Montag, 27. April 2009

Alpsegen statt Nacktwandern

Die Appenzeller (es gibt bekanntlich die Inner- und die Ausserrhödler) sind halt schon ein eigenwilliges Völkchen:

Weltweite Beachtung fand die gestrige Abstimmung übers Nacktwandern. Es ist inskünftig in Appenzell Innerrhoden verboten. Die Landsgemeinde hat nämlich dem Strafartikel am Sonntag mit grosser Mehrheit zugestimmt. Das bisher so beliebte Nacktwandern im Alpstein ist künftig ein Offizialdelikt und wird mit 200 Franken gebüsst.
Die Innerrhödler können jedoch auch mit erlaubten kultischen Handlungen aufwarten: Zum Beispiel mit ihrem Alpsegen. Diesem alten Brauchtum der Sennen und Älpler drohte im 19. Jahrhundert fast der Untergang. Dank verschiedener Anstrengungen im letzten Jahrhundert konnte dieses mystische Brauchtum wieder zu neuem Leben erweckt werden.

Das Zentrum für Appenzellische Volksmusik organisiert nun im Mai zwei Kurse für Bauern und Sennen, die den Betruf auf ihrer Alp neu einführen möchten. Der Kurs steht jedoch auch allen Personen offen, die sich mit der Mystik des Betrufs befassen oder von dessen Gehalt und Kraft fasziniert sind. Kursleiter ist übrigens ein Appenzeller mit auswärtigem Wohnort.

Infos: Zentrum für Appenzellische Volksmusik

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