Eigentlich hatte ich dieses Blog als Kulturblog angedacht. Mit Schwerpunkt "Volkskultur". Und hie und da auch etwas über "Kunst" und "Elitekultur".
Und viel Gewetter über die Förderkratie, was mir ab und zu auch verbale Hiebe einbrachte.
Ich sei gegen staatliche Kulturförderung.
Pfui.
Nein, bin ich NIE gewesen. Nur habe ich die aktuelle Praxis als wenig tauglich angeprangert.
Heute höre ich im Schweizer Kulturwald keine Blätter mehr rascheln. Alle hocken in ihren Erdlöchern und warten darauf, dass die pöhse Krise vorübergeht.
Ich höre, lese und schaue nichts SUBSTANTIELLES von den gedopten Künstlerinnen und Künstlern. Vielleicht schämen sie sich ein wenig:
Dass der Charlie nicht nur lustig gewesen ist, sondern in seinen späteren Lebensjahren sogar weise, das weiss ich erst seit heute. Ich habe nämlich folgenden Text gefunden, den Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959 verfasst haben soll:
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnung für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiss ich, das nennt man “AUTENTHISCH-SEIN”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif, noch der Mensch dazu bereit war, auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich, das nennt man “SELBSTACHTUNG”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich, dass nennt man “REIFE”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und das alles, was geschieht, richtig ist - von da konnte ich ruhig sein. Heute weiss ich, das nennt sich “SELBSTACHTUNG”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spass und Freude bereitet, was ich liebe und mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiss ich, das nennt man “EHRLICHKEIT”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunter zog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das “GESUNDEN EGOISMUS” aber heute weiss ich, das ist “SELBSTLIEBE”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das nennt man “EINFACH-SEIN”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen, jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet. So lebe ich heute jeden Tag und nenne es “VOLLKOMMENHEIT”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann, als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner, diese Verbindung nenne ich heute “HERZENSWEISHEIT”.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiss ich, DAS IST das Leben!
Da gelüstet es mich geradehin zum Ausprobieren. Wenn also jetzt meine Beiträge REIFER werden, darinnen hie und da sogar HERZENSWEISHEIT aufblitzt, dann wisst Ihr: Es hat funktioniert!
Hans Hartz mit seiner rauchigen Stimme. Ich schätzte seine Lieder, obwohl ich das öffentlich nie zugegeben hätte, denn Hans Hartz zählten wir damals (80er Jahre) nicht zu den ernsthaften Liedermachern. Welch' grosser Irrtum:
Die weissen Tauben sind müde Komm her, Marie, ein letztes Glas, geniessen wir den Augenblick, ab morgen gibts statt Wein nur Wasser. Komm her und schenk uns noch mal ein, so viel wird morgen anders sein! Marie, die Welt wird langsam blasser.
Die weissen Tauben sind müde, sie fliegen lange schon nicht mehr. Sie haben viel zu schwere Flügel, und ihre Schnäbel sind längst leer. Jedoch die Falken fliegen weiter! Sie sind so stark wie nie vorher, und ihre Flügel werden breiter, und täglich kommen immer mehr, nur weisse Tauben fliegen nicht mehr.
Bleib noch, Marie, der letzte Rest reicht für uns beide allemal, ab morgen gibts statt Brot nur Steine Komm her und schenk uns noch mal ein, denn so wie heut wirds nie mehr sein. Marie, die Welt reisst von der Leine.
Die weissen Tauben sind müde, sie fliegen lange schon nicht mehr. Sie haben viel zu schwere Flügel, und ihre Schnäbel sind längst leer. Jedoch die Falken fliegen weiter! Sie sind so stark wie nie vorher, und ihre Flügel werden breiter, und täglich kommen immer mehr, nur weisse Tauben fliegen nicht mehr.
Sieh her, Marie, das leere Bett, der Spiegel unsrer grossen Zeit; ab morgen gibts statt Glas nur Scherben. Komm her und schenk uns noch mal ein, den letzten Schluck vom letzten Wein. Marie, die Welt beginnt zu sterben.
Die weissen Tauben sind müde, sie fliegen lange schon nicht mehr. Sie haben viel zu schwere Flügel, und ihre Schnäbel sind längst leer. Jedoch die Falken fliegen weiter! Sie sind so stark wie nie vorher, und ihre Flügel werden breiter, und täglich kommen immer mehr, nur weisse Tauben fliegen nicht mehr.
"Ich möchte jetzt nicht berühmt werden", sagte die Droste (Annette von Droste-Hülshoff) einmal, "aber in 100 Jahren will ich gelesen werden."
Das wünschen wir doch unserem Finanzminister, der auch schon unter den Dichtern mit seinem erotischen Roman "Der Landammann" weilte. Merz schilderte in dieser Erzählung die politischen und auch sexuellen Abenteuer des Ausserrhoder Politikers Hans Ruckstuhl, welcher dem Volk 1920/21 höhere Steuern vorschlug und prompt abgewählt wurde...
Das Bankgeheimnis ist gefallen, mit ihm wohl der Finanzplatz und letztlich der Mythos Schweiz.
Und ich meine dies absolut wertfrei.
Obwohl ich persönlich das Bankgeheimnis nicht als freundlich/sozial bezeichnen täte. Zuviele asoziale Elemente haben es zur unrechtmässigen Bereicherung genutzt, zu ihrem Vorteil und zu unserem...
Gut, dann leben wir halt inskünftig vom Emmentaler-, Schoggi- und Uhrenexport.
Hollywood-Star Philip Seymour Hoffman ist der Meinung, dass die Pop-Musik aus den 60er Jahren den Leuten helfen wird, die aktuell grassierende Finanzkrise zu überstehen. Hoffman betont, dass die Musik von damals auch für die heutige Zeit von Bedeutung ist:
"Der Zustand der Welt ist nicht so toll, wisst ihr? Die Leute fühlen sich nicht so toll, wenn sie morgens aufstehen, und daher ist der Gedanke, dass Rock 'n Roll eine Katharsis auslösen kann, wichtiger denn je."
Stimmt. Da mach' ich gleich den Anfang mit den The Yardbirds:
Übers vergangene Wochenende habe ich mir etwas ganz Spezielles gegönnt. Auf die Gefahr hin, dass ich mit diesem Beitrag nur Unverständnis ernten werde, was mir bekanntlich Spass macht, lege ich los. Ich gönnte mir einen Kurs - neudeutsch: Workshop. In diesem Kurs lernte ich, mit Tieren auf telepathische Weise zu kommunizieren. Spannend. Die Tierchen wissen viel zu erzählen und nicht einmal das Dümmste! Da hab' ich echt gestaunt. Mir sind da auch etwelche Parallelen zum Menschsein aufgefallen. Zum Beispiel anhand dieser kleinen Geschichte, die uns die Kursleiterin Helen Gerber erzählte. Also:
Einer ihrer Hunde, übrigens im Kurs anwesend, da in der Kommunikation sehr talentiert und erfahren, ist ein Jagdhund. Und Jagdhunde jagen und töten gerne. So ist es halt mit ihrem Jagdgen. Nun gut, eines Tages brachte eine Katze eine Maus ins Haus. Sie lebte noch und Helen Gerber wollte sie gerade packen und nach draussen befördern, da kommt wie ein Kugelblitz ihr Jagdhund dahergeschossen, packt die Maus und tot ist sie. Helen Gerber fragt ihren Hund etwas konsterniert: "Weshalb hast Du jetzt diese arme Maus getötet. Wir haben doch vereinbart, dass Du nur die Tiere tötest, die du auch frisst." Ihr Hund entgegnet ihr ganz betrübt: "Das war der Jagdhund in mir, der getötet hat."
Helen Gerber geht davon aus, dass die Tiere ein genetisches Mäntelchen haben, jedoch auch eine Seele/Spirit (im Gegensatz zur röm.-kath. Kirche, die bekanntlich auch Mühe hatte, den Frauen eine Seele zuzugestehen!). In der Regel obsiegt ihre Natur bzw. ihr genetisches Mäntelchen übers spirituelle Selbst. Und was lernen wir aus dieser Geschichte?
Auch ein Banker kann nichts für seine Gier. Sie ist genetisch in ihm angelegt. Und die Seele haben sie ja schon längst Gott Mammon geopfert. Deshalb, liebe Freunde, verzeiht ihnen, denn sie tun nur, was sie tun müssen.
Wir leben in herrlichen Zeiten. Dadaismus pur, wohin das Auge wegblickt, die Ohren sich sträuben, die Nase sich rümpft. Banker als Totengräber des Kapitalismus und Blocher als Sozi. Da lass ' ich mir gerne die Welt von Hugo Ball zurechtrücken:
Gadji beri bimba gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori gadjama gramma berida bimbala glandri galassassa laulitalomini gadji beri bin blassa glassala laula lonni cadorsu sassala bim gadjama tuffm i zimzalla binban gligla wowolimai bin beri ban o katalominai rhinozerossola hopsamen laulitalomini hoooo gadjama rhinozerossola hopsamen bluku terullala blaulala loooo
zimzim urullala zimzim urullala zimzim zanzibar zimzalla zam elifantolim brussala bulomen brussala bulomen tromtata velo da bang band affalo purzamai affalo purzamai lengado tor gadjama bimbalo glandridi glassala zingtata pimpalo ögrögöööö viola laxato viola zimbrabim viola uli paluji malooo
tuffm im zimbrabim negramai bumbalo negramai bumbalo tuffm i zim gadjama bimbala oo beri gadjama gaga di gadjama affalo pinx gaga di bumbalo bumbalo gadjamen gaga di bling blong gaga blung
Kürzlich las Hausfrau Hanna ein Interview mit der redegewandten, unterkühlt wirkenden Direktorin des Schweizer Fernsehens. Folgende Aussage gefiel Hanna besonders gut, blieb an ihr haften wie die Zahnpasta am Mundwinkel: „Wir sind beim ‚Storytelling’ besser geworden“.
‚Storytelling’ - was für ein Wort! Als Hanna noch am Überlegen war, was damit wohl gemeint sein könnte, wurde sie auch schon hinunter gezogen in die Tiefe ihrer Erinnerungen.
Das Gesicht ihres Vaters tauchte auf. Er war ein begnadeter Geschichtenerzähler und hatte eine innere Schatzkammer, die gefüllt war mit unendlich vielen Märchen, Sagen, Fabeln, sowie selbstgesponnenen und wahren Geschichten aus dem Aktivdienst. War die Türe zu seiner Kammer offen - und das war sie oft - liess sich das Kind stundenlang vom väterlichen Erzählfluss mitnehmen und forttragen in andere Welten.
Ein weiterer Geschichtenerzähler war der Dorfpfarrer. Manchmal strömten die Bibelgeschichten aus seinem Mund dahin wie ein ruhiger Fluss zwischen seinen Ufern. Dann wieder schmückte der Herr Pfarrer diese so spannend und farbig aus, dass sie kaum mehr als solche zu erkennen waren. Moses, Joseph und seine Brüder sowie Abraham und Co. wurden zu Abenteurern, Helden und Supermännern, die Verrücktes und Gefährliches anstellten.
Später war es Hannas Geschichtslehrer, der die Klasse in den Bann zog. Eigentlich war er ein zurückhaltender Mann und wurde seines Aussehens wegen von allen liebevoll ‚der Alte’ genannt. Doch von einem Moment zum andern konnte er jede Zurückhaltung aufgeben. Er liess die Zügel schiessen und erzählte so detailgetreu und gruselig von historischen Begebenheiten, dass es Hanna schauderte. Und sie zugleich fasziniert in der Schulbank sass. Solche Geschichtsstunden waren Perlen narrativer Kunst und ‚der Alte’ ein wahrer Meister.
Kein Wunder macht heute das Schweizer Fernsehen so wenig her: Es fehlen genau solche Geschichtenerzähler! Wie Hannas Vater, Hannas Pfarrer und Hannas Geschichtslehrer. Die erfanden und erzählten nämlich nicht nur mit Verve Geschichten, die verstanden es auch, sich auf ihr Publikum zu beziehen und es hellwach zu halten. Niemand schlummerte ein oder döste vor sich hin. Wirklich niemand. Damals.
Irgendwie sind mir die Ideen ausgegangen. Deshalb mach' ich eine kleine Pause. Vielleicht beschert uns ja die kommende Woche einiges an Schreibstoff? Dann schreib' ich weiter.
Trotz aller gutmeinenden Bedenkenzerstreuerei der JA-Fraktion glaube ich nicht unbedingt an die Freizügigkeit im Menschen. Werden nämlich die Brotkrumen weniger, die vom Tisch fallen, dann wird einfach umso heftiger darum gestritten. Möglicherweise bewirkt dies die menschliche Verwandtschaft mit dem Tierreich. Der nachfolgende Artikel bestärkt mich in meiner Annahme, dass dem Menschen das eigene Hemd näher steht als alles Anerzogene:
Ähnliche Kampfparolen erwarte ich IMHO demnächst auch in der Schweiz. Unabhängig davon, ob übers kommende Wochenende ein JA oder ein NEIN obsiegen wird.
Diese Rufe nach "Schweizer Jobs den Schweizern" werte ich jedoch nicht als Triumph unserer Nationalisten, sondern lediglich als Zwischenstation, denn weiter wird's wohl mit folgenden Arbeitskampfparolen (Beispiel) gehen:
Nordwestschweizer Jobs den Nordwestschweizern!
Baselbieter Jobs den Baselbietern!
Waldenburgertaler Jobs (da gab's übrigens einmal eine blühende Uhrenindustrie) den Waldenburgertalern!
Waldenburger Jobs den Waldenburgern!
Merke: Je knapper die (bezahlte) Arbeit wird, umso heftiger wird der Verteilungskampf werden.
Wir leben wahrlich in einer aufregenden Zeit und können "live" mit dem Crash des Finanzsystems gleichzeitig den Untergang der willkürlich konstruierten Nationalstaaten erleben.
Nachdem ich gelesen habe, dass Mitglieder von Serviceclubs - wie zum Beispiel die Rotarier - prominent in den wichtigsten Gremien vertreten sind, wollte ich unverzüglich den Rotariern beitreten. So quasi als vorauseilende Massnahme in Krisenzeiten.
Doch jetzt hat mich ein asiatischer Beitrag aufgeschreckt: Muslime bereiten Terroranschläge auf Rotary und Lions Clubs vor. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Rotary, Lions etc. sind doch weltweit tätige Wohltätigkeitsclubs. Sie setzen sich doch generös ein für Frieden, für Völkerverständigung und für humanitäre Dienste. Und jetzt stehen die einfach auf der Abschussliste einer Terroristengruppe!
Verd...mmt. Nichts scheint mehr sicher in dieser Welt. Ich werde also definitiv kein Rotarier. Zu gefährlich.
...und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von den Früchten der Bäume im Garten?
Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esst nicht davon, rührt's auch nicht an, dass ihr nicht sterbt.
Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; sondern Gott weiss, dass, welches Tages ihr davon esst, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
Und das Weib schaute an, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und ass und gab ihrem Mann auch davon, und er ass.
Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren...
Um das Ausmass dieses "Rettungspakets" besser einordnen zu können, möchte ich darauf hinweisen, dass die GESAMTEN vom Bundesrat und der Finanzkommission des Nationalrates budgetierten EINNAHMEN für das ganze Jahr 2009 der SCHWEIZERISCHEN EIDGENOSSENSCHAFT sich auf vergleichsweise "lächerliche" CHF 60 Milliarden belaufen...
Das Paket zur Rettung der UBS ist ein Verfassungsbruch, wie ihn die Schweiz in der jüngeren Geschichte noch nicht gesehen hat. Er stellt sogar die von Zaccaria Giacometti kritisierten Vollmachtenbeschlüsse von 1939 in den Schatten. Damals ging es aber mit dem von Hitler begonnenen Zweiten Weltkrieg um die grösste Bedrohung der Schweiz in der Geschichte und damit, wenn es denn je einen gab, um einen Staatsnotstand. Weder damals noch heute hielt bzw. hält die Ausschaltung von Gesetz und Referendum, sprich von Parlament und Volk, vor der Verfassung stand. Und was die Sache noch schlimmer macht: Im Unterschied zu 1939 kennt die heutige Verfassung für Fälle wie diesen ausdrücklich ein Dringlichkeitsverfahren für die Gesetzgebung. Neue Leistungen des Bundes brauchen eine gesetzliche Grundlage. Gesetzgebung ist Sache des Parlamentes, das notfalls dringlich einberufen werden kann.
Weiter müssen wir uns auch daran erinnern (es stand damals sogar im BLICK), für was die UBS -nur 2 Tage nach dem Abnicken und der Überweisung der Staatsgelder- einen grossen Teil, nämlich CHF 27,6 Milliarden, der CHF 68 Milliarden Schweizer Volksvermögen verwendete:
Die UBS entschädigte damit vollumfänglich die Verluste von US-Kunden, die mit UBS-Anlagen Geld verloren haben!
Die UBS wollte sich dadurch von der drohenden Strafverfolgung und einer Verurteilung durch die US-Justiz wegen ihren kriminellen und illegalen Machenschaften beim Verkauf dieser Anlagen freikaufen.
Apropos Notrecht (oder: Kriegsrecht!): Vielleicht liest ja ein Staatsrechtler diese Zeilen und kann mich über folgende Fragen aufklären:
a) Steht die Schweizerische Eidgenossenschaft immer noch unter Notrecht? b) Falls ja: Was hat dies für Auswirkungen ? c) Wer ist eigentlich Führungsorgan unter einem Notrecht? Der Bundesrat? Die Armee?