Freitag, 11. April 2008

Zum Wachstum verdammt

Bild: tirot / www.pixelio.de

Bier ist für mich getrunkene 'Volkskultur'. Bier bedeutet mir Heimat, Tradition, Geselligkeit, Gemütlichkeit, philosophische Gespräche, Genuss - also alles hochemotionale Werte.

Jetzt schlägt wiederum ein Globalplayer zu: Eichhof wird von Heineken geschluckt. Nun gut, das ist der Lauf der globalisierten Zwänge. Denn dadurch ist Heineken eben zum Wachstum verdammt. Diesem Wachstumszwang stehen halt unsere einheimischen Brauereien im Wege und sie werden - wie aktuelles Beispiel zeigt - aus Konkurrenzgründen hinweggefegt. Meine Damen und Herren: Das ist die nüchterne Realität der vielbeschworenen und herbeigesehnten "One World" - eine total kalte, entzauberte Welt.

Ich glaube dennoch an die Biervielfalt. Denn leise, fast subversiv, findet in der Schweiz eine kleine Bier-Revolution statt. Immer mehr Klein- und Kleinstbrauereien brauen ihre phantastischen Spezialbiere. Und die Begeisterung für solche Bier-Perlen steigt kontinuierlich. Also: Wenn Kultur zum Einheitsbrei verödet - nicht nur im Biermarkt -, steigen die lokalen und regionalen Chancen. Doch: Wir als Basis müssen halt schon wach sein und mitmachen. Dem Einheitsbrei-Gedudel massiv Einhalt gebieten.

Wer sich eingehender mit diesem Phänomen auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich die launig gemachte Website der
'Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt'. Ihre Vision umschreiben sie wie folgt:

Das hierzulande am häufigsten getrunkene Bier ist das "Mirau": Nimmt die Kellnerin am Tisch die Bestellung auf, sagt der erste: "eine Stange" und alle anderen bestellen: "Mirau"! Diese Unsitte hat dazu geführt, dass die helvetische Bierlandschaft verödete.

Die Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt, GFB, gibt hier Gegensteuer. Sie will erreichen, dass die Schweizer Brauereien viele verschiedene Biere brauen. In den Restaurants soll es selbstverständlich werden, dass auf die Bestellung des Gastes "ein Bier" automatisch die Angebotspalette dargelegt wird: Weizen oder Gerste, hell oder dunkel, unter- oder obergärig, stark oder normal, Hürlimann, Ittinger, Locher oder Löwenbräu und so weiter.

Die GFB ist parteipolitisch neutral: in ihr sind jene Menschen vertreten, die differenziert denken können und ebenso trinken wollen.
Link: Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt
Na denn: PROST!!!

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