten, macht' endlich wieder Dummheiten!

Och, och, och... irgendwie sind mir die Geschichten ausgegangen. Vielleicht ist auch nur die drückende Hitze schuld daran, dass sich ideenmässig in mir nichts mehr tut. Zu allem Unglück sollte ich morgen Freitag noch einen längeren Bericht abliefern, den ich überhaupt noch nicht angefangen habe. Eben: Ideen- und anfangslos bin ich zur Zeit.

Wie konnte ich doch vor genau einem Jahr über die Elite, die Förderkratie wettern. Freunde, das waren noch göttliche Zeiten. Deshalb greif' ich jetzt einfach auf diesen Artikel, den ich exakt vor einem Jahr geschrieben habe, zurück. Wenn ich diesen Blogbeitrag so lese, merke ich, dass in der Zwischenzeit alles so verdächtig still geworden ist. Die Förderkratie hält sich bedeckt. Die Schweizer Kunst ist stumm. Der Hirschhorn trauert vergangenen Bank(st)er-Kunstmessen nach...usw., usw.

Hier also der versprochene Beitrag bzw. der Schluss davon:
"... Dürfen wir vielleicht nicht wissen, dass Kunst wie Kultur schon immer von der Elite eingezäunt wurde, dass auch die abgeschliffene 'Volkskultur' des 19. und 20. Jahrhunderts geschaffen wurde, um den Pöbel zu sozialisieren? Urwüchsige traditionelle Kultur hat nämlich immer etwas Rebellisches an sich, was die Elite gar nicht goutiert. Auch das jugendliche Kreative ist der Elite ein Dorn im 'allsehenden Auge'.

Schulbeispiel sind für mich die 80er Jugendunruhen in der Schweiz, die letztendlich

a) zur Gründung vieler kantonaler Förderstellen
b) zur Aufstockung der Kulturgelder, und
c) zu unzähligen (eingezäunten) Kulturhäusern

führten und somit alles wieder überschaubar blieb. Wie gesagt, für die herrschende Elite gilt urwüchsig-kreatives Tun immer als anrüchig. Man muss solches Tun in (von ihnen) gelenkte (geförderte) Bahnen leiten. Jetzt muss halt noch die 'Volkskultur' in der Schweiz eingezäunt werden - ins Gärtchen der Innovation und (ganz verschämt) Tradition.