Montag, 31. März 2008

Weshalb es keine Kühe braucht

Hier der eindeutige Beweis, dass es in der Schweiz doch noch Kühe gibt. Trotz anderslautenden Annahmen aus urbanen Kreisen, die glauben, dass Kühe nicht mehr nötig seien, möglicherweise sogar wegrationalisiert wurden, weil die Milch vom Grossverteiler komme. Und im übrigen seien Kühe nur ein nationaler Mythos, den die' Neue Welt' nun wirklich nicht mehr brauche...

Samstag, 29. März 2008

Seelenjuchzer

Hier noch einen 'Seelenwärmer' fürs Wochenende serviert vom Gitarren-Altmeister Max Lässer mit seinem 'Überlandorchester' (mit der 'Crème de la Crème' der Schweizer MusikerInnenszene). So tönt Schweizer Folklore auch:

Tanz, tanz... (Gesang: Christine Lauterburg (rotes Kleid) und Monika Schär)

Eine wilde, mitreissende Musik

Hier möchte ich eine 'volkskulturelle' Ausdrucksart, die in der Schweiz äusserst populär ist, vorstellen: Die sog. 'Guggemusig'. Laut wikipedia kennzeichnet die 'Guggemusig' folgendes:

Die Guggenmusik kommt ursprünglich aus dem alemannischen Raum (Schweiz und Süddeutschland) und wird auch „Guggemoseg“, „Guuggenmusig“ (in der Zentralschweiz) oder „Chatzemusig“ genannt. Es handelt sich um eine stark rhythmisch unterlegte, auf ihre eigene, sehr spezifische Art „falsch“ gespielte Blasmusik. Meistens wird sehr gekonnt knapp neben der Melodie hergespielt, das heisst man erkennt die Melodie durchaus, aber sie klingt ziemlich schräg. Dabei wird sie von einer ebenfalls sehr guten Rhythmussektion dominiert und vorangetrieben. So entsteht eine wilde, mitreissende Musik, gut tanzbar und hervorragend geeignet für spontane Platz- und Strassenkonzerte während der „wilden Tage“. Die Musiker sind zudem alle verkleidet und maskiert.
Die Guggenmusik ist Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, der Basler Fasnacht, Luzerner Fasnacht, Berner Fasnacht und allgemein der Zentralschweizer Fasnacht.
Der Begriff leitet sich vermutlich her von „Gugge“, was im Alemannischen für Tüte steht. Im Schweizerdeutsch steht der Begriff „Gugge“ für alle Arten von Blechblasinstrumenten. Eine „Guggemusig“ bezeichnet somit eine Gruppe von Leuten, die zusammen musiziert, während sie einfache Masken – damals Tüten, welche in Basel und Umgebung ebenfalls Guggen heissen – trugen.
Quelle: wikipedia
Guggenkonzerte zu erleben, ist etwas ganz Spezielles. Es geht zu und her wie an einem Rock-Konzert. Das meist jüngere Publikum geht immer voll mit. Hier ein Video einer Guggemusig aus der Ostschweiz mit Namen 'Usepatscher', welche einen Metal-Song adaptiert und ihn gekonnt 'guggisch' umsetzt:




...und hier noch das Original der finnischen Metalband 'Nightwish' mit ihrem 'End Of All Hope':

Freitag, 28. März 2008

Über das ewige Wiederkäuen

Hier noch eine Definition von 'Tradition'. Ich meine, solches gehört unbedingt in mein Blog. Oder nicht?

Früher hockte man einfach beieinander, wiederkäute die ewig gleichen Themen und kam nie recht vorwärts; das nennt sich Tradition.
Gefunden auf: www.stoehlker.ch

Story-Telling als Unternehmensgewinn

Im gestrigen Beitrag bin ich auf die grosse Kraft und Faszination von Geschichten eingegangen. Inspiriert wurde ich dabei von einem überaus interessanten Menschen: Stefan Merath, Unternehmer und Unternehmercoach (man beachte: Unternehmer- und nicht Unternehmens-Coach!). In einem lesenswerten Beitrag regt er an, was wir tun können, um die Unternehmenswerte so zu verankern, dass sie auch zu den richtigen Handlungen führen. Seine einleitenden Worte tönen dann so:

Die üblichen Werte- und Visionsdeklarationen (grosser) Unternehmen sind meist eher eine Lachnummer. Offiziell steht der Kunde im Vordergrund, in der Wirklichkeit konzentrieren sich die Mitarbeiter auf die Quadratmeterzahl und Ausstattung ihres Büros oder auf den grösseren Firmenwagen. Offiziell ist das Unternehmen innovativ, in der Wirklichkeit wird jede Idee vom mehrstufigen Antragsverfahren zermahlen. Offiziell sind die Mitarbeiter das grösste "Kapital", in Wirklichkeit beschäftigt sich niemand mit Qualifikation, Motivation oder "störenden" Vorschlägen der Mitarbeiter.

Weil das in grossen Unternehmen so ist, sparen sich kleine Unternehmen die Definition von Werten und Visionen gleich ganz. Dabei könnte eine unglaubliche Kraft und Energie entstehen, wenn alle nach diesen gemeinsamen Werten handeln würden! Manchmal muss es in der Wirklichkeit jedoch schon als Erfolg gewertet werden, wenn mehr als ein Viertel der Mitarbeiter die Unternehmenswerte überhaupt kennen. Die Frage ist: Wie können Sie diese Kraft der Werte entfalten? Wie können Sie zu einem motivierten, in dieselbe Richtung laufenden Team werden?

In einem meiner vorigen Beiträge (Werteorientierung im Unternehmen) habe ich auf mehrere Faktoren, die die Wirksamkeit der Unternehmenswerte beeinflussen, aufmerksam gemacht: Der wichtigste ist das Vorbild des Unternehmers, dann kommt die Frage, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit richten und nicht zuletzt Story-Telling als Methode. Insbesondere auf den letzten Punkt möchte ich in diesem Beitrag eingehen. Er lässt sich am schnellsten umsetzen, auch wenn Story-Telling gerade etwas aus der Mode ist.
Den ganzen Beitrag lesen
... und erläutert dann anhand eines (vielleicht) fiktiven Beispiels, was es mit dem 'Story-Telling' auf sich hat.

Im übrigen zähle ich seine Website zu den rühmlichen Ausnahmen (s. dazu auch meinen Beitrag: 'Über den Geiz der Schweiz'). Sie gibt uns Besuchern die Gelegenheit, sich mit seiner Philosophie, seinen Arbeitsmethoden auseinanderzusetzen - mit vielen wertvollen Beiträgen. Damit weist er jedoch auch alle ab, die unter Unternehmertum etwas ganz anderes als er verstehen. Und das ist auch gut so. Die möchte er sicher nicht in seinem Kunden-Portefeuille. Denn als Unternehmer kann er (oder ich) nur mit Kunden glücklich werden, die sich auf einer ähnlichen Schwingungs-Ebene bewegen.

Das ist übrigens auch bei Blogs nicht viel anders: Meine Persönlichkeit, meine eigene Philosophie schwingen da durch und deshalb werden sich wohl kaum 'Kulturbürokraten' und 'Giesskannenpolitiker' hier wohl fühlen.

Donnerstag, 27. März 2008

Wir lassen uns zu Tode füttern

In unserer globalisierten Welt ist es unmodisch geworden, Geschichten zu erzählen und Geschichten zu lauschen. Denn solches nutzlose Zeug braucht seine kostbare Zeit. Zeit zum Erzählen, Zeit zum Verstehen. Doch Zeit ist heute ein rares Gut und kostet uns viel Geld. Wir lassen uns deshalb lieber mit Fastfood-News zu Tode füttern.


Geschichten bewegen uns emotional. Es heisst denn auch: Wenn Du die Herzen der Menschen bewegst, bewegst Du die Welt." Und die Herzen werden mit Geschichten bewegt. Nicht mit abstrakten Deklarationen.

In östlichen Kulturräumen finden wir oft Geschichten vom Meister und seinen Schülern, vom Mönch, der einem Soldaten begegnet und so weiter. Wie zum Beispiel diese:

Das Geheimnis des Glücks
Einmal kam jemand zu Nasrudin und stellte ihm folgende Frage: "Was ist das Geheimnis des Glücks?"

Nasrudin überlegte eine Weile und antwortete dann:
"Das Geheimnis des Glücks ist ein gutes Urteilsvermögen."

"Aha", sagte der Mann. "Und wie bekomme ich ein gutes Urteilsvermögen?"

"Durch Erfahrung."

"Ja", erwiderte der Mann, "aber wie erlange ich Erfahrung?"

"Durch ein schlechtes Urteilsvermögen", war Nasrudins Antwort.

Aus: Der Geschichtenerzähler, von Joel ben Izzy

Mittwoch, 26. März 2008

Schweizer Volksmusik mischt Hollywood auf

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die den amerikanischen Oscar-Filmpreis verleiht, hat einen Missbrauch ihrer Marke gewittert und beim Schweizer Veranstalter des «Goldenen Violinschlüssel» einen Anwalt vorbeigeschickt.

Laut dem Branchendienst Klein Report ist die für ein sehr wachsames Auge über die Rechte an der Marke «Oscar» berüchtigte Academy der Meinung, man pflege beim «Goldenen Violinschlüssel» einen allzu lockeren Umgang mit der Charakterisierung als «Oscar der Volksmusik».

Vereinspräsident Rolf Zwahlen findet die Intervention laut Klein Report lächerlich. Als Anwalt verstehe er den urheberrechtlich motivierten Einwand aus Hollywood, freue sich aber, wenn sein Preis von Dritten als «Oscar» bezeichnet werde.
Quelle: codex flores

Das find' ich einfach toll: Die Schweizer Folklore mischt bereits Hollywood auf!

Wie man sich lächerlich macht

Ans gestrige Posting anschliessend (Symptome einer kulturlosen Gesellschaft) möchte ich auf die derzeit stattfindende Ausstellung im Kunsthaus Zürich aufmerksam machen: Europop, 15. Februar – 12. Mai 2008.

Der Begriff "Pop" - jene Kunstrichtung, die alle Welt mit Amerika identifizierte - tauchte erstmals 1955 in London auf. Und ursprünglich war mit Pop nicht Kunst gemeint, sondern eben kommerzielle Massenkultur: Science-Fiction-Filme, Jukeboxes, Comicstrips. Pop kommt von popular, ohne mit dem deutschen Wort 'Volkskunst' etwas am Hut zu haben.Es gibt keine passende Übersetzung für Popular Culture oder Pop Art: 'Volkskultur' trifft schon gar nicht!

Auf jeden Fall haben all' die Warhols, Hamiltons, Gordons unsere heutige vermasste, geist- und kulturlose Zeit frühzeitig vorausgeahnt und wiedergegeben - als ironische (?) Ode an den Konsum- und Kommerzalltag, als Willkommensgruss an die schöne neue Freizeitwelt.

Ein Besuch dieser Ausstellung lohnt sich auf jeden Fall.

PS: Im Katalog Retrospektive "Europop" kann man nachlesen:

"Wer vor dem Bild einer Tomatensuppenbüchse, einem Porträt von Flash Gordon oder Popeye in meditatives Grübeln verfällt, macht sich lächerlich."

Dienstag, 25. März 2008

Symptome einer kulturlosen Gesellschaft

Die aufgeklärte urbane Gesellschaft enerviert sich genüsslich über die dümmliche, rückwärtsgewandte 'Volkskultur', die ihrer (übernommenen) Meinung nach lediglich in läppischer Verkleidung, also überlebter Form, daherkommt.

Doch wie steht's denn mit der Uniformierung anderer Zweige? Der Pinguinkleidung in der Klassik? Der Föhnfrisuren in der härteren Rockwelt? Den Schlabberhosen der Rapper? Dem gestylt ungestylten Künstlerlook an Vernissagen?

Und die Rituale? Sind die nicht auch anderswo auszumachen: Gleicher Ablauf, vorhersehbar - auch in der Unvorhersehbarkeit. Langweilig bis zum Abwinken. Zur substanzlosen Eventkunst von ausgebildeten Kultur-Machern zusätzlich herabgewürdigt.

Ich sehne mich nach Kunst... und zweifle gleichzeitig, ob diese in unserer durchformatierten Welt noch möglich ist.

PS:
Bei der «Wozzeck»-Premiere im Berner Stadttheater verliess der Dirigent nach nur zehn Minuten sein Podium. Das Publikum war konsterniert. Die Presse berichtete lüstern darüber. Symptomatisch für unsere kulturlose Zeit?

Freitag, 21. März 2008

Get Off Of My Cloud

Heute schwelge ich wieder einmal in meiner Vergangenheit herum und betrachte mir alte Musikvideos aus meiner Kinder- und Jugendzeit. Dazu muss ich festhalten, dass mich der Volksmusik-Virus (hier: Rock'n'Roll, Bluesrock) bereits mit zarten 9 Jahren befallen hat. Mein hochverehrter Cousin war damals nämlich Leadgitarrist der überregional bekannten 'The Gravestones'. Für mich war es das Schönste, wenn ich ihn ins Übungslokal begleiten durfte. Er verstand es wirklich, seiner Fender Stratocaster Hank Marvin die heissesten Töne zu entlocken. Ich himmelte ihn an und schwor mir, ebenfalls 'Rockstar' zu werden. Nun, ich probierte das später tatsächlich aus - doch ohne nennenswerten Erfolg. Dann ging ich halt hinter die Bühne und wurde Konzertveranstalter und -promoter.

Hier noch eine kleine Kostbarkeit. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich dieser Song elektrisierte (mit 9 Jahren!): Get off of my Cloud. Mick Jagger habe ich übrigens nie getroffen. Wohl aber den Nachfolger von Brian Jones, den etwas wortkargen Mick Taylor, der um alles in der Welt mit mir nicht über 'meine' Rolling Stones sprechen wollte...

Donnerstag, 20. März 2008

Über den Rechtsstaat

Apropos 'Rechtsstaat':

Rechtssysteme sind immer Ausdruck von Machtverhältnissen und Standpunkten.
Zitat: Konrad Hummler, Schweizer Privatbankier, Weltwoche Nr. 12/2008

Und ich meinte immer, die seien mindestens von Göttern gemacht worden...


Mit Politik kann man keine Kultur machen

So, Schluss mit den Pröbeleien. Hin zur Kultur. Da habe ich kürzlich folgendes Zitat erhascht:

Mit Politik kann man keine Kultur machen, aber vielleicht kann man mit Kultur Politik machen.
Theodor Heuss, 1884-1963, war von 1949 bis 1959 erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
Das hat doch was! Also, lasst' uns gemeinsam die Politik kultivieren!!!

Mittwoch, 19. März 2008

Geld verdienen im Internet

Ich pröble mal wieder einmal herum (SEO) und versuche, mehr Verkehr auf mein Blog zu lotsen. Welche Suchwörter eignen sich dazu wohl am besten? Natürlich zuerst einmal die unanständigen, die ich aus Pietätsgründen hier ausklammere... Dann nehm' ich halt etwas, das unser ganzes Denken auch auf Trab hält: GELD!!! Folgende Keywords versprechen mir da grossen Traffic:

Geld, verdienen, gewinnen, im Internet, Gewinnspiel, Gratis, Geld sparen
Jetzt bin ich gespannt, wie sich die entsprechenden Besucherzahlen auf meinem Blog auswirken werden. Für alle, die auf der Suche sind nach 'spielend leicht Geld verdienen' möchte ich meine entsprechenden Beiträge ans Herzchen legen:

Wirksames Online-Marketing
Goldstaub liegt in der Luft
Goldstaub liegt in der zum Zweiten
Jodeln lernen (ja, dieser Beitrag hat tatsälich mit Geld verdienen bzw. Kundengewinnung zu tun!)
Marketing ist keine Hexerei

Die Verwirrung der Gefühle

Das Volk versteht das meiste falsch;
aber es fühlt das meiste richtig.
Kurt Tucholsky, 1890-1935

Banker: Werde Bauer!

video

Nachdem das Finanzsystem weltweit ächzt und stöhnt, rate ich den ratlosen Bankers, rasch umzusatteln und Bauer zu werden... wie auch dieses amüsante Filmchen zeigt.

Dass wohl die Lebensmittelpreise in nächster Zeit in die Höhe schnellen werden, davon kann ausgegangen werden. So ganz rückständig und dumm wäre es wohl zur Zeit nicht, wieder auf reale Werte umzusteigen.

Hier noch meine holprige Übersetzung:
Willst du etwas Geld verdienen? Dann mach', was ich gemacht habe: Werde Bauer! Siehst du das Geldbündel? Das hab' ich für den Verkauf von Mais bekommen. Es wächst aus dem verdammten Boden heraus. Ich konnte es gar nicht glauben.

Siehst du das? Es ist aus Hühnern gemacht. Es ist tatsächlich aus Hühnern gemacht. Wenn man es tötet, hat man gratis Hähnchen. Man kann es an Leute verkaufen. Und wenn man es nicht tötet, dann kommen Eier aus ihrem Arsch raus. Verdammt ... Moneten!

Kennt ihr Schafe? Sie sind wollig. Es ist Wolle. Nimm' es ab, verkaufe es und es wächst wieder nach. Man kann nicht verlieren.

Genial, man braucht nicht mal einen Wecker wegen des krähenden Hahns am Morgen. Unglaublich, es ist erst 5 Uhr und ich bin schon dort, wo ich arbeite.

Während die armen Schlucker in der überfüllten U-Bahn zur Arbeit fahren, gehe ich jetzt Milch holen... aus einer Kuh. Wer ist hier der mit der goldenen Nase?

Schau dir diese Menge Milch an. Ich werde ein verdammtes Vermögen damit verdienen.

Dienstag, 18. März 2008

Über das Prinzip des Nutzenstiftens

Es donnert und rüttelt ja mächtig im Gebälke der globalen Finanzwirtschaft...

Ich fühle mich daran mitschuldig, weil ich nie ihre 'reine Lehre' verinnerlicht, sondern in Gedanke und Tat das Prinzip des Nutzenstiftens fürs Wirtschaften hochgehalten habe.

Es ist tatsächlich so, dass ich immer meinte, die Grundidee des Wirtschaftens liege "im Nutzen stiften" und habe mit dem "Profitieren" und "Gewinnmaximieren" (der Geldindustrie) nichts am Hut.

Dann meinte ich auch wider besseren Wissens, dass Geld nur seinen Wert erhält durch den Nutzen, den wir Dritten stiften...

Finanzwelt, verzeih' mir, dass ich NIE Deiner Gottheit huldigte.

Montag, 17. März 2008

In Berlin das Jodeln entdecken

Gestern habe ich auf die Jodelschule in Berlin aufmerksam gemacht und beiläufig das übliche Schweigen der Schweizer Medien erwähnt. Es stimmt doch nicht ganz. Immerhin ist auf swissinfo.ch ein entsprechender Artikel platziert. Hier der vollständige 'Abdruck':

In Berlin das Jodeln entdecken

Weit weg von den Alpen haben ein paar Schweizerinnen das Jodeln für sich entdeckt und in Berlin eine Jodelschule gegründet. Nun jauchzen ausgewanderte Eidgenossinnen, Freunde der Alpenländer und Berlinerinnen vielstimmig im Chor.

Es braucht nicht immer Berge, um zu jodeln. Ein schlichtes Atelier in einer Berliner Fabriketage und ein Dutzend stimmkräftige Frauen mit einer charismatischen Lehrerin tun es auch, um die Urform alpiner Kommunikation zu pflegen. Punkt 20 Uhr stehen sie erwartungsvoll da, Ingrid Hammers Jodelschülerinnen. Ein paar herzliche Begrüssungworte, dann stellen sich alle im Kreis auf. Bevor das eigentliche Jodeln beginnt, will erst der Körper gelockert und die Stimme aufgewärmt werden. Die Frauen, die meisten zwischen 40 und 60 Jahre alt, federn in den Knien. Dann rollen sie von den Fersen auf die Zehenspitzen, reiben sich die Hände feurig und drehen ihre Hüften um eine imaginäre Acht herum. Erst langsam, dann immer schneller. "Und nie vergessen - seufzen. Seufzt laut über alles, was euch belastet", sagt Ingrid Hammer.

Freiheit und Weite
Danach müssen die Frauen mit der Zunge abwechselnd das Kinn und die Nasenspitze berühren. "Ist euch jetzt warm?", fragt die Jodellehrerin und stimmt ein A an. Zwölf Frauenstimmen von Alt bis Sopran antworten; bis in den Hinterhof ist der Chor zu hören. Die Idee, Jodelkurse in Berlin anzubieten, stammt von der Schweizerin Anita Meier, die schon seit 25 Jahren in der Stadt an der Spree lebt. "Ich fand Jodeln früher unmöglich", erzählt sie. Erst der Film "Heimatklänge" von Stefan Schwietert, der kürzlich den Schweizer Filmpreis für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat, öffnete ihr die Ohren für die Vielfalt und Schönheit des textlosen Singens. "Plötzlich war Jodeln mit Freiheit und Weite verbunden." Die Grafik- und Internet-Designerin wollte es genau wissen und – mit ausreichend Distanz zum Heimatland – das Jodeln von Grund auf lernen. Über die "Schwiizlis", das Netzwerk freischaffender Schweizer in Berlin, fand sie Gleichgesinnte; den Rest erledigte Mundpropaganda. "Mit der Sängerin Ingrid Hammer konnten wir eine professionelle Lehrerin gewinnen, so dass der erste Kurs sofort ausgebucht war", sagt Meier. Derzeit werden drei Kurse mit jeweils 15 Schülerinnen und Schülern – es gibt auch ein paar jodelnde Männer – angeboten.

Entspannender als Yoga
Der erste Jodel wird angestimmt: "Amaibu o-ie-i", ein Kanon aus dem Volk der Baka-Pygmäen in Zentralafrika. Kraftvoll schmettern die Frauen ihre "o-ie-i" in die Runde. "Beim Jodeln hole ich die Töne aus dem ganzen Körper und darf richtig laut sein", sagt die Künstlerin Lis Blunier, die ihre Räume für die Jodelkurse zur Verfügung stellt. Ausserdem sei es ein ideales Ventil, um Alltagsstress abzubauen, meint die gebürtige Bernerin. "Eine Studie hat gezeigt, dass Jodeln entspannender ist als Yoga." Auch die anderen Kursteilnehmerinnen, die Mehrheit sind übrigens Deutsche, loben die befreiende Wirkung des Jauchzens. "Es macht einfach Spass und ist so schön bodenständig", sagt Katharina Zierold, die seit einem halben Jahr dabei ist. Nach dem kleinen Ausflug in den zentralafrikanischen Regenwald geht es in die Schweiz: "Dr Zuger" ist an der Reihe. Voll und rund erschallt der zweistimmige Chor. Doch die Jodellehrerin ist noch nicht zufrieden. "Versucht, über die ganze Atemsequenz den Druck aufrechtzuerhalten." Konzentriert beginnen die Frauen von vorne. "Schon viel besser", lobt Hammer und wippt in ihren Turnschuhen im Takt mit.

Anfänger singen
Hammer ist eigentlich Regisseurin und Sängerin, zum Jodeln ist sie über den Umweg der Weltmusik gekommen. "Alle Menschen können jodeln", sagt die gebürtige Österreicherin. Viel Praxis ist allerdings nötig, denn der wortlose Gesang hat seine Tücken. "Charakteristisch und schwierig ist der schnelle und – im Unterschied zum Singen - hörbare Wechsel von der Kopf- zur Bruststimme", erklärt Hammer. "Glottisschlag" oder "Jodelschnapper" wird die Technik genannt. Doch was Babys noch leicht gelingt, müssen Erwachsene erst wieder lernen. "Anfänger singen eher, als dass sie jodeln", räumt Hammer ein. Doch wer fleissig übe, könne schon bald seinen ersten herzzerreissenden Jauchzer über die Berge schicken, oder in die Berliner Hinterhöfe.

Quelle: swissinfo, Paola Carega

Sonntag, 16. März 2008

Mehr Erfolg wagen

Ich habe kürzlich getextet, dass die SchweizerInnen generell geizig sind. Ich muss mich korrigieren. Denn das stimmt nur bedingt. Gefühlsgeizig: Ja, unbedingt. Ich bin schliesslich mit einer Österreicherin verheiratet und kann diesbezügliche Defizite bestens ausmachen.

Was die SchweizerInnen jedoch noch mehr belastet, ist wohl ihr Mangel an Mut. Ihr ängstliches Zurückweichen vor wirklicher Innovation. Ihr kollektives Verweigern am Betreten von Neuland. Lieber im kleinen Gärtchen dahindarben, als ins grosse Unbekannte vorzustossen. Das gilt besonders für die Kunst- und Kulturschaffenden. Auch die 'Volkskulturschaffenden' bewegen sich lieber im eigenen Verbandskorsett, das ihnen jeden Schritt, den sie tun dürfen, vorschreibt, als dieses Korsett abzustreifen und das Glück anderswo zu finden.

Anstatt auf die öffentliche Fördergiesskanne (Pro Helvetia) zu hoffen, würden die (noch) wenigen professionellen 'Volkskulturschaffenden' sich besser international vernetzen. Auf den entsprechenden online Plattformen finde ich jedoch praktisch keine Schweizer VolksmusikerInnen...

Es ist deshalb nicht erstaunlich, wie wenig Auftritte sie im nahen wie auch fernen Ausland haben. Obwohl gerade die Schweizer Folklore sich dort prächtig entwickeln dürfte. In Berlin hat kürzlich eine Schweizerin eine Jodelschule eröffnet, natürlich von den Schweizer Medien unbeachtet, und es laufe ihr bereits passabel (schweizerisches Understatement für: hervorragend).

Auch wenn ich in ausserschweizerischen Städten in CD-Shops stöbere, suche ich unter dem Stichwort 'Worldmusic' vergebens nach Schweizer KünstlerInnen.

Das sind also alles Indikatoren für die grosse Angst der SchweizerInnen vor dem persönlichen Erfolg. Und diese Angst wird auch durch öffentliche Gelder nicht gemindert. Im Gegenteil.

Willy Brandt forderte 1969, mehr Demokratie zu wagen. Ich fordere deshalb, mehr Erfolg zu wagen.

Montag, 10. März 2008

Die hohe Kunst des dörflichen Schaffens

Was ich nebst Bloggen und Erwerbsarbeit auch noch so treibe, habe ich mehrmals angetönt. Hier möchte ich nun den Beweis meines 'künstlerischen Schaffens' erbringen!! Die letzte Woche nämlich bin ich mehrmals vor vollem Haus an unserer traditionellen 'Jodlerchilbi' aufgetreten:


Ein solcher Abend gliedert sich in der Regel in einen Konzertteil mit Chorliedern und solistischen Auftritten und anschliessend wird ein Theaterstück aufgeführt. Natürlich dürfen auch eine gut dotierte Tombola, Speis und Trank und eine zünftige Tanzbodenmusik nicht fehlen.

Und hier noch die 'Rhythm section' (Bass) des Jodlerchörli Utzenstorf:

Der/die geneigte BlogleserIn wird unschwerlich hier einen alten Bekannten erkennen!

Freitag, 7. März 2008

Auch wir Alten haben Geld

Wenn ich mir die hilflosen Versuche der Schweizer Verlagshäuser, auf den Web 2.0-Zug aufzuspringen, so ansehe (s. dazu auch den Beitrag von ugugu: Youme.net revisited) , dann fühl' ich mich

a) bestärkt in meiner Behauptung, dass ALLE Schweizer Innen geizig sind
b) belustigt, weil bis zum Abwinken die "Jung-Dynamisch-Schiene" gefahren wird, und
c) grummelig, weil da immer wieder Schaumschläger satte Beratungshonrare reinziehen können
Es ginge wohl auch anders. Beispiel: Feierabend.de, also den nicht so unwichtigen Seniorenmarkt ansprechend. Da tummeln sich derzeit über 125'000 Seniorinnen und Senioren (ab 50). Da lacht natürlich mein Verkäuferherz. Stell' Dir einmal vor, wie schnell ich hier für massgeschneiderte Angebote - v.a. Kurse, Schulungen, Ferien - AbnehmerInnen finden werde, ohne grossen Werbeaufwand!

Aber auch hier: Das haben natürlich keine 'Experten' erfunden. Diese Community entstand aus einem persönlichen Bedürfnis heraus:
"... Auf die Idee hat mich übrigens meine Mutter gebracht. Ich musste ihr 1996 das Internet erklären und fand damals keinerlei Angebote für ältere Menschen im Netz ..." (Zitat des Gründers)

Über den Geiz der Schweiz

Wir Schweizerinnen und Schweizer verfügen über eine Eigenheit, die uns von allen Anderen wohltuend abhebt:

Wir sind enorm geizig!
Wir geben nur Geld aus, wenn es uns persönlich Nutzen bringt. Wenn wir spenden, dann nur aus einem diffusen Schuldgefühl heraus. Ich habe bis heute noch keinen Schweizer/keine Schweizerin getroffen, der/die aus Freude am Geben, um damit etwas zu ermöglichen, was direkt keinen persönlichen Nutzen verspricht, Geld oder auch andere Werte entäussert hätte.

Die paar wenigen Philantropen, die es als die Ausnahme dieser Regel glücklicherweise auch gibt, werden zumeist argwöhnisch beaugapfelt. Wir SchweizerInnen können es einfach nicht glauben, dass es ein Geben aus Freude gibt!

Dieser Geiz ist übrigens auch im Internet klar ersichtlich. Obwohl im Netz (und nicht nur dort) gilt: Zuerst geben, dann ernten, sind sämtliche Weberzeugnisse einseitig auf Nehmen ausgerichtet. Auch die verschiedenen Weblogs drücken das aus. Ich sehe selten, wenn überhaupt, nützliche (kostenlose) Informationen, die mir weiterhelfen könnten - v.a. bei sog. Experten-Blogs.

Da surfe ich halt lieber auf US-Blogs und Websites 'rum, wenn ich nützliche Informationen finden möchte. Die wissen, dass zuerst Vertrauen aufgebaut werden muss, eben beispielsweise mit kostenlosen nützlichen Informationen, um dann erfolgreich verkaufen zu können. Das heisst dann im Fachjargon: Verkaufsenergie aufbauen.

Doch hier in der Schweiz möchten alle direkt und ohne Umwege verkaufen. Weil dies jedoch nicht geht, können sich die selbsternannten Experten aufspielen und lauthals trompeten: Im Internet ist KEIN Geschäft zu machen. Ja natürlich - so eben nicht.

Manipulieren, aber richtig

Ich habe jetzt zwei Beiträge über den legendären Spindoctor Edward L. Bernays verfasst, weil ich weiss, dass wir uns nicht gerne manipulieren/überreden lassen. Und doch geschieht uns das in der Regel tagtäglich. Auch wir sind - geben wir es doch zu - nicht abgeneigt, solche Spielchen anzuwenden. Wir müssten uns auch die Frage stellen, ob die Wirtschaft, wie wir sie kennen, überhaupt ohne Manipulation funktionieren würde. Wohl kaum.

Auch ich habe mich bereits vor vielen Jahren damit beschäftigt und bin dabei auf die Bücher des Österreichers Josef Kirschner gestossen. Heute ist der ehemalige Bestsellerautor Josef „Joki“ Kirschner ein bisschen in Vergessenheit geraten. Er lebt zurückgezogen auf seinem 15'000 Quadratmeter grossen Grundstück im Süd-Burgenland. Geldsorgen hat er keine mehr. Schliesslich war er nicht nur ein erfolgreicher Fernsehmoderator ("Tritsch-Tratsch", ORF), sondern, er hat auch über 10 Millionen Lebenshilfe-Bücher verkauft.

Er war zu seiner Zeit nicht unumstritten. Sein Credo lautete nämlich:

„Für mich bedeutet Egoismus Selbstverantwortlichkeit. Und da bin ich seh egoistisch. Ich bin bei keinem Verein und bei keiner Partei. Ich gehöre keiner Religion an und auch keiner Kirche. Ich habe keine Schulden. Ich bin von niemandem abhängig."
„Warum brauchen wir einen Gott, eine Kirche, ein Idol zum Glauben? Warum glauben wir nicht an uns selber...?"
Wer sich einmal in seine Lebensphilosophie einlesen möchte, der kann sich das eBook "Manipulieren, aber richtig" gratis herunterladen. Josef Kirschner stellt darin die einleuchtene These auf: Wir alle werden von Geburt an ständig manipuliert, und wir alle versuchen täglich, unsere Mitmenschen zu unserem Vorteil zu beeinflussen. Dieses permanente Bemühen ist ein wesentlicher Bestandteil des Zusammenlebens. Wer sich freilich in diesem manipulativen Spiel behaupten will, wer aus der Masse der Manipulierten heraustreten und sich selbstverwirklichen möchte, statt ein Leben aus zweiter Hand zu führen, muss die Spielregeln beherrschen. Die hierzu notwendigen Kenntnisse vermittelt Kirschner in diesem Buch.

Hier der Download-Link (via Rapidshare):

http://rapidshare.com/files/39293202/manipulieren.rar

Donnerstag, 6. März 2008

Weshalb wir alles glauben

Wer sich noch vertiefter über Edward L. Bernays Arbeit und deren Auswirkungen informieren möchte, dem empfehle ich das Studium folgenden Artikels:

The doors of perception
von Tim O'Shea
und hier die deutsche Übersetzung

Über starke Frauen

Das Rauchen wird also von der hohen Politik inskünftig mit einem Bannstrahl belegt (s. dazu meinen gestrigen Beitrag). Sehr nteressant, wenn wir wissen, dass gerade das Rauchen, insbesondere das weibliche Rauchen, durch den „Vater der Public Relations“ Edward L. Bernays, 1891-1995, salonfähig gemacht wurde. Diese hervorragend funktionierenden Techniken wurden nämlich 1:1 auch von der hohen Politik (bis heute) dazu benützt, um eine neue Demokratie - ein System der auf Zielgruppenbedürfnisse abgestimmten politischen Programme - einzurichten.

Bernays lernte von seinem Onkel Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse, viel über die Psyche des Menschen und er wendete dieses Wissen auf eine ganz neue Art an. Er entwickelte seine Kampagnen zur Meinungsmache auf Basis von Massenpsychologie. Bernays argumentierte:

"Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppen-Denkens verstehen, ist es jetzt möglich, die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern".

Eines seiner effektivsten Experimente war eben, wie er die Frauen zum Rauchen brachte. Was Bernays damit schaffte, war die Vorstellung, dass rauchende Frauen stark, unabhängig und modern sind...

PS:
Wie bereits eingangs angetönt, hat die hohe Politik seine Ideen und Modelle schnell und erfolgreich implementiert.... und jetzt hoffe ich natürlich, dass dieses Rauchverbot das Signal dazu ist, wieder zu einer Politik der Notwendigkeit (Ananka) zurückzukehren.

Findest Du nicht auch, dass Politik eigentlich das machen müsste, was die Masse selber nicht tun kann? Hätte eine solche Politik nicht auch die Aufgabe, ein grösseres Bild der Gesellschaft zu formulieren und eine positive Zukunft aufzuzeigen?

Ich weiss, ich bin ziemlich naiv.

Mittwoch, 5. März 2008

Die hohe Politik sorgt sich um unser Wohlergehen

Die hohe Politik in der Schweiz* nimmt sich der 'Volksgesundheit' an und möchte landesweit das Rauchen in öffentlichen Lokalen verbieten. Gut, das ist ein Trend, aus den USA kommend, dem nun auch in der Schweiz mit ca. 20jähriger Verspätung nachgeeifert wird. Ich frage mich jedoch: Was steckt nur dahinter. Die Sorge der hohen Politik ums Wohl der Bevölkerung kann's sicher nicht sein...

Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?

* Nach dem Nationalrat stimmte am Dienstag, 4. März 2008 auch der Ständerat dem Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen zu. Das Parlament folgt den Kantonen, die teilweise bereits Rauchverbote eingeführt haben.

Jede Erkenntnis eines Naturgesetzes ist eine sittliche Tat

Ein überaus wichtiger Begleiter ist mir seit Jahren schon der italienische Dichter und Philosoph Bruno Giordano, 1548-1600.

Nach acht Jahren Haft unter der Herrschaft Papst Clemens VIII. wurde er am 17. Februar 1600 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen in Rom verbrannt. Der Grund, weshalb Bruno Giordano auf dem Scheiterhaufen landete, waren seine Philosophien, anhand derer er unter anderem schrieb:

Das All ist Gott, es ist unendlich, und zahllose Sonnen mit ihren Planeten folgen in ihm ihrer Bahn. Dieses unendliche Universum ist das einzig Seiende und Lebendige, von inneren Kräften bewegt, das seiner Substanz nach ewig und unveränderlich ist. Nichts in der Welt ist also leblos, alles ist beseelt. Gott kann von uns nicht würdiger verehrt werden, als, indem wir die Gesetze, welche das Universum erhalten und umgestalten, erforschen und ihnen nachleben. Jede Erkenntnis eines Naturgesetzes ist eine sittliche Tat.
... und für diese Erkenntnis musste er sein irdisches Leben auf dem lodernden Scheiterhaufen lassen.

Sachen gibt's!!!

Bild oben: Portrait des Giordano Bruno aus dem Livre du recteur der Universität von Genf von 1578 (Schwarzweiss-Abbildung)

Montag, 3. März 2008

Perfektion der Mittel und Konfusion der Ziele

Wie wahr, wie wahr...


Perfektion der Mittel und Konfusion der Ziele kennzeichnen meiner Ansicht nach unsere Arbeit.

Albert Einstein

Wie reagieren 'Profis' auf Whistleblowing?

Der PR-Mann Manfred Messmer trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er sich in seinem jüngsten Beitrag 'Wenn der Verwaltungsrat nicht weiss, wie man kommuniziert' über das steinzeitliche Verhalten der Bosse auf öffentliches Whistleblowing in entsprechenden Plattformen enerviert;

"... Den Unternehmen fehlt im entscheidenden Moment das Know-how, der strategische Zugang, die Vorstellungskraft zur Kommunikation im Cyber.

Mit der „analogen“ Verlautbarungskommunikation erreicht man zwar die traditionellen Medien. In der Web 2.0-Community mit ihren eigenen Regeln vermitteln solche Ansagen ein ganz andere Botschaft: Hilflosigkeit in der Argumentation und dürftige Faktenlage ..."

Ja, da hapert es noch ganz gewaltig und auch ich könnte einige Beispiele missglückter Kommunikation hier anführen, ziehe jedoch (vorerst) den Mantel der Höflichkeit darüber...


Update: Auch 'Medienspiegel' hat sich dieses Themas angenommen: Zur Zukunftstauglichkeit von Schweizer Medien-VRs

Samstag, 1. März 2008

Der monistische Materialismus

Wenn ich die verschiedenen Blogs durchstöbere, fällt mir auf, dass gerne über die brutale Ökonomisierung vieler Lebensbereiche geklagt wird. Nun, das ist halt das Resultat eines monistischen Materialismus', der Treibstoff ist für eine globalisierte Welt. Der bereits von mir erwähnte Hans-Joachim Heyer schrieb einmal darüber treffend:

"... Die Plutokraten alter Schule waren noch Dualisten: Sie glaubten an die Welt und an Gott, an Materie und Geist. Sie glaubten, dass der Mensch in zwei Welten lebt und folglich zweierlei Bedürfnisse hat. Er hat das Bedürfnis nach materieller Sicherheit und nach spiritueller Geborgenheit. Für ersteres war die Ökonomie zuständig, für Zweiteres die Priester. Bildung und Gesundheit hatten jeweils zwei Aspekte. Es gab weltliche Ausbildung und innere Bildung, die zu Bewusstsein führt. Es gab die Gesundheit des Leibes und der Seele. Die Plutokraten anerkannten, dass sie selbst nur den materiellen Aspekt abdecken konnten und überliessen den anderen Aspekt den Priestern.

Früher gab es Bereiche, von denen die Ökonomen die Finger liessen. Das hat sich gründlich gewandelt. Heute herrscht der monistische Materialismus. Es gibt keinen Geist, keine Seele. Also ist es logisch, dass die Ökonomen nun JEDEN Aspekt menschlichen Seins beherrschen wollen. Seit die Plutokraten glauben, dass es weder Wahrheit, noch Bewusstsein, noch Moral, noch Freiheit, noch einen Sinn des Lebens gibt, sondern dass allein die Gesetze der Physik gelten, haben sie sich an die Spitze der Hierarchie gesetzt und wollen nun selbst bestimmen, was Wahrheit, was Freiheit, was der Sinn des Lebens sei. Und wie die Medizin und die Bildung verrückt geworden sind, weil sie monistisch wurden, werden nun all diese am Monismus ausgerichteten Neudefinitionen der Begriffe verrückt. Die alte "Plutokratie" ist m.E. mit der neuen nicht vergleichbar. Die neue Plutokratie ist die verrückt gewordene. Ich bin Anhänger der alten "Plutokratie", der Kaste tiefreligiöser Kaufleute, die Macht nur dann anstrebten, wenn sie bereit waren, Verantwortung zu tragen - z. B. für das Gleichgewicht der materiellen und geistigen Kräfte ..."
Quelle: Schule für Lebenskunst, Hans-Joachim Heyer
Ich selbst hätte es nicht schöner formulieren können. Oder?

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