06.04.2008

Über Marketingdeppen

Das Wort zum Sonntag von Oliviero Toscani:
Werbung ist das genaue Gegenteil von Kreativität. Die Marketingdeppen denken natürlich immer, wie kreativ sie sind. Dabei haben sie doch keine Ahnung von künstlerischen Prozessen.
Oliviero Toscani (Interview gefunden auf: redaktonsbüro

9 Kommentare:

Christian hat gesagt…

Da passt doch dieser Beitrag aus der ZEIT ganz gut dazu, oder?

Ich denke, Kreativität ist kein Alleinstellungsmerkmal von KünstlerInnen. Wäre es eins, dann sollten sie sich dringend mit den "Marketingdeppen" zusammen tun, denn bis jetzt weiß noch niemand, dass sie die einzigen sind, die kreativ sein können.

Hanspeter Gautschin hat gesagt…

Ich stimme dem Toscani schon zu, wenn er meint, dass ein künstlerischer Prozess anders geartet ist, als das Erstellen eines Marketingkonzepts. Das beste Anschauungsbeispiel dazu bildet für mich immer noch das zum Event hochstilisierte 'Kunstereignis'. Kunst wird so zum beliebigen Stilmittel für die anvisierte Zielgruppe heruntergewürdigt - anything goes...

Christian hat gesagt…

Wie ist das mit den künstlerischen Prozessen? Können die nur von KünstlerInnen initiiert werden oder können das auch andere "keative" Menschen sein?

Hanspeter Gautschin hat gesagt…

Ja, natürlich. Erinnere Dich doch nur an Deine Kindheit. Ich kenne auch Handwerker, deren Schaffen ich wahrlich als kreativ, als künstlerischen Prozess bezeichnen würde. Es gibt auch wenige Menschen, die ihr eigenes Leben zum Kunstwerk machen (ich meine jetzt nicht die Paris Hilton und Konsorten...).

Ich glaube, den künstlerischen Prozess zeichnet aus, dass das Nutzendenken weniger bis gar nicht dominiert.

Doch: Um gut leben zu können, musss man ja auch das Geschäft verstehen. Das wäre dann wiederum Marketing. Doch gegen die Vermischung von Kunst und Marketing wehre ich mich vehement, obwohl das zeitgeistig sehr trendig ist (auch die Vermischung von Kunst und Kultur...).

Christian hat gesagt…

Das heißt, für Dich ist ein künstlerischer Prozess nur dann ein künstlerischer Prozess, wenn das Ergebnis in einem künstlerischen Kontext aufgeht oder verwendet wird? Nutze ich das Resultat anderweitig, z.B. für Werbung, etc., dann ist es kein künstlerischer Prozess mehr. Richtig?

Hanspeter Gautschin hat gesagt…

Nein.

Christian hat gesagt…

und wo ziehst Du dann die Grenze? Der Handwerker ist ja auch vom Nutzendenken geleitet. Und bei vielen KünstlerInnen ist es genauso. Da wäen wir dann wieder beim Unterschied E- und U-Musik...

Hanspeter Gautschin hat gesagt…

'tschuldige für die verspätete Antwort. Hatte einiges zu tun. Also: Ich thematisier' ja nur den Prozess, oder auch: die innere Haltung. Ein Handwerker kann tatsächlich, wenn er mit HINGABE sich seiner Arbeit widmet, einen künstlerischen bzw. kreativen Prozess auslösen und erleben (ähnlich einem Flowzustand). Funkt ihm jedoch ein klitzekleines Nutzendenken dazwischen, dann ist halt dieser kreative Prozess futsch.

Christian hat gesagt…

ok, dann habe ich Dich verstanden. Seh ich ähnlich...