Dienstag, 21. Oktober 2008

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr

Schön, dass Sie bei mir fündig geworden sind. Das wunderbare Gedicht "Herbsttag" (Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr) von Rainer Maria Rilke können Sie gerne kopieren.

Und wenn Sie noch mehr Romantik begehren, empfehle ich Ihnen den Beitrag: Die Kunst, den Alltag zu adeln.

Doch genug der Worte, hier ist also das Gedicht, das Sie vorhin gesucht haben:

Herbsttag
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Oder möchten Sie es sich gerne anhören (Rezitation: Matthias Habich):

4 Kommentare:

sblei70

Es ist zwar gerade Mai - aber es geht ja nicht nur um Herbst. Definitiv eines meiner Lieblingsgedichte - auch als Erinnerung, das Leben nicht einfach dahinplätschern zu lassen.

Viele Grüsse,
Fenja

Anonym

danke fuer dieses Gedicht... ein von meinen beliebtesten...

Anonym

Vielen Dank für die Erinnerung an dieses Meistergedicht.
gero nimo

Josef

Herbsttag, ein berührendes Gedicht von Rainer Maria Rilke. Es beschreibt den Lebenszyklus mit einer achtsamen Eindringlichkeit, die dazu ermahnt, sich den goldenen Stunden des Seins völlig hinzugeben, sie so intensiv zu pflücken, als sei es der letzte Tag, der einem gewidmet ist. Gerade heute, wo wir doch so wenig bedeutendes machen, machen müssen, ist es klug sich wieder zu besinnen, auf das eigene Leben, die wahrhaftig wichtigen Ziele, nämlich die Begegnungen mit anderen wertvollen Menschen, auf die bedeutenden, goldenen Stunden des Lebens.

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