Was heute nicht mehr geschrieben werden kann
Foto gefunden auf pixdaus.com
Google führt mir täglich viele Rilke-VerehrerInnen auf mein Blog. Sie alle suchen nach diesem Gedicht. Ich als glühender Rilke-Verehrer habe ihn HIER ein weiteres Mal gewürdigt. Auch mein gern gelesener Thinkabout, dessen Beiträge mir tägliche Lektüre und Nahrung sind, hat kürzlich Rilke einen Beitrag gewidmet, gleichzeitig auf eine entsprechende Website verwiesen und abschliessend zu Rilkes Dichtkunst gemeint:
Warum nur habe ich das Gefühl, dass all diese Zeilen und Werke jener Künstler, die mich berühren, heute nicht mehr geschrieben werden könnten?Mitten im (sonnigen) Herbst stehend, möchte ich diesen Beitrag mit einem weiteren Rilke-Gedicht beschliessen:
Der Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.






3 Kommentare:
Ich konnte nie etwas mit Rilke anfangen. Bis das Bloggen begann und ich über mehrere Blogs richtig schöne Gedichte von ihm kennenlernte. Da nehme ich auch dieses als Bereicherung.
Die Herbstgedichte Rilkes sind zwar ganz schön, aber sie haben Dinge in die menschlische Existenz hineininterpertiert die nie so waren. Wir machen keinen Winterschlaf und haben keine welkenden Blätter am Kopf. Wir leben einfach weiter, heute mehr denn je. Etwas Neues kann im November oder im Mai beginnen.
Auch ich konnte lange Zeit nichts anfangen mit Rilke, bis sich mir plötzlich beim ganz zufälligen Lesen eines Rilke-Gedichtes eine geheimnisvolle Welt hinter den Worten enthüllte...
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