Der Illetrismus bedroht die Schweiz
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Ich bin wirklich froh über meine etwas begrenzte Intelligenz. Sie lässt mich ruhig schlafen. Deshalb ist mir auch nicht aufgefallen, dass sich wieder ein arger ISMUS ins Schweizer Ländli eingeschlichen hat:
Der IllettrismusSchrecklich kommt das Ungetüm daher. Dahinter verbirgt sich wahrlich Übles: Über 800'000 Menschen in der Schweiz sind des Lesens - und wohl auch des Schreibens - unkundig. Flugs gibt's da eine Initiative und einen Dachverband, die dieses Übel mit "Stumpf und Stiel" ausrotten möchten. Heerscharen von Lesekundigen harren ungeduldig des Geldsegens aus Bern, damit sie endlich lehren können, was die öffentliche Schule nicht mehr darf.
PS: Ich möchte hier auf eine Arbeit (als pdf-file) hinweisen, welche die sog. Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) unter NLP-Gesichtspunkten betrachtet und m.E. interessante Ansätze zur "Heilung" vermittelt.
Siehe dazu auch:
Können Sie diese Zeilen lesen? (Augenreiberei)
Lesen und Schreiben für alle (Zappadong)






4 Kommentare:
Da ich selber unter Illettrismus leide, kann ich die negativen Reaktionen darauf nicht verstehen. Menschen, die unter Illettrismus leiden, haben eine andere Gehirnstruktur, als die sogenannten normalen Menschen.
Weil das Hirn anders aufgebaut ist, entstehen Schwierigkeiten bei der Verknüpfung von Zeichen, Zahlen, Buchstaben etc.
Illettrismus sagt nichts über die Intelligenz aus. Auch mit einem IQ von 140 kann man unter Illettrismus leiden.
Das Problem ist, dass Menschen die unter Illettrismus automatisch als dumm gelten. Sie mögen ein Rechengenie sein, aber sie werden nie die Möglichkeit bekommen, es zu beweisen. Wer einmal den Stempel „Dumm“ aufgedrückt bekommt, ist ein Leben lang dumm.
Deshalb braucht es Organisationen, die sich gegen die Diskriminierung wehren und sich für die Leichte Sprache starkmachen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Leichte_Sprache
Die Schweiz bekommt bald einen Bundesrat redeSCHWALLER, dies ist symptomatisch für eine Welt, die nächsten im Wortmüll erstickt.
Leichte Sprache ist ein Gebot der Stunde, mehr Relevanz, mehr klare Aussagen und weniger Wortmüll. Davon profitieren auch die Normalen.
@Antoine: Ich persönlic meinte, dass «Illettrismus» bedeute, dass es Erwachsene gibt, welche die Grundfertigkeiten des Lesens und Schreibens nicht beherrschen, und dies, obwohl sie die obligatorische Schule absolviert haben. Du trägst für mich jetzt einen weiteren Aspekt bei, den ich so noch nicht kannte. Das würde allerdings bedingen, dass hier tatsächlich neue Wege (für die Schulen) beschritten werden müssten.
NOch etwas zur sog. "Leichten Sprache". Ich glaube nun wirklich nicht, dass wir unter einer "schweren Sprache" zu leiden haben, wenn ich an all' die Gratispostillen etc. denke. Auch das Internet trägt sicher nicht einen unwesentlichen Teil dazu bei, dass das Sprachniveau eher sinkt. Mich persönlich würde auch nacktes Entsetzen packen, wenn plötzlich - wegen der allgemeinen Verständlichkeit - die Erzeugnisse der SprachkünstlerInnen "vereinfacht" würden. Nein, nein... Sprache soll und darf AUCH Kunst sein. Sonst wäre unsere Welt noch trostloser.
Ich denke, unter Illettrismus lässt sich auch vieles verstehen. Vom quasi-Analphabetismus bis zur Schwierigkeit, verständliche Sätze zu formulieren. Letzteres fällt ja auch ausgebildeten Schreibern gelegentlich schwer. Leichtes Deutsch ist sicher gegenüber Ausländern angebracht, unter Muttersprachlern sicher nicht. Da muss man auch etwas aushalten.
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