Dienstag, 30. August 2011

Die Diktatur des Mittelmasses

 (reload vom 3. Januar 2008)

Wenn ich manchmal die Dinge beim unaussprechlichen Namen nenne, ziele ich selten auf Einzelpersonen. Wie sollte ich auch, sie tun ja nur, was ihnen erlaubt ist. Sie haben Familie und Häuschen und können sich schwerlich ein Leben in relativer Freiheit vorstellen. Obwohl solches durchaus möglich ist.

Doch wir leben halt zur Zeit in einer Welt der Reglementiererei, des Unaussprechlichen, der inszenierten Korrektheit. Das Ergebnis ist jedoch nicht mehr Freiheit, mehr Schönheit, mehr Miteinander und Füreinander. Das Ergebnis ist eine 'Diktatur des Mittelmasses'.

Laotse sah es ähnlich :-)


... Je mehr es Dinge in der Welt gibt,
die man nicht tun darf,

desto mehr verarmt das Volk ...
... Je mehr die Gesetze und Befehle prangen,
desto mehr gibt es Diebe und Räuber ...

4 Kommentare:

Benjamin

Der Ausweg könnte lauten: Weg vom Rauschen und Lärmen der Welt, wie sie uns umgibt. Hinhören in die Stille, sie ist der wahre Kraftspender. Nicht nur konsumieren, vielmehr selbst kreativ werden. Und vor allem: das Denken nicht anderen überlassen.

Dann kann es geschehen, dass etwas wunderbares passiert: dass wir die Bäume sprechen hören, das Lied des Windes hören und sich ein Tor zu der Welt öffnet, von der eine leise Ahndung in unserem Innersten fortlebt.

Hanspeter Gautschin

Sehr schön ausgedrückt. Auch ich versuche es, mit den 'Augen eines Kindes' die Welt zu betrachten. Es ist wahrlich eine Herausforderung, beschert mir jedoch immer wieder Augenblicke des Staunens.

Trotz allem: In mir lebt auch eine 'widerspenstige Natur', die auch gehört sein will!

Alice

In mir lebt ganz viel widerspenstige Natur :-) Und ich hoffe, dass sie noch lange in mir drin bleibt.

Ich habe übrigens als stillen und leisen, für mich aber sehr befreienden Protest am letzten Tag des letzten Jahres meine Kundenkarten von Migros und Coop weggeworfen. Als Zeichen dafür, dass ich denen nicht mit Haut und Haar gehören will, auch wenn mir zum Einkaufen schon bald beinahe keine Alternative mehr bleibt.
So schmetterte ich heute ein fröhliches NEIN, als die Dame an der Karte nach der Supercard fragte und mein zaghaftes Rebellentum trug mich beschwingt nach Hause.

Alice

PS: Danke für deinen Besuch in meinem Blog. Da ich nicht sicher bin, ob du da nochmals reinguckst, antworte ich dir hier:

Ich war in meiner Jugend viel mit Italienern zusammen im Ausgang. Die haben mich alle Aliitsche genannt. Nur meine Italienischlehrerin nannte mich Sardella, weil "Alici" im Italienischen Sardellen sind :-)
Heute nennen mich die meisten Äälis (ich besitze zusammen mit einer Partnerin eine private Englischschule für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und unterrichte dort auch).

Aliitsche / Äälis

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