Wir Schweizerinnen und Schweizer verfügen über eine Eigenheit, die uns von allen Anderen wohltuend abhebt:
Wir sind enorm geizig!
Wir geben nur Geld aus, wenn es uns persönlich Nutzen bringt. Wenn wir spenden, dann nur aus einem diffusen Schuldgefühl heraus. Ich habe bis heute noch keinen Schweizer/keine Schweizerin getroffen, der/die aus Freude am Geben, um damit etwas zu ermöglichen, was direkt keinen persönlichen Nutzen verspricht, Geld oder auch andere Werte entäussert hätte.
Die paar wenigen Philantropen, die es als die Ausnahme dieser Regel glücklicherweise auch gibt, werden zumeist argwöhnisch beaugapfelt. Wir SchweizerInnen können es einfach nicht glauben, dass es ein Geben aus Freude gibt!
Dieser Geiz ist übrigens auch im Internet klar ersichtlich. Obwohl im Netz (und nicht nur dort) gilt:
Zuerst geben, dann ernten, sind sämtliche Weberzeugnisse einseitig auf Nehmen ausgerichtet. Auch die verschiedenen Weblogs drücken das aus. Ich sehe selten, wenn überhaupt, nützliche (kostenlose) Informationen, die mir weiterhelfen könnten - v.a. bei sog. Experten-Blogs.
Da surfe ich halt lieber auf US-Blogs und Websites 'rum, wenn ich nützliche Informationen finden möchte. Die wissen, dass zuerst Vertrauen aufgebaut werden muss, eben beispielsweise mit kostenlosen nützlichen Informationen, um dann erfolgreich verkaufen zu können. Das heisst dann im Fachjargon:
Verkaufsenergie aufbauen.Doch hier in der Schweiz möchten alle direkt und ohne Umwege verkaufen. Weil dies jedoch nicht geht, können sich die selbsternannten Experten aufspielen und lauthals trompeten: Im Internet ist KEIN Geschäft zu machen. Ja natürlich - so eben nicht.