Kuhreihen oder die Anfälligkeit der Eidgenossen fürs Heimweh
"Armaillis" (Bergbauern) Freiburger Hirten führen ihre Kühe zum Umzug des Winzerfestes in Vevey (swissalpinemusic)Der Kuhreihen (Ranz de vaches), das ursprüngliche Eintreibelied der Alphirten, wurde bereits im frühen 16. Jahrhundert erwähnt und 1545 in den von Georg Rhau herausgegebenen Bicinien in einer zweistimmigen Instrumentalversion notiert. Legendäre Bedeutung erlangte dieser einstimmige, unbegleitete Männergesang im 18. Jahrhundert durch Jean Jacques Rousseaus Behauptung, es sei unter Todesstrafe verboten, in der Nähe von Schweizer Sodaten im Ausland einen Kuhreihen anzustimmen, weil die Heimwehschweizer zu desertieren versuchten oder erkrankten (Dictionnaire de la musique, 1768).
Aus diesem Grund wurde der Kuhreihen im 19. Jahrhundert immer mehr zum Vorführstück für Touristen. Heute lebt dieses vormals in ganz Europa berühmte schweizerische Locklied der schweizerischen Alphirten nur noch als Volkslied arrangiert weiter. Der "Ranz de vaches gruérien" von Joseph Bovet hat aber ebenso wie dessen "Le vieux chalet" die Bedeutung von Heimat, ja, für die Westschweizer gelten diese beiden Volkslieder als Nationalhymne.
La chanson de Fribourg [2'514 KB]
Dir. Pierre Kaelin: Le ranz des Vaches. (Trad. / Joseph Bovet)





1 Kommentare:
Die Macht der Musik verspürte ich auf meiner ersten USA-Reise. Der Kollege legte eine Span-Kasette ein und "Louenesee" erklangt. Mir kamen die Tränen. Und das erst am dritten Reisetag.
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