Eine notwendige Investition in die Zukunft des Landes
Foto gefunden auf: pixdaus.comIst Kulturförderung eine Subvention oder eine Investition? Während in Deutschland (i.e. Deutscher Kulturrat) diese Diskussion seit Jahren heftig geführt wird, dösen die Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden am (noch) gut gefüllten Futtertrog gemächlich dahin. Tatsächlich gäbe es hier einiges zu diskutieren, um damit einen politischen Gesinnungswandel zu bewirken. Denn während die Subvention von der Politik lediglich als finanzielle Hilfe ohne Gegenleistung (= Fass ohne Boden) verstanden und in schwierigen Zeiten gerne gekürzt oder gestrichen wird, sieht's bei einer Investition doch ganz anders aus. In der Betriebswirtschaftslehre wird unter Investition nämlich die Verwendung finanzieller Mittel verstanden, um damit höhere Gewinne zu bekommen. Also geht man allgemein bei der Investition von einem "Return-on-Invest" aus. Auch PolitikerInnen reden bekanntlich gerne von einer "Investition in die Zukunft", wenn sie Gelder für irgendein Vorhaben aus dem Staatssäckel loseisen möchten. Sie begründen damit die Notwendigkeit einer staatlichen Investition, damit spätere Generationen in Form von besseren Leistungen (Bildung, Wissenschaft, Infrastruktur etc.) profitieren können. Eine Investition wird also als vorausschauende staatsmännische Tat gewertet.
Was würde es also für Euch bedeuten, liebe Kunst- und Kulturschaffende, wenn die hohe Politik plötzlich nicht mehr von Kulturausgaben bzw. -subventionen spricht, sondern - wie in der Bildung, Wissenschaft und Forschung - von einer NOTWENDIGEN INVESTITION IN DIE ZUKUNFT DES LANDES?





4 Kommentare:
Ich denke, wenn wir statt des Begriffs der Subvention den der Investition verwenden, dann hat das für beide Seiten Auswirkungen.
Sowohl derjenige, der investiert, als auch der, in den investiert wird, muss erklären oder beschreiben können, was das Ergebnis der Investition sein soll. Welche Ziele mit dem künstlerischen Werk erreicht werden sollen.
Ich finde diesen Ansatz deshalb interessant, weil für mich der Kontext, in dem Kunst stattfindet, dadurch mehr herausgearbeitet werden muss.
Auf der anderen Seite kann sich das aber auch nachteilig auf die Kunst auswirken, denn es würde nur mehr eine zielorientierte Kunst geben. Kunst als Selbstzweck würde an Bedeutung verlieren bzw. verschwinden.
ich weiß nicht, ob man das mit dem Forschungsbereich vergleichen kann, in dem dann keine Grundlagenforschung mehr betrieben wird, sondern nur noch ganz konkrete Ziele verfolgt werden.
Da für mich Kunst ein erkenntnistheoretisches Forschungsprojekt ist, sehe ich mit der Forschung tatsächlich Gemeinsamkeiten. Ich gehe da noch weiter: Kunstförderung müsste m.E. unbedingt von der Kulturförderung (Kultur ist für mich bekanntlich ein soziales Phänomen!)entkoppelt werden, um ihr förderungstechnisch gerecht zu werden.
Kultur ein soziales Phänomen
Das unterschreibe ich sofort...
Danke Christian!
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