Montag, 29. Juni 2009

Finanzen gehören in Frauenhand

Johannes war ein Junggeselle, der noch bei seinem Vater wohnte und im Familienbetrieb mitarbeitete. Eines Tages fand er heraus, dass er beim Tod seines schon kränklichen Vaters sein Vermögen erben würde, und beschloss, sich eine Frau zu suchen mit der er sein Lebensglück teilen könne.

Eines Abends bei einem Investment-Meeting sah er die hübscheste Frau, die er jemals gesehen hatte. Ihre natürliche Schönheit raubte ihm den Atem.

"Ich sehe vielleicht nur wie ein gewöhnlicher Mann aus," sagte er zu ihr, "aber schon in ein paar Jahren wird mein Vater sterben, und ich werde 125 Millionen Franken erben!"

Sehr beeindruckt nahm die Frau seine Visitenkarte entgegen.
Drei Monate später war sie seine Stiefmutter.

Und die Moral von der Geschichte?

Frauen sind in Sachen Finanzplanung einfach besser als Männer!
Aufgepickt im Gelben Forum

Samstag, 27. Juni 2009

Die Ruhe vor dem Sturm?

Dienstag, 23. Juni 2009

Kind sein in einer Welt, wo Erwachsene Kumpel spielen

Diesen Kommentar von Bruder Bernhard MUSS ich bringen. Wieder einmal landet er - wie so oft - einen glasharten Uppercut:

"... Ja, die Gesellschaft. Denn diese, wir alle also, haben zugelassen, dass die Jugend skrupellosen Geschäftemachern überlassen worden ist. Wo man auch hinschaut: Überall zielt man auf die Kreditkarte der Kleinen und Kleinsten. Um zu treffen, ist praktisch jedes Mittel recht, ich mag gar nicht ins Aufzählen kommen, es wäre doch zu sehr verkürzt.

Aber klar ist: Ich möchte als Eltern nicht in die Lage kommen, gegen die Übermacht der Bilder, die das Kind seiner Familie entreissen wollen, anzukämpfen. Und ich möchte nicht Kind sein in einer Welt, wo Erwachsene Kumpel spielen, aber in Wahrheit nur Klingeltöne oder schundige Tops verkaufen wollen ..."

Zweisam ist nicht einsam

Manchmal staun' ich schon über die Zufälle des Lebens. Da schreib' ich mir also seit Jahren die Finger wund, weise mit drohendem Zeigefinger darauf hin, dass Kultur nicht Kunst ist, und werde einfach nicht gehört.

Urplötzlich fällt mir da ein Buch in die Hände mit dem vielsagenden Titel "Das Wesen der Kultur" und ich glaub' es kaum: Da hab' ich tatsächlich einen "Bruder im Geiste" gefunden: Den deutschen Philosophen Leopold Ziegler, 1881-1958. Im besagten Werk, das er als 22jähriger (!) 1903 verfasste, macht' er so ziemlich auf Kulturpessimismus, sieht die Gegenwart in einem katastrophalen Zustand. Er vertritt die Auffassung, dass sich das deutsche Bürgertum ganz einem Glückseligkeitsegoismus (Spassgesellschaft!) überlassen und eine "Civilisation" geschaffen habe, die bei allen technischen und organisatorischen Leistungen "im Grunde wider die Natur" sei.

Na, wer sagt's denn. Dann vertief' ich mich doch heute Abend wiederum ins besagte Buch und freu' mich darüber, wenn Herr Ziegler noch mehr Gedanken mit mir teilt. Denn zweisam ist nicht einsam!

Montag, 22. Juni 2009

Eine menschenfreundliche Kultur, die bewegt und den Alltag belebt


Wir stecken derzeit nicht nur in einer Finanz- und Wirtschaftskrise; wir stecken vielmehr in einer eigentlichen Sinnkrise. Wir erkennen, dass mehr Konsum nicht automatisch mehr Lebensqualität bedeutet. Haben wir in den letzten Jahrzehnten unser Augenmerk lediglich auf unseren Lebensstandard gerichtet, so müssen wir jetzt schmerzlich feststellen, dass der Anteil an finanziellen Mitteln, der für die Erfüllung unserer Wünsche zur Verfügung steht, schrumpft angesichts wachsender Kosten für die individuellen wie kollektiven Verpflichtungen.

Möglicherweise sind die gerne als „Ewiggestrige“ verunglimpften Traditionalisten, die sog. „Volkskulturellen“, doch nicht so rückständig gewesen in ihren Ansichten über das Leben. Ich selber bin in der glücklichen Lage, eine Nachbarsfamilie zu haben, die mir in den letzten Jahren Lehrmeisterin für so Manches geworden ist. Diese Nachbarsfamilie lebt eine intakte Gemeinschaft. Sie sind Besitzer einer Getränkehandlung, versorgen das eigene Dorf und die angrenzenden Dörfer mit köstlichem Nass und das mit wirtschaftlichem Erfolg seit über dreissig Jahren. Daneben sind sie noch Teil-Selbstversorger. Sie unterhalten einen grossen "Pflanzplätz", halten sich Kaninchen und heizen mit Holz. Fast hätte ich es vergessen: Sie helfen ihrem Verwandten tatkräftig beim Bauern mit - und das in hoher landwirtschaftlicher Kompetenz. Trotz dieses von Aussen gesehen grossen Arbeitspensums habe ich sie nie gestresst erlebt.

Diese Nachbarsfamilie erinnert mich an meine Kinder- und Jugendzeit. Ich selbst erlebte hautnah den Aufbruch in die sog. „Moderne“. Ich wurde beispielsweise von meinen Mitschülern mitleidig belächelt, weil mein Vater nicht zu bewegen war, in eine Ölheizung zu investieren. Er wollte sich nicht abhängig machen von einer Erdölindustrie, die er nicht kannte. Im Gegensatz zum eigenen Waldstück, wo er mit jedem Baum auf Du war. Selbstredend hatten wir auch keinen Fernsehapparat im Hause. Das zerstöre nur den Familiensinn, meinte mein Vater. Ich schämte mich damals für diese „Rückständigkeit“. Doch heute gebe ich ihm posthum Recht. Er plädierte nämlich, ohne das entsprechende Wort je zu gebrauchen, für Lebensqualität. Für ihn waren Rücksichtnehmen, Zurückstehen können, Verzicht auf alles, was nicht notwendig ist, ethische Bemühungen zugunsten des allgemeinen Wohls. Das seiner Familie, das seines sozialen Umfelds.

Lebensqualität, das ist nämlich seelisches und körperliches Wohlbefinden, aber auch ein intaktes soziales und menschliches Umfeld. Das wäre dann wiederum „Volkskultur“ im ursprünglichen Sinn: Eine menschenfreundliche Kultur, die bewegt und den Alltag belebt.

Freitag, 19. Juni 2009

Liebe Förderkraten, macht' endlich wieder Dummheiten!

Och, och, och... irgendwie sind mir die Geschichten ausgegangen. Vielleicht ist auch nur die drückende Hitze schuld daran, dass sich ideenmässig in mir nichts mehr tut. Zu allem Unglück sollte ich morgen Freitag noch einen längeren Bericht abliefern, den ich überhaupt noch nicht angefangen habe. Eben: Ideen- und anfangslos bin ich zur Zeit.

Wie konnte ich doch vor genau einem Jahr über die Elite, die Förderkratie wettern. Freunde, das waren noch göttliche Zeiten. Deshalb greif' ich jetzt einfach auf diesen Artikel, den ich exakt vor einem Jahr geschrieben habe, zurück. Wenn ich diesen Blogbeitrag so lese, merke ich, dass in der Zwischenzeit alles so verdächtig still geworden ist. Die Förderkratie hält sich bedeckt. Die Schweizer Kunst ist stumm. Der Hirschhorn trauert vergangenen Bank(st)er-Kunstmessen nach...usw., usw.

Hier also der versprochene Beitrag bzw. der Schluss davon:

"... Dürfen wir vielleicht nicht wissen, dass Kunst wie Kultur schon immer von der Elite eingezäunt wurde, dass auch die abgeschliffene 'Volkskultur' des 19. und 20. Jahrhunderts geschaffen wurde, um den Pöbel zu sozialisieren? Urwüchsige traditionelle Kultur hat nämlich immer etwas Rebellisches an sich, was die Elite gar nicht goutiert. Auch das jugendliche Kreative ist der Elite ein Dorn im 'allsehenden Auge'.

Schulbeispiel sind für mich die 80er Jugendunruhen in der Schweiz, die letztendlich

a) zur Gründung vieler kantonaler Förderstellen
b) zur Aufstockung der Kulturgelder, und
c) zu unzähligen (eingezäunten) Kulturhäusern

führten und somit alles wieder überschaubar blieb. Wie gesagt, für die herrschende Elite gilt urwüchsig-kreatives Tun immer als anrüchig. Man muss solches Tun in (von ihnen) gelenkte (geförderte) Bahnen leiten. Jetzt muss halt noch die 'Volkskultur' in der Schweiz eingezäunt werden - ins Gärtchen der Innovation und (ganz verschämt) Tradition.

Dienstag, 16. Juni 2009

Die ästhetische Brillanz der Schweiz

Tönt ja verlockend gut. Doch glauben tu' ich's nicht:

"... Die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale unseres Landes (Schweiz) werden in naher Zukunft nicht mehr Zuverlässigkeit und Präzision sein, sondern Originalität, Kreativität, Qualität und tief in der europäischen Tradition verwurzelte ästhetische Brillanz ..."
Ganzen Artikel lesen: HIER

Freitag, 12. Juni 2009

Die noch junge Geschichte der Ländlermusik


Im 19. Jahrhundert waren die Ländlerkapellen noch nicht standardisiert. Neben den reinen Saitenensembles, der Streichmusik, und volkstümlichen Bläserensembles lassen Fotos aus dem ausgehenden Jahrhundert aus Bläsern und Streichern gemischte Ensembles erkennen. Diese individuellen Gruppierungen wurden entweder als Buuremusig bezeichnet oder trugen den Namen der Familienkapelle beziehungsweise des Leiters wie zum Beispiel die Seppli-Musig (nach Josef Metzger aus Trins) oder die Fränzli-Musig (nach dem legendären blind geborenen und 1895 verstorbenen Franz Waser aus Sent). Der Name jener Kapelle ist heute zum Begriff für eine Engadiner-Besetzung mit Violine, Klarinette, Trompete, (Handharmonika) und Bassgeige geworden. Von einer weitern Familienkapelle - der Hudelimusig aus Einsiedeln - soll sich die abschätzige Bezeichung Hudigäggeler für schweizerische Ländlermusik herleiten lassen.

Um 1880 wird der Begriff Ländlerkapelle bekannt, der von 1900 an ausschliesslich für die Besetzung Klarinette (Saxophon), Schwyzerörgeli (Akkordeon) und Zupfbass gilt.

Seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird in der Schweiz Ländlermusik im Bündner, Berner und Innerschweizer Stil unterschieden:

Der Bündner Stil
Für den Bündner Stil, der nicht nur auf den Kanton Graubünden beschränkt ist, gilt das Ländlerquintett (zwei Klarinetten, zwei Schwyzerörgeli und Bassgeige) als Merkmal. Die Melodie obliegt den beiden Klarinetten (in B, häufiger in A), während die übrigen Instrumente für die harmonische und rhythmische Begleitung besorgt sind.
Der Berner Stil
Den Berner Stil erkennt man an der chromatischen Handharmonika, lang ausgehaltenen Begleitnoten, einer den Jodel imitierenden Klarinettenmelodie und an einer gewissen Vorliebe für das Schwyzerörgeli-Duett.

Der Innerschweizer Stil
Für den Innerschweizer Stil ist eine Ländlerbesetzung mit Klavier und das rasche Spiel typisch, wobei die Melodie nicht nur von der Klarinette - häufig auch die etwas grelle Klarinette in C - sondern auch von der chromatischen Handharmonika bestritten wird.

In allen Stilen werden dreiteilige, höchstens 32 Takte lange Tänze wie Ländler, Walzer und Mazurka im Dreivierteltakt und Schottisch, Polka, Marsch im Zweivierteltakt gespielt. Auffallend sind die überwiegenden Dur-Tonarten.

Bereits 1890 wurde die erste Ländlermusik auf Wachswalze und von 1920 an auf Schallplatten gespielt. Seit der Gründung des Schweizer Radios (1922) hat die Ländlermusik grosse Verbreitung durch den Aether gefunden. Seit 1971 treffen sich die Ländlermusikanten alle vier Jahre an einem Eidgenössischen Ländlermusikfest. Sie sind organisiert im Verband Schweizer Volksmusik.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Wie man ohne Subventionen die Häuser füllt

Schon mehrmals habe ich darüber berichtet, dass die Mundart-Rapper und die Jodler so Einiges gemeinsam haben. Nicht nur, dass sie in ihren Liedern aus der eigenen Erlebenswelt (Erlebnislyrik) erzählen, neuerdings ist mir aufgefallen, dass beide sich auch vorzüglich virtuell vernetzen. Beispiel Facebook: Da hab' ich mich kürzlich als Wurzel 5-Fan eingetragen und erhalte seitdem regelmässig Einladungen zu ihren Konzerten. Diesen Freitag besuche ich übrigens - eben auf Einladung via Facebook hin - ein Konzert in Solothurn. Auch die Jodler halten damit nicht hintenan. Dank Facebook bin ich immer auf dem Laufenden, wo und wann die speziellen Konzerte stattfinden. Doch auch in der Offline-Welt machen beide effizienteste Veranstaltungswerbung. Beide kennen ihre Fans genaustens und deshalb verteilen sie ihre Flyers/Postkarten gezielt unter den Multiplikatoren. Im Nu sind die entsprechenden Anlässe gefüllt. Ohne grossen Werbeaufwand. Ich glaube, da könnten noch so Einige von den Rappern und Jodlern lernen, was effizientes und kostengünstiges Veranstaltungsmanagement ist. Doch eben: Solange (noch) die Subventionen fliessen, haben 'die Etablierten' solches nicht nötig. Ach ja, die Rapper und Jodler erhalten übrigens keine Subventionen.

PS: Man komme mir jetzt nicht damit, dass die etablierten Häuser eben "schwere Kost" für Wenige bereithalten müssten... da hätte ich dann schon Antworten.

Dienstag, 9. Juni 2009

Ganz easy zum Erfolg


Wie werden wir doch bedauert - wir Alten. Wir müssen uns mit modernster Technik abplagen, denn ohne sie geht nichts mehr. Na und?

Ein Computer beispielsweise ist lediglich ein Werkzeug. Ein sehr mächtiges Werkzeug zwar, jedoch nicht mehr. Früher war die Handhabung einer Linotype (Setzmaschine, s. Foto) auch nicht einfacher. Natürlich sind heute - Computer und Internet sei Dank - die Möglichkeiten der Selbstdarstellung und -vermarktung viel grösser geworden als einst. Dass dies nur die "Jungen" können? Quatsch. Natürlich sind die "Jungen" mit dem Ding gross geworden und das Handling bereitet ihnen wohl deshalb weniger Mühe.

Doch auch mit den heutigen Möglichkeiten braucht's halt immer noch so Einiges, um wirklich GUT zu sein. Und das bringen die wenigsten "Jungen" wie auch "Alten" auf:
Begabung, Interesse, Begeisterung, Ausdauer, Fleiss, Hingabe
Also alles Werte, die in unseren Heissluft-Zeiten wenig bis gar nicht gefragt sind, doch seit Menschengedenken Garant für hervorragende Leistungen sind. Nicht mehr und nicht weniger. Trotz Jugendwahn und "Easy-zum-Erfolg-Gurus".

PS: Dass heute viele Arbeitnehmer/innen (grässliches Wort) unter unmenschlichen/unwürdigen Arbeitsbedingungen leiden, streite ich gar nicht ab. Schuld daran sind jedoch nicht die Werkzeuge, sondern zumeist inkompetente, rückgratlose, auf Eigennutz ausgerichtete "Führungspersönlichkeiten" - auf allen Ebenen. Zu viele dunkle Gestalten tummeln sich (noch) in den Führungsetagen dieser Arbeitswelt.

PPS: Auch in der Kultur und Kunst.

Matthias Hartmann spricht Klartext

Schöner kann man es nicht ausdrücken, doch entsprechenden Widerhall - Zustimmung oder Ablehnung - gibt's dafür nicht im Schweizer-Kultur/Kunst-Kuchen:

"... Statt empirisch vorzugehen, engagiert man teure Unternehmensberater. So hatte ich bei einem anzutreten, um mir das Aktienrecht erklären zu lassen! Dieser Unternehmensberater ist das grösste Arschloch, dem ich je begegnet bin. Weil er für wahnsinnig viel Geld jemandem einen Beruf erklärt, von dem er keine Ahnung hat. Dabei ist die Sache im Grunde doch ganz einfach. Zwei Drittel des Geldes kommen am Schauspielhaus von Stadt und Kanton. Ein Drittel sind die Kasseneinnahmen; wie die zustandekommen, entscheidet einzig und allein das künstlerische Team mit dem Spielplan. Das ist das strategische Geschäft eines Theaters. Bleibt auf der Einnahmenseite für den Verwaltungsrat die Aufgabe, Sponsoren zu suchen – macht er aber nicht. Stattdessen entwickelt er nebulöse Aktivitäten. Und schmeisst zwischendurch immer wieder mal einen Direktor raus ..."

Matthias Hartmann, Interview im Tagesanzeiger
Ich habe vor Jahren Ähnliches noch etwas bodenständiger ausgedrückt:
"Das XY-Haus wird vom Stiftungsrat wie ein "Chünggeliverein" (Kaninchenzüchterverein) geführt."
Stiftungsrat wie Subventionsgeber waren "not amused".

Montag, 8. Juni 2009

Ansichten eines Zwitscherers

Zwitschern oder nicht zwitschern? Das hab' ich mich bekanntlich auch schon gefragt. Ich zwitschere also und ergötz' mich auch daran. Insbesondere die smarten E-Marketer haben's mir angetan. Was die nicht alles wissen bzw. mir verkaufen möchten. Zum Beispiel ein "Tell-a-friend"-Skript für über 70 Euronen... solches bastelten wir vor Jahren KOSTENLOS in unsere Websites ein. Wiederum ein anderer 'Experte' will mir ein WP-Plugin, auch für über 70 Euronen, aufschwatzen. Damit könne ich problemlos via RSS-Feed 'Content' auf mein Blog laden. Ich brauchte dank diesem 'genialen' Plugin nicht mehr mühsam eigene Artikel zu schreiben. Doch, doch, mein lieber Online-Profi: Genau das möchte ich.

Frau Zappadong listet im neusten Beitrag ihre eigenen Twitter-Erfahrungen auf und Bruder Bernhard macht in seinem entsprechenden Kommentar sinnigerweise auf einen wunderschönen Song aufmerksam, den ich hiermit gerne abspiele: I wasn't born to follow (The Byrds). Kleine Anmerkung dazu: Bruder Bernhard ist bekennender Nicht-Zwitscherer:

Freitag, 5. Juni 2009

Geld und Geist

Da bin ich heute ganz zufällig auf eine Website eines sonderbaren Menschen gestossen:

"... Einsicht, lautete die übereinstimmende Antwort. Einsicht in die wahre Natur von Geld und Geist. Denn, nicht wahr, es müsste doch spätestens mit der Finanzkrise die Einsicht wachsen,dass Geld eben gerade nicht "the real thing" sei, sondern ein reines Symbol und damit eindeutig zur geistigen Sphäre gehörig. Was sich nicht nur darin äussere, dass Geld grösstenteils nur noch in Form von abstrakten Computerdaten existiert. Geldkreisläufe funktionierten zudem ja nur auf der Basis von Vertrauen, dass etwas so abstraktes und damit wertloses wie Geld dereinst wieder in reale Werte umgetauscht werden könne. Die Finanzkrise sei ja genau dann richtig in Fahrt gekommen, als sich die Banken gegenseitig nicht mehr vertrauten. Knapp sei nicht Geld gewesen, sondern Vertrauen, womit doch nun wirklich dem Letzten klar geworden sei, dass die Finanzwirtschaft – wie der ganze Rest von Wirtschaft und Gesellschaft – nur dank der Leitwährung Vertrauen funktionieren könne, wofür Geld bestenfalls ein Symbol sei. Und da Vertrauen ein rein geistiger Wert sei, wäre der Wettbewerb zwischen Geld und Geist um die Rolle des bedeutsameren Werts doch nun wirklich ein für allemal entschieden ..."
Wer diese amüsante Geschichte von A bis Z lesen möchte, der klicke einfach H I E R drauf. Viel Vergnügen.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Wenn Genies aufeinandertreffen

Heute möchte ich meinen Besuchern/Besucherinnen wieder einmal ein gutes Stück Volksmusik servieren: "The Thrill is Gone" von B.B. King:



Zwei Ausnahmekönner (Gary Moore und B.B. King), die sich im Stück "leben" lassen. Dazu Bläser: Das Sax fast wie ein Bass untendurch, wunderbar tragend. Das Tenorsax ab und zu mit ihm im Wechselspiel. Ein Schlagzeug, jederzeit sicher, präzis, jedoch völlig unaufdringlich. Ein absolutes Hammerarrangement und natürlich zwei Genies an der Gitarre. Ein Jahrhundertstück.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Frau Zappadong goes lifestyle

Wenn dieses Bonmot wirklich von ihr ist... ansonsten natürlich auch gut:

Selbstreflektion: In den Spiegel gucken und sich denken “Coole Frisur heute”.
Frau Zappadong

Kuhreihen oder die Anfälligkeit der Eidgenossen fürs Heimweh

"Armaillis" (Bergbauern) Freiburger Hirten führen ihre Kühe zum Umzug des Winzerfestes in Vevey (swissalpinemusic)

Der Kuhreihen (Ranz de vaches), das ursprüngliche Eintreibelied der Alphirten, wurde bereits im frühen 16. Jahrhundert erwähnt und 1545 in den von Georg Rhau herausgegebenen Bicinien in einer zweistimmigen Instrumentalversion notiert. Legendäre Bedeutung erlangte dieser einstimmige, unbegleitete Männergesang im 18. Jahrhundert durch Jean Jacques Rousseaus Behauptung, es sei unter Todesstrafe verboten, in der Nähe von Schweizer Sodaten im Ausland einen Kuhreihen anzustimmen, weil die Heimwehschweizer zu desertieren versuchten oder erkrankten (Dictionnaire de la musique, 1768).

Aus diesem Grund wurde der Kuhreihen im 19. Jahrhundert immer mehr zum Vorführstück für Touristen. Heute lebt dieses vormals in ganz Europa berühmte schweizerische Locklied der schweizerischen Alphirten nur noch als Volkslied arrangiert weiter. Der "Ranz de vaches gruérien" von Joseph Bovet hat aber ebenso wie dessen "Le vieux chalet" die Bedeutung von Heimat, ja, für die Westschweizer gelten diese beiden Volkslieder als Nationalhymne.

La chanson de Fribourg [2'514 KB]
Dir. Pierre Kaelin: Le ranz des Vaches. (Trad. / Joseph Bovet)

Montag, 1. Juni 2009

Ho-ho-ho-oe-ho-ho-oe-ho-ho

Wer ihn schon mal gehört hat, vergisst ihn nicht so schnell: Den Alpsegen. Er ist auch unter den Begriffen Bättruef (Betruf), und, seltener, Ave Maria, bekannt. Darunter versteht man ein altes Sennengebet, das in katholischen Alpengebieten vor allem der deutschsprachigen Schweiz während des Alpsommers noch heute jeden Abend nach der Arbeit erklingt.

Ein Älpler ruft den einstimmigen, unbegleiteten Sprechgesang in einem mundartlich gefärbten Hochdeutsch durch die trichterartig vor den Mund gehaltenen Hände oder durch einen hölzernen Milchtrichter. In diesem Sprechgesang ruft der Senn nach allen vier Himmelsrichtungen die Jungfrau Maria und Heilige, die den Hirten gewogen sind, wie zum Beispiel St. Wendelin, an und bittet um Schutz für alle Lebewesen auf der Alp. Der Alpsegen lässt sich nur während des Alpsommers in den erwähnten Gebieten, nie aber bei touristischen Veranstaltungen oder Konzerten hören. Er dürfte sich aus diesem Grund in den letzten vierhundert Jahren kaum verändert haben.

Tonbeispiel: Urner Gebetsruf [704 KB]


Alter Gebetsruf, den man heute noch so hören kann:

Ho-ho-ho-oe-ho-ho-oe-ho-ho.
Ho-Lobe-ho-Lobe, nemmet all tritt in Gottes namen Lobe:
ho-Lobe nemmet all tritt in unser Lieben Frauen namen Lobe:
Jesus! Jesus! Jesus Christus,
Ave Maria, Ave Maria, Ave Maria.
Ach Lieber Herr Jesus Christ,
behut Gott allen Leib, Seel, Ehr, und Gut,
was in die Alp gehoeren thut.
Es walt Gott und unsere herz liebe Frauw;
Es walt Gott, und der heilig Sant Wendel;
Es walt Gott, und der heilig Sant Antonj;
Es walt Gott, und der heilig Sant Loy.
Ho-Lobe nemmet all Tritt in Gottes Namen Lobe

Copyright 2007- : BodeständiX

Template 'CoolingFall' by Ourblogtemplates.com