Medienvielfalt, Teil II
Hier also die versprochene Fortsetzung zur Medienvielfalt im engen Waldenburgertal. Vorausschicken möchte ich, dass ich bereits in ganz jungen Jahren ein richtiger Zeitungs-Junkie gewesen bin. Es waren übrigens dieselben Zeitungen, die mich als ganz Kleinen motivierten, das Lesen und Schreiben so nebenbei zu lernen. Ich konnte es nicht verputzen, dass sich die Erwachsenen täglich mit einem Haufen Papier vergnügten und ich hintenanstehen musste. Mich faszinierte eigentlich alles, was mit dem geschriebenen und gedruckten Wort zu tun hatte. Doch wieder zurück zum Eigentlichen:
Mein Vater arbeitete damals bei einer Uhrenfabrik in Waldenburg. Meine geneigten BlogleserInnen, die das Waldenburgertal einigermassen kennen, natürlich auch die, welche sich in den Kommentaren bereits darüber vernehmen liessen, wissen wohl genau, welche Uhrenfabrik damit gemeint ist. Item - mein Vater arbeitete also jahrzehntelang - ganz genau über 40 Jahre - als Fabrikschreiner bei dieser Uhrenfabrik und es war sein tägliches Mantra, beim Mittagessen über die verd... "Bude" zu schimpfen. Seiner Meinung nach waren alle Vorgesetzten unfähig und nur dafür bezahlt, die "Bude" in den Konkurs zu reiten. Ganz so schlecht machten sie ihre Arbeit wohl doch nicht. Die "Bude" gibt's nämlich auch heute noch.
Eines Mittags schlugen die Wellen beim Mittagessen ganz hoch. Mein Vater wetterte ununterbrochen und konnte sich kaum beruhigen. Was war geschehen? Der neue kaufmännische Direktor, Sohn eines übermächtigen Vaters und Verwaltungspräsidenten der "Bude", hatte einen Fragebogen entworfen, den alle Mitarbeitenden auszufüllen hatten. Wer sich weigern würde, den "Fackel" auszufüllen, den würde er subito entlassen.
"Dieser Fötzelcheib, dieser elende Leuteschinder", keifte mein Vater, "was meint der eigentlich? Diese Fragen werde ich nie und nimmer beantworten. Der kann mich am A... lecken!"
Ich wusste natürlich, dass er das nie in die Tat umsetzen würde. Die damaligen "Büezer" waren nämlich, nicht anders als heute, zu ängstlich, ihren Job zu verlieren. Ich habe dann für mich diesen Fragebogen durchgelesen. Sie waren schon delikat, diese Fragen auf diesem "Fackel". Sie verletzten eindeutig die Privatsphäre der "Büezer". Und für mich war klar: Diese Aktion muss und werde ich kippen.
Im dritten und letzten Teil dieser wahren Geschichte kristallisert sich das propagandistische Geschick des jungen BodeständiX heraus. Gekonnt spielt er lehrbuchmässig die Eigeninteressen der Involvierten gegeneinander aus...





1 Kommentare:
Hey, ein richtiger Cliffhanger! Warte schon ungeduldig auf die nächste Folge.
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