Montag, 31. August 2009

Das Weite kann man auch in der Enge finden

Es gibt für mich Texte, die mich einfach 'anspringen'. Texte, Worte, die in mir ein Echo auslösen:

"... Ja, ich gehöre hierher, in dieses Tal, in diese Berge, ich fühle die Wurzeln, hierher gehöre ich. Ein guter Gedanke, nachdem ich in den letzten Monaten immer und immer wieder lesen musste, dass gute Schweizer Autoren jene sind, die in die Ferne gehen, weil sonst der offene Horizont fehlt, den man für das Schreiben braucht. Aber der Horizont liegt im Herzen, nicht in der Ferne, das Weite kann man auch in der Enge finden und die Enge auch in der Weite ..."
Blog von Alice Gabathuler: Kreuz und Quer

Freitag, 28. August 2009

Bald ist Herbst

Donnerstag, 27. August 2009

Apropos "Schweinegrippe"

Aufgepickt im Netz:

"... Deswegen hatte ich schon den Vorschlag gemacht, den Pharmafirmen die Staatsknete so zu überweisen, ohne Gegen"leistung" - wie man es bei den Banken oder den Hedgefonds immer macht ..."

Dienstag, 25. August 2009

Falls Nationalstaaten uns demnächst um die Ohren fliegen

"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen."

Arthur Schopenhauer

aeschbacher x solo

Foto: Peter Moser-Kamm

Wer ihn schon einmal "live" erleben durfte, um den ist's meistens geschehen. Seine Musik verzaubert, lässt einen nicht mehr selbstgefällig ruhen. Die Rede ist von Werner Aeschbacher, dem Unscheinbaren und gerade deshalb: Genialen. Werner Aeschbacher ist keiner, der laut behaupten würde; er ist eher ein Abschwächer, der Bauernsohn aus Eggiwil im Emmental mit seinem Örgeli.

Seine Musik ist beseelt; sie führt mich zurück in eine Schweiz, die es so nicht mehr gibt. Es ist mir die Schweiz, wie ich sie als Kind so liebte. Weniger die 'heroischen' Geschichten, die mir mein Vater, später die Lehrerschaft, erzählten. Ich meinte, als Kind die Melodie der Schweiz zu kennen. Immer ein bisschen in Moll und mit Melancholie unterlegt. Meist leise, jedoch umso eindringlicher. Als würden mich unsichtbare Wesen auf den wahren Kern des Hierseins zuführen. Nicht nur Gemütlichkeit, sondern auch Sehnsucht, Aufbruch, Abschied.

Diese beseelte Musik von 'Vater Aeschbacher' kann mich für Augenblicke eintauchen lassen ins damals kindlich tiefe Empfinden.

Werner Aeschbacher hat kürzlich sein erstes Solo-Album eingespielt. Das Alleinsein verleiht ihm Flügel, auf "aeschbacher x solo" multipliziert er gleichsam die eigenen Fertigkeiten.

Ja, ich höre ihm gerne zu. Dem Werner. Fürs Leben gern.



CD: aeschbacher x solo, www.narrenschiff-label.ch
Plattentaufe am Sonntag, 6. September 2009, 20 Uhr, Mühle Hunziken, ab 20 Uhr
Kontakt: www.aeschbacher.li und www.roehrenderhirsch.ch

Montag, 24. August 2009

Gute Nacht Schweiz


Unser allerseits geschätzter Herr Merz, seines Zeichen Finanzminister und Bundespräsident, weibelt seit der Genesung von seiner Herzattacke, justement erlitten während des drohenden weltweiten Finanzkollapses, eilfertig vermittelnd zwischen (wer weiss das schon genau) und der Schweiz. Jüngst buckelte er in Libyen. Der Bundesrat und die einheimische Presse sind 'not amused'. Diese ganze Libyengeschichte ist für mich äusserst seltsam. Mehr noch: Sie stinkt mir zum Himmel.

Vordergründig geht's zwar um den bösen Sohn des noch böseren Ghadaffi. Doch das alleine kann's nicht sein. Hat's vielleicht mit Erdöl zu tun? Libyen ist ja unser Hauptlieferant für Erdöl. Tamoil mit ihren über 300 Tankstellen in der Schweiz und deren Erdölraffinierie im Wallis - die einzige in der Schweiz - werden vom Ghadaffi-Clan kontrolliert. Dann wäre ja auch noch die Frage zu klären, wer damals (so anfangs 90er Jahre) diese Verträge mit Libyen eingefädelt hat (und sicher tüchtig abkassiert hat bzw. immer noch mitkassieren wird), die die Schweiz in eine solche Abhängigkeit gebracht haben - und sie offenbar (man nimmt's staunend zur Kenntnis) erpressbar machen. In anderen Ländern wären wohl solche Abhängigkeiten von nationalem Interesse. Wir SchweizerInnen hören lediglich Gutenacht-Geschichten. Gute Nacht? Gute Nacht Schweiz!

Samstag, 22. August 2009

Die Dinger beim Namen nennen

Foto geliehen von: MINISTRO VERDE

Meine 'Einschaltquoten' hier auf BodeständiX sinken seit längerer Zeit bedenklich. Meine gewählte Strategie, nur noch 'Nettes', jedoch mit hintergründiger Botschaft, zu veröffentlichen, hat wohl nicht ganz funktioniert. Dann muss ich wohl oder übel den Zweihänder wieder aus der Mottenkiste herausholen und die Dinge beim Namen nennen. Auch hier wird nett um den heissen Brei geredet und keinem Menschen will auffallen, welche Spielchen in der 'freien' Marktwirtschaft laufen: Die genau gleichen, wie in der Drögeler-Szene. Anfixen, anfixen und nochmals anfixen. Die Hemmschwelle (bzw. das Alter der Opfer) sinkt immer weiter, weil das Hamsterrad (das System) es so will. Nein: Erfordert.

Also, meine lieben BlogleserInnen: Demnächst gibt's wieder Beiträge gaaaanz scharf gewürzt. Hier auf BodeständiX. Punkt.

Donnerstag, 20. August 2009

Hausfrau Hannas Sommerunterhaltung

Es ist ein schöner, warmer Sommerabend. Hausfrau Hanna setzt sich mit einem Krimi aus dem kühlen Norden auf den Balkon. Sie macht es sich bequem, schlägt das Buch beim Eselsohr auf, das sie als Buchzeichen am Tag zuvor hineingefaltet hat und beginnt zu lesen:

„Nils Kant hat sein Gewehr auf die beiden deutschen Soldaten gerichtet, den Finger am Abzug. Der Wind, das Vogelgezwitscher und alle anderen Geräusche der Alvar sind verstummt.“ ....
Irgendetwas ist zu hören. Irritiert legt Hanna das Buch zur Seite und sieht, wie der Wind durch die Blätter des riesigen Ahorns rauscht. Aber es ist nicht dieses Geräusch, das sie aus der Fassung bringt. Es ist ein stetes dumpfes, gleichmässiges Dröhnen, das sich wie ein Teppich über den Gärten ausbreitet. Hanna echauffiert sich: „Was ist denn jetzt wieder los! Kann man nicht e i n m a l draussen sitzen, ohne dass man belästigt wird. Heute hat es nach einem ruhigen Abend ausgesehen. Für einmal ohne Festzelt! Ohne Geburtstagsparty! Ohne Rauchschwaden von Grillfeuern, die alles einnebeln! Und ohne Spassmacher, die sämtliche Anwohner mit ihren Witzen unterhalten! Jetzt beginnt doch tatsächlich eine Band in irgendeinem Keller ihr neues Musikprogramm zu üben. Wenn die Ausdauer hat, dauert das Stunden.“

Plötzlich ertönt eine ganz andere Musik. Eine Geige überstrahlt den wummernden Klangteppich mit ihrem klaren, reinen und schönen Ton. Hanna erkennt, dass es Bach ist. Irgendein Musikliebhaber hat seine Anlage aufgedreht. Eine Stunde dauert diese Musikmeditation, und sie versetzt Hanna in eine ruhige, friedliche und heitere Stimmung.

„Schade, dass schon Schluss ist. Ich hätte noch stundenlang weiterhören können“, denkt Hanna. „Wahrscheinlich ist der unbekannte Musikfreund ein anständiger, rücksichtsvoller Mensch. Ich nicht!“
Und so geht Hanna ins Wohnzimmer zur Musikanlage. Legt eine CD von Bach ein. Dann ertönt Angela Hewitts Interpretation des ‚Wohltemperierten Klaviers’ durch die weit geöffneten Fenster und Balkontüren und schallt in den Hinterhof hinaus.

Hausfrau Hannas Hinterhofmusik:



Hausfrau Hannas Hinterhof-Krimi: Öland von Johan Theorin

Mittwoch, 19. August 2009

So spendet Segen noch immer die Hand

Die Birnen hängen jetzt so schön knusprig an den Bäumen. Da gelüstet es mich, das herrliche Gedicht von Theodor Fontane, 1819-1898 - hier optisch und akustisch aufbereitet vom Deutschrocker Achim Reichel - auszugraben:



Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit,
Und die Birnen leuchteten weit und breit,

Da stopfte, wenn’s Mittag vom Thurme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: „Junge, wist’ ne Beer?“
Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb’ ne Birn.“

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit,
Da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit in’s Grab.“
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner, mit Feiergesicht
Sangen „Jesus meine Zuversicht“
Und die Kinder klagten, das Herze schwer,
„He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?“

So klagten die Kinder. Das war nicht recht,
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht,
Der  neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt,
Aber der  alte, vorahnend schon
Und voll Misstraun gegen den eigenen Sohn,
Der wusste genau, was damals er that,
Als um eine Birn’ in’s Grab er bat,
Und im dritten Jahr, aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprössling sprosst heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung’ über’n Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: „wiste ne Beer?“
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew’ Di ’ne Birn.“

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Montag, 17. August 2009

Miststock, gezöpfelt


Fundstück im Internet:
miststock, gezöpfelt
in meiner jugend hab ich (fünfzigerjahre, als elvis the pelvis grad die schwarze musik auf weiss umschockierte, den blues für die weissen halbwegs hingebastelt hatte), mit der familie im auto überland fahrend, ab und zu noch gezöpfelte miststöcke gesehen. diese visuelle verschönerung am riechbaren ist eine wunderbar wirksame sinnestäuschung. er, der miststock, der kackhaufen, stinkt nicht mehr, sondern sieht schön aus.
Quelle: subjective encyclopedia
Tatsächlich: Es gibt sie nicht mehr, diese saftig duftenden, liebevoll gezöpfelten Miststöcke. Schade.

Revoluzzer vom Dienst: Badhansekarli II

Eine eifrige Blogleserin hat mich auf ein weiteres Episödchen des legendären 'Badhansekarli' aufmerksam gemacht. Sie hat es der 'Oberdörfer Heimatkunde' entnommen. Hier in den träfen Worten des langjährigen Dorfchronisten Walter.F. Meyer (1930-2008) wiedergegeben:

'Badhansekarli soll 'bevogtet' werden

Kuschte der Karli , der markante Revoluzzer vom Dienst, auch nur ein einziges Mal vor den 'Höchen' dieser Erde? Nicht einmal damals, als ihn diese 'bevogten' wollten, weil er - zum Ärger der viehtränkenden Bauern - jeden Morgen am Hintergassbrunnen seinen - pardon - Nachthafen schrubbte:

Mit einem herzhaften: "Machet ass dr zum Teufel chömmed, dir Fotzelhünd, i schwänk my Potschamber wonich will!" schickte er die arg erschrockenen Gemeinderäte in die Wüste.

Bevogten = bevormunden, verbeiständen
Potschamber = pot de chambre (Nachthafen)

Sonntag, 16. August 2009

Die Würze in der gesellschaftlichen Suppe: Dorforiginale

Gestern war wieder so eine wunderbare Nacht; der tiefschwarze Himmel ganz mit Sternen übersät. Richtig romantisch. Das nahmen wir (meine Ehefrau und ich) zum Anlass, gemütlich im Garten ums Feuer zu höckeln und zu 'brichten' (erzählen). Dann kamen auch noch die Nachbarn, angelockt durchs Feuerlein, zu uns in die traute Runde. Wir kamen auf die sog. 'Dorforiginale' zu sprechen. Auch hier in Utzenstorf, wie sicher in jedem Dorf weltweit, gab es sie. Die knorrigen 'Originale', die sich einen Deut um die öffentliche Meinung scherten, hatten meist eine liebenswürdige Macke, die sie einzigartig machte. Wir fragten uns, ob es sie wohl noch geben mag? Möglicherweise seien sie wohl endgültig ausgestorben, weil unsere Zeit eben lieber den stromlinienförmigen, mainstreamigen Menschen bevorzuge. Als Einwohner wie als Arbeitssklave.

Ich selbst erinnere mich gerne an ein urwüchsiges Dorforiginal. Allgemein war er nur unter seinem Dorfnamen 'Badhansekarli' bekannt. Er war Junggeselle, wohnte in einem ehemaligen Bauernhaus, das ihm gehörte. 'Badhansekarli' war ein richtiges Sammeltierchen (korrekt: Messie-Syndrom). Das ganze Haus zeugte von seiner Leidenschaft. So konnte er sein Bett nicht mehr zum Schlafen benützen. Er schlief einfach sitzend am Küchentisch, wo er sich extra ein kleines Plätzchen dafür ausgespart hatte.

Ich hätte da einige Müsterchen über ihn zu erzählen. Das würde jedoch den Rahmen dieses Blogs sprengen. Deshalb werde ich nun auf eine Episode aus seinem Leben zurückgreifen, die exemplarisch für seine pfiffig-brummige Art gewesen ist.

Der 'Badhansekarli' war stolzer Besitzer eines Rebstückes an einem sonnig-südlichen Hang in meinem Heimatdorf. Er teilte seine Leidenschaft mit einigen anderen Hobbywinzern, die sich in einer Genossenschaft zusammengetan hatten, um mit geeinten Kräften ein süffiges Tröpfchen herzustellen, was ihnen übrigens in der Zwischenzeit auch bestens gelungen ist: Himmellüpfer.

Nach einem katastrophalen Frühling und einem noch katastrophaleren Sommer hingen die Winzerwolken ganz tief, denn es war einfach auszumachen, dass es heuer keine Traubenernte geben würde. Nur einer stimmte nicht in den allgemeinen Jammerchor mit ein: Unser 'Badhansekarli'. Klammheimlich bestellte er nämlich im Tessin kistchenweise köstliche Trauben, die er dann über Nacht (Samstag auf Sonntag) an seine Rebstöcke hängte. War das eine Sensation! Die sonntäglichen Spaziergänger trauten ihren Augen nicht. Wie ein Lauffeuer ging's durch's Dorf: "Dem 'Badhansekarli' sind über Nacht Trauben gewachsen!"


Die Oberdörfer-Rebbauern anno 1961. Dritter von links (mit Hut): 'Badhansekarli' (Foto: Weinbauverein Dielenberg Oberdorf BL)

Mittwoch, 12. August 2009

Das Willi-Weise-Projekt

Meine deutschen BlogleserInnen möchte ich auf ein Projekt aufmerksam machen, das eine grosse Unterstützung verdient. Lest einfach mal diese drei kernigen Aussagen und klickt Euch dann weiter unten auf die Website dieses Projekts:

  1. Die Phase eines kontinuierlichen Wachstums ist vorbei...
    Es folgt eine harte Phase des Abbaus von Produktionskapazitäten.
  2. Der Finanzsektor und das Bankenwesen sind so, wie sie jetzt konstruiert sind, auch mit teuren staatlichen Eingriffen nicht zu retten; an die Schulden gar nicht zu denken.
  3. Die meisten Bürger - inzwischen auch der Mittelstand - gehören zu den Verlierern.
    Sie sind es, die eine Lobby brauchen...

Hier geht es weiter...

Dienstag, 11. August 2009

Hausfrau Hannah wird Beraterin

Wie jeden Morgen sitzt Hausfrau Hanna gemütlich am Küchentisch. Sie trinkt Kaffee, isst ihre Portion Müesli und liest die Tageszeitung. Auf Seite 2 unter der Rubrik ‚die gute nachricht’ springt ihr folgende fettgedruckte Zeile ins Auge:

Online zum Psychotherapeuten

Hanna macht sich ihre Gedanken: Das Ganze erscheint ihr nämlich sehr nah bei einem telefonischen Gesprächsangebot, das nur Männer benutzen (Hanna nennt das Angebot absichtlich nicht mit Namen, um BodeständiX gewisse Googlewerbung zu ersparen…).

Sie brummelt, die letzten Müesliflöckli kauend, vor sich hin: „Was für eine abseitige Idee! Da muss es einem Berufsstand aber sehr schlecht gehen, wenn er zu solch drastischen Mitteln greift und per Netz seine Sitzungsarten anbietet.“

Hanna liest weiter und findet plötzlich Gefallen an der online-Therapie. Ihre normalerweise schmalen Augen werden gross und rund, und sie staunt:

„Oh! Günstige 95 Franken kostet ein halbes Stündchen Mail-Psychotherapie und der etwas persönlichere Kontakt am Telefon oder beim Chat kostet gleichviel, dauert jedoch nur 25 Minütchen. Das wäre doch etwas für mich! Leichter und schneller kann ich Geld nicht verdienen…“

Hanna wird nachdenklich: „Die Welt ist zwar kompliziert. Aber ich könnte sie einfach erklären!“
Und plötzlich nimmt das herausforderndste Projekt, das sie je gehabt hat, Gestalt an:

Hausfrau Hanna fühlt sich geboren als online-Beraterin!
Was Psychologen besitzen, besitzt Hanna auch:
Eine Couch und einen Laptop.
Was Psychologen können, kann Hanna erst recht:
Denken. Fühlen. Intuieren. Formulieren.
Zudem hat Hanna - neben ihrem Hauptberuf als Hausfrau - noch ein Patent und zwei Diplome in der Schublade und sie hat etwas, was Psychologen häufig abgeht:
Humor!


PS. Und da Hanna die Konkurrenz nicht scheut, fügt sie den Link zur online-Psychotherapie gleich selbst an:
www.psy-help-online.ch

Raus aus der Verdummungskiste!

Aufklärung
ist der Ausgang des Menschen aus seiner
selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so grosser Teil der Menschen (...) gerne zeitlebens unmündig bleiben, und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.

Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Montag, 10. August 2009

Kulturminister zum Einrahmen

Mit grossem Erstaunen habe ich heute folgende Meldung der Tagespresse entnommen:

Marco Solari, der Präsident des Filmfestivals Locarno, hat dem scheidenden Kulturminister Pascal Couchepin einen Goldenen Leoparden mit auf den Weg gegeben. Eine Premiere, denn bislang erhielten nur Filmschaffende solche Statuen.

Solari habe mit dieser Geste den Einsatz des Kulturministers zu Gunsten des Filmfestivals von Locarno würdigen wollen, bestätigte Festivalsprecherin Jenny Billeter auf Anfrage der SDA entsprechende Medienberichte. Dass Solari viel von Couchepin hält, war bekannt. Als «Kulturminister zum Einrahmen» hatte er ihn schon bezeichnet.
Quelle: sda
Das erinnert mich an eine pompöse Kulturpreisverleihung in meinem Heimatkanton vor einigen Jahren. Der damalige Regierungsrat, zuständig u.a. auch für die Kultur im Kanton, schlug als Kulturpreisträger den damaligen Stiftungspräsidenten des Roten Kreuzes (Vater einer heute bekannten Politikerin) vor. Die Kulturschaffenden rieben sich verwundert die Augen, hielten jedoch aus verständlichen Gründen ihren Mund. Anmerkung: Der angesprochene Regierungsrat schaffte es dann leider nicht, im Ruhestand ein anständiges Pöstchen im Roten Kreuz zu ergattern. Undank ist der Welten Lohn.

Was erhofft sich wohl Herr Solari mit dieser Preisverleihung an den inexistenten Kulturminister Couchepin?

Man darf ja noch fragen.

Mittwoch, 5. August 2009

Eine, die nie sei, neide nie

Er bezeichnet sich schlicht als "Volkskünstler": Anton Bruhin, der Alleskönner unter den Künstlern. Maler, Musiker und Dichter, Plastiker, Photograph und Computerkünstler. Ein Meister des Spiegelgedichts (Palindrom) und der Maultrommel.

Bruhin ist ganz nach meinem Geschmack: Ein Künstler, der sich lustvoll zwischen Tradition und Experiment bewegt. Unaufgeregt, ohne fördertaugliches Herumposaunen.

Hier noch eine Rarität. Sein abgöttisch komisches "Liebeslied" (kultverdächtig!), welches er anno 1970 auf seiner ersten LP "Von Goldabfischer" veröffentlichte:

Dienstag, 4. August 2009

Ich bin okay, Du bist okay!

Was bin ich doch für ein cleveres Bürschchen gewesen. Man schaue nur auf meine rechte Hand. Da hab' ich  den Erwachsenen per Fingerzeig mitgeteilt, dass ich okay bin. Oder gibt's wohl noch andere Deutungen?

Copyright 2007- : BodeständiX

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