Montag, 24. August 2009

Gute Nacht Schweiz


Unser allerseits geschätzter Herr Merz, seines Zeichen Finanzminister und Bundespräsident, weibelt seit der Genesung von seiner Herzattacke, justement erlitten während des drohenden weltweiten Finanzkollapses, eilfertig vermittelnd zwischen (wer weiss das schon genau) und der Schweiz. Jüngst buckelte er in Libyen. Der Bundesrat und die einheimische Presse sind 'not amused'. Diese ganze Libyengeschichte ist für mich äusserst seltsam. Mehr noch: Sie stinkt mir zum Himmel.

Vordergründig geht's zwar um den bösen Sohn des noch böseren Ghadaffi. Doch das alleine kann's nicht sein. Hat's vielleicht mit Erdöl zu tun? Libyen ist ja unser Hauptlieferant für Erdöl. Tamoil mit ihren über 300 Tankstellen in der Schweiz und deren Erdölraffinierie im Wallis - die einzige in der Schweiz - werden vom Ghadaffi-Clan kontrolliert. Dann wäre ja auch noch die Frage zu klären, wer damals (so anfangs 90er Jahre) diese Verträge mit Libyen eingefädelt hat (und sicher tüchtig abkassiert hat bzw. immer noch mitkassieren wird), die die Schweiz in eine solche Abhängigkeit gebracht haben - und sie offenbar (man nimmt's staunend zur Kenntnis) erpressbar machen. In anderen Ländern wären wohl solche Abhängigkeiten von nationalem Interesse. Wir SchweizerInnen hören lediglich Gutenacht-Geschichten. Gute Nacht? Gute Nacht Schweiz!

4 Kommentare:

Titus

Als Libyen den Hahn zudrehte, meinte ich seitens Schweiz. Erdölvereinigung gehört zu haben, dass deren Öl gar nicht so relevant für die Schweiz sei. Ich hatte es so verstanden, als ob das quasi alles in einen europäischen Topf läuft und von da aus (neu) aufteilt wird (das ist nun nicht unbedingt wörtlich oder bildlich zu verstehen).

Allerdings habe ich auch die Vermutung, dass die zwei «Festgehaltenen» (von Geiseln darf man ja eigentlich nicht sprechen) nur ein Vorwand sind und es eigentlich eher um wirtschaftliche Interessen geht - um was denn sonst...

Gestatte mir noch eine kleine Korrektur: Es gibt im neuenburgischen Cressier noch eine zweite Raffinerie von Petroplus. Nach deren eigenen Angaben werden dort 1/4 des Schweizer Bedarfs an Erdölprodukten produziert (wieviel importiert und wieviel in Collombey produziert wird, weiss ich nicht). Siehe dazu auch:
http://www.petroplusholdings.com/de/bus_ref_cre.php

Hanspeter Gautschin

@Titus: Merci für Deine Ergänzungen. Dass in der Regel (...deren Öl nicht so relevant für die Schweiz...) von gewissen Herren (ab und zu auch Damen) gerne alles schöngeredet bzw. vernebelt wird, wissen wir in der Zwischenzeit bereits zur Genüge. Ich finde einfach, die ganz grosse Aufregung um Libyen, würde es eigentlich bedingen, dass die '4. Macht' mal ein bisschen im Dreck wühlen müsste... Aber eben: Wer kann das Wörtchen 'Recherchieren' unter den Schurnis überhaupt noch buchstabieren.

Zappadong

Ach, ich warte auf die WOZ. Die kommt morgen ... und hat bestimmt was auf Lager.

dan

Werden wir jemals auf deine Frage eine wahrhaftige Antwort erhalten?

Wohl kaum.

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