Weitere Abzocker kommen ans Tageslicht
Frau Zappadong, nebst Bloggerin, hauptsächlich Schriftstellerin, hat kürzlich gejubelt: Sie erhielt nämlich von Pro Litteris für ihre drei gemeldeten Bücher die stolze Auszahlungssumme von CHF 34.90. Sie hat's mit viel Humor genommen. Ich jedoch nicht, weil ich solche Bürokraten-Kraken zur Genüge kenne und deren oberste Maxime ist: Zuerst kommen wir, dann unsere weiteren Unkosten, dann nochmals Abzüge und dann, vielleicht, noch unsere Mitglieder (SchriftstellerIn oder JournalistIn, FotografIn oder bildende/r KünstlerIn).
Die ProLitteris ist die schweizerische Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst. Sie wurde 1974 gegründet. Sie ist also noch relativ jung. Umso erstaunlicher finde ich es, wenn deren Geschäftsführer ein stolzes Jahresgehalt von CHF 308'100.00 kassiert. Für EU-BlogleserInnen: Das entspricht in etwa EUR 205'000.00.
Es gibt also nicht nur gierige Banksters, es gibt auch unverschämte Kulturbürokraten. Oder kann mir hier jemand plausibel erklären, weshalb ein Pro Litteris-Geschäftsführer - also ein Monopolist - ein solches Gehalt kassiert?
Quelle: Blick-Online
PS: Auch die übrigen Monopolisten wie SUISA, Suisseimage etc. zocken kräftig ab.





7 Kommentare:
Die Gemüsewähe hat trotz allem geschmeckt. Nicht zuletzt, weil mir gestern eine nette Dame ein kluges Zitat ans Herz gelegt hat: "Humor ist der Regenschirm der Weisen."
Weil: Eigentlich ist das Ganze ein einziger grosser - trauriger - Witz: CHF 34.90 für drei Bücher mit einer Gesamtverkaufzahl von 15'630 (im Jahr 2008).
PS: Danke fürs Aufmerksammachen. Werde morgen ausführlicher darüber bloggen.
Nun, die einzige Erklärung, welche ich dafür habe, ist, dass der Mann ernooooorm viel schreiben muss, um auf ein solches Salär zu kommen. Könnte das mal jemand ausrechnen (ich bin dafür nicht geeignet, habe ich mich doch schon bei Frau Zappadong ziemlich vertan)?
Das ist krass. Ich nehme an, überall, wo verwaltet wird, gibt es diese unverhältnismässigen Geldvernichtungsposten. Ich staune immer wieder, warum für die "geschäftsmässige Verantwortung", in Geld nicht bezifferbar, so viel aufgewendet wird. Das ist doch pervers.
Das ist keine Ausnahme, dass ist überall so.
Der Kopfsalat für den Produzent 60.- Rappen bekommt, kostet im Coop Franken 1.80 .-.
Von 10 Franken landwirtschaftlichen Subventionen, versanden 8 in den Genossenschaften und der Agrabürokratie.
Wer arbeitet macht ein Fehler. Geld „macht man“ mit verwalten und handeln.
Die Bürolisten und die Bürokraten sind die Hofschranzen der Neuzeit.
Und nicht vergessen, das Tierterroristenopfer Daniel Vasella verdient das Fünfhundertfache eines Büezers.
@antoine
Das ist genau das Problem, denn ob Vasella wirklich so viel "verdient"? Er bezieht ein überrissenes Gehalt für eine "Verantwortung", die man - zack - mit einer hübschen Abfindung an den nächsten abtreten kann.
Passiert ja nix, siehe UBS Protagonisten.
Nun, nach einer weiteren Runde Mails habe ich heute herausgefunden, dass ProLitteris zwar meine Rechte in Deutschland wahrnimmt, aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen jedoch für Belletristik keine Repro-Entschädigungen an Schweizer Autoren ausgezahlt werden. Ich nehme jetzt einmal an, dass in Deutschland nie, gar nie aus Bücher von Schweizer Autorinnen kopiert wird. Sprich: Kein Geld von VG-Wort für Frau Belletristik-Autorin. Das nächste Buch wird ein Sachbuch ...
@Alice: Die Bürokratie macht ihre eigenen Gesetze - immer zuungunsten der Werteschaffenden. Wie lange noch?
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