Meine Moralinsäure möchte ich jedoch nicht einseitig über das Haupt des 76jährigen Filmemachers versprühen. Mich interessiert auch, was die smarten Filmfestival-MacherInnen zu dieser verunglückten Geschichte sagen. Immerhin haben sie diesen Herrn eingeladen, um ihn gross zu ehren. Man schmückt sich halt gerne mit Prominenz. Das gibt fette Schlagzeilen und ebensolche Sponsoringbeiträge fürs nächste Festival.
Soviel mir bekannt ist, Irrtum ausgeschlossen, haben die noch kein Sterbenswörtchen zur Polanski-Affäre verlauten lassen. Die haben wohl panische Angst davor, irgend eine Geldmaschine zu brüskieren. Wieder ein typisches Zeichen menschlicher Unreife, anzutreffen bei stromlinienförmigen Machern, welche nur Marketing im Kopf haben. Ich muss konstatieren: Von Kultur keine Spur.
Die letzte Kartoffel haben wir gestern ausgegraben. Die Kartoffelernte ist vorbei. Ganze drei Wochen hat sie gedauert. Prächtiges Wetter hat dazu geführt, dass es diesmal nicht so eine Plackerei gewesen ist.
Die diesjährige Kartoffelernte lässt mich ein bisschen ins Sinnieren kommen. Die Kartoffelkinder purzelten in grosser Anzahl aus dem Boden. Es war eine durchaus ergiebige Ernte. Doch das nimmt heute kaum jemand noch zur Kenntnis. Wer interessiert sich noch dafür, ob die Ernte der Bauern gut ausgefallen ist? Unseren Bedarf decken wir bekanntlich bei den Grossverteilern, vielleicht hie und da noch im Bio-Lädeli. Den Prozess der Aussaat, des Wachsens und Reifens und der abschliessenden Ernte haben wir aus unseren Augen verloren und deshalb macht dieser Zyklus uns auch keinen Sinn mehr. Verständnislos nehmen wir zur Kenntnis, dass in den ländlichen Gegenden noch eine "Sichlete" - eine Art Erntedankfest - gefeiert wird. Doch auch hier deckt wohl der Alkoholpegel den Sinn dieses Festes zu. Das Dankeschön nämlich an Mutter Natur, die uns wiederum für ein weiteres Jahr die Kammern gefüllt hat.
Ich selber habe wieder staunen gelernt: Eine Kartoffel kann uns viele, viele neue Kartoffeln schenken. Mutter Natur gibt überaus freigiebig. Es kann also nicht sein, dass wir in einer so begrenzten Ressourcen-Welt leben müssen. Eher stimmt das Gegenteil: Die Natur lehrt uns Fülle, und wie wir diese Fülle klug für naturbedingte Nichtfülle zu verwenden haben.
Geniessen wir den Herbst (das Einbringen), um dann die kommende ruhende Zeit für unsere Regeneration zu nützen. Leider sind das wohl nur Wunschträume. Wir Menschen MÜSSEN ja auch im Winter säen und ernten. So will es unser gefrässiges System. Es kennt keine Ruhetage. Nur ein VORWÄRTS, ein AUFWÄRTS. Doch "unter einem dünnen Apfelhäutchen brodelt das Chaos." (Nietzsche)
Ein herzliches Dankeschön meinen Besuchern, meinen Blog-Verlinkern (Foto: pixdaus.com)
Ich möchte diese Woche einmal mit einem herzlichen Dankeschön beginnen. Regelmässig konsultiere ich nämlich meine Besucherzahlen und da hat sich in letzter Zeit Erfreuliches ereignet: Dümpelte ich die ersten beiden Bloggerjahre noch mit durchschnittlich 30 bis 40 Besuchern dahin, konnte ich die Zahlen danach auf über 50 stabilisieren und seit letzter Zeit habe ich plötzlich täglich mindestens 120 bis 150 Besucher. Das ist natürlich im Vegleich zu anderen Blogs immer noch herzlich wenig. Ich jedoch freue mich darüber, denn mehr als 100 Besucher lesen täglich also meine Beiträge, schütteln ab und zu verständnislos den Kopf oder gehen sogar mit mir bzw. meiner etwas anderen Weltsicht konform. Zu diesem Aufschwung haben v.a. auch die Blogs, die mich brav verlinken, beigetragen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei diesen Blogautorinnen und -autoren ganz herzlich bedanken. Und ganz speziell auch bei Hausfrau Hanna, die mich bei Hängern zum Weiterschreiben ermutigt und mit ihren eigenen Beiträgen viel zur Wertsteigerung von BodeständiX beigetragen hat.
Es ist also überaus wichtig, sein Blog gut verlinkt zu wissen. Jetzt träum' ich von einem auflagenstarken Blog, der mich verlinkt und mich mit weiteren Besuchern belohnt, damit ich die Zweihunderter-Grenze mit BodeständiX bravourös durchstossen kann.
Manchmal wundere ich mich über die Naivität einiger unserer "Volksvertreter/innen". Die glauben doch tatsächlich, dass sie etwas bewirken können. Gut, das sind in der Regel Hinterbänkler. Gott möge sie schützen und behüten. Doch zurück zum Eigentlichen. Da schreibt doch ein lieber Sozi-Nationalrat (ich mag ihn gut und hab' mit ihm auch schon erfolglos einen Regierungsratskandidat promotet) anfangs letzter Woche hoffnungsvoll für die Wahlen in Deutschland:
Ich hoffe auf 35% SPD-Anteil
Ich habe ihm dann wie folgt zurückgemorst:
Es wird "Schwarz-Gelb" geben. Es geht jetzt um die Verstaatlichung der Banken. Das müssen die Rechten richten. Wie damals die Linken den Sozialabbau richten mussten. Das ist hohe Politik vom Feinsten, meint ein desillusionierter Beobachter der Politszene.
Die glauben doch tatsächlich noch an den Weihnachtsmann. Nicht nur Wahlergebnisse werden gemacht, ALLES, was im Hamsterrad sich dreht, wird gemacht.
Ich brauche für meine Prognosen in keinem Kaffeesatz mehr zu lesen. Wer nämlich die Denke der Hintertanen einmal verstanden hat, braucht nicht mehr die Sterne deuten zu können. Obwohl ich auch das könnte...
Mich würde brennend interessieren, was meine LeserInnen zur Lichtfigur Obama HEUTE so meinen. Ich alter Skeptiker habe ihm ja zur Wahl den sinnigen Mackie-Messer-Vierzeiler gewidmet:
Denn die einen sind im Dunkeln Und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte Die im Dunkeln sieht man nicht.
Er redet vortrefflich und handelt... im Sinne seiner "Gönner" (die im Dunkeln). Scheinbar wird er derzeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten von den beschränkten Bewohnern sogar in Lobliedern besungen und die Mainstreammedien stellen jede Kritik an seiner Person als Rassismus hin. So wurde es mir jedenfalls kolportiert. Weiss da jemand mehr?
Wir SchweizerInnen haben es da eindeutig besser. Wir wissen um die Unfähigkeit unseres Bundesrates. Wir sind jedoch äusserst nachsichtig mit ihm, weil wir es schon selber richten werden, wenn's wirklich darauf ankommt. Oder bin ich jetzt wieder einem Mythos aufgesessen?
Wer erinnert sich noch an Ralph McTell's "Streets of London"? Diesen melancholischen Song, den wir als Teenager so gerne auflegten, - den Sinn damals nicht ganz erfassten? Und heute?
Streets of London
Have you seen the old man
In the closed-down market
Kicking up the paper,
with his worn out shoes?
In his eyes you see no pride
And held loosely at his side
Yesterday's paper telling yesterday's news
So how can you tell me you're lonely,
And say for you that the sun don't shine?
Let me take you by the hand and lead you through the streets of London
I'll show you something to make you change your mind
Have you seen the old girl
Who walks the streets of London
Dirt in her hair and her clothes in rags?
She's no time for talking,
She just keeps right on walking
Carrying her home in two carrier bags.
In the all night cafe
At a quarter past eleven,
Same old man is sitting there on his own
Looking at the world
Over the rim of his tea-cup,
Each tea last an hour
Then he wanders home alone
And have you seen the old man
Outside the seaman's mission
Memory fading with
The medal ribbons that he wears.
In our winter city,
The rain cries a little pity
For one more forgotten hero
And a world that doesn't care
Da ist mir letzthin ein äusserst seltsamer Kauz in Form eines Buches begegnet: Thomas Troward,1847-1916. Scheinbar war er einer der bedeutendsten Autoren seiner Zeit. Seine Schriften sind allerdings keine leichte Lektüre. Seine Zeilen wollen langsam und bewusst aufgenommen werden:
Nicht Geld, sondern die Vernarrtheit in Geld, ist die Wurzel allen Übels.
Geld ist ein Diener und ein hervorragender obendrein, es ist jedoch ein fürchterlicher Meister. Jemand ist dann in Geld vernarrt, wenn er zugelassen hat, dass es sein Meister geworden ist.
Das Bewusstsein der Fülle ist eine Geisteshaltung, welche das Gegenteil der Vernarrtheit in Geld um des Geldes willen darstellt. Eine solche Geisteshaltung glaubt nicht an Geld. Eine solche Geisteshaltung glaubt an das grosszügige Gefühl, das die intuitive Anerkennung des grossen Gesetzes des Kreislaufs darstellt, wonach die erste Frage nicht lautet: "Was bringt mir das?", sondern vielmehr: "Wie viel kann ich damit anfangen?" (How much am I going to do by it?)
Indem wir dies zu unserer Kernfrage machen, wird das Empfangen einen Überfluss, eine Spontaneität und Stimmigkeit annehmen, die dann fehlen, wenn unser erster Gedanke einzig und allein auf das Kriegen ausgerichtet ist.
Kürzlich führte ich einen kleineren Disput mit einer Anwärterin fürs Kulturministerium auf Facebook. Es ging, wie könnte es anders sein, um Kultur, beziehungsweise, was Kultur nicht sein kann. Da schaltete sich ein kulturbefliessener Herr ein und putzte mich ziemlich arrogant runter. Sie wüssten denn schon, was Kultur sei. Sie beriefen sich nämlich auf die Unesco-Definition. Wer immer er auch unter SIE meinte, dieser Herr hat's nicht begriffen. Er plappert lediglich daher, was andere ihm vorgebetet haben, gleich den Förderkraten, die sich begierig auf solche Papiertiger stürzen müssen mangels eigenen Denkens. Deshalb halte ich die heutige Zeit auch für völlig kulturlos. Trotz vieler professioneller Kulturschaffenden, welche jedoch nur das produzieren, was die Förderkratie fördert bzw. fordert.
Da halte ich es schon lieber mit Titus, der in einem Kommentar zu einem Zappadong-Beitrag meinte, dass er zwar kein Kulturschaffender "im klassischen Sinne" (!) sei, er jedoch meine, dass wir ALLE etwas zu unserer gesellschaftlichen Kultur beitragen würden.
Oder etwa auch Bruder Bernhard, der die Notwendigkeit zum Glücklichsein kultiviert. Oder eben Bodeständix, der weiss, dass es mit unserer staatlich geförderten Kultur nicht weit her ist. Kulturministerin hin, Kulturminister her.
PS: In eine ähnliche Richtung deutet der heutige Blogbeitrag von unkultur. Lesenswert!
Nächstens feiern wir den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag. Es ist der älteste nationale Feiertag unseres Bundesstaates und gleichzeitig ein ökumenischer kirchlicher Feiertag; Ostern, Karfreitag, Pfingsten und Weihnachten gleichgestellt. Er erinnert uns an Moses, der sein Volk vom Tanz um das goldene Kalb abhielt und zur Annahme der zehn Gebote führte. Diese Umkehr des gottvergessenen Volkes, hin zu den Gesetzen Gottes ist das Grundmotiv des Bettages.
Wer meine Beiträge bisher gelesen hat, weiss, dass es mir bei allen volkskulturellen Überlieferungen – auch den Dank-, Buss- und Bettag möchte ich in diesem Kontext gewertet wissen – mehr darum geht, dem möglichen Gehalt, dem Sinn hinter der Form nachzuspüren. Dazu reicht wissenschaftliches Denken allerdings nicht aus. Dazu ist ein weiteres Organ vonnöten, das jedoch während der langen Zeit des Nur-Wissen-Sich-Aneignens immer mehr verkümmert. Dieses Organ erhält heute seine Bedeutung höchstens noch als Blutpumpe und erheischt seine Aufmerksamkeit dadurch, wenn es zu kollabieren droht. Ja, es wäre unser Herz, das Wissen lebendig macht.
Doch zurück zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag, dessen Begehung in unseren Landeskirchen sein etwas kümmerliches Dasein fristet, weil die meisten Pfarrherren wohl studierte Theologen sind, doch äusserst selten Seelsorger.
Mit der Dankbarkeit ist es in der Schweiz nicht mehr so weit her. Wir fordern lieber und strafen (büssen) die Anderen mit Verachtung, wenn sie unsere Forderungen nicht erfüllen mögen. Auch das Geben (Gebet) liegt uns nicht und bereits Gottfried Keller warnte einst uns Schweizer davor, sich auf dem Lorbeer auszuruhen, den uns andere spenden.
Wir Schweizer haben das Nehmen zur Meisterschaft gebracht, müssen jedoch verdrängen, dass vor dem Nehmen das Geben steht. Doch es waltet ein natürliches Gesetz des Ausgleichs und es kommt die Zeit, wo uns für die Bezahlung nicht mehr Aufschub geleistet wird.
Das also ist aktuell des Schweizers gelebter Dank-, Buss- und Bettag und es möge halt jeder für sich entscheiden, wie er es damit hält. Ob sich für ihn Dankbarkeit überhaupt lohnt, das Büssen ein längst überholtes Relikt einfältiger Mönchsmoral ist und er das Gebet lediglich den frommen Soldaten der Heilsarmee zugesteht.
Mit der Dankbarkeit wie auch mit dem Gebet habe ich mich persönlich ausgesöhnt. Sie machen mir heute Sinn. Doch mit dem Begriff "Busse" stehe ich nach wie vor auf Kriegsfuss. In der religiösen Interpretation bedeutet es die Umkehr des Menschen zu Gott, von dem er sich durch die Sünde entfernt hat. Genau da liegt für mich der Hase im Pfeffer. Dieser biblischen Urschulds-Geschichte kann ich nur wenig abgewinnen.
Wie wäre es jedoch, wenn ich dieses "Busse tun", diese Umkehr, in einem etwas anderen Lichte betrachten würde? Fernab aller päpstlichen, priesterlichen und pfarrherrlichen Machtgelüste? Wenn ich anstelle der religiösen Umkehr einfach meine aufrichtige Reue für alles Negative der Vergangenheit - meine nicht so netten Taten, Gedanken und Worte - setzen und gleichzeitig für meine Zukunft den festen Entschluss fassen würde, nicht wieder diesbezüglich zu versagen? Meine Zukunft so zu gestalten, dass sie keine Makel mehr aufweist, und zwar nicht bloss in meinen Taten, sondern ebenso in meinen Worten und Gedanken?
Das nenn' ich eben die 3 verflixten Dinger (Moral, Ethik und Spiritualität), die, hätte man sie, einen solchen Spruch unmöglich machen würden:
«Denn in der Bibel steht geschrieben, du sollst deine Feinde lieben, damit ist gemeint der Schnupftabak und nicht das gottverdammte Jugopack» Beitrag: "Ist die Jodlerszene rassistisch?
Daraus spricht höchste Menschenverachtung. Mehr noch: Menschenhass. Da können diese Jodler noch so urchig zäuerln, sie haben nichts begriffen. Die spirituelle Kraft eines Zäuerli hat sie nicht verwandeln können. Andächtig auf der Bühne; dumm, ignorant und böse im Alltag.
Das sind doch genau diese altmodischen drei Dinger, die wir für unser FORT-Kommen nicht brauchen können. Wir sind doch FORT-schrittliche Geister.
Ich habe kürzlich folgenden Satz für mich entdeckt:
"Eine Seele steigt für siebzig oder achtzig Jahre von ihrem himmlischen Platz auf die Erde herunter, nur mit dem Ziel, einem Anderen etwas Gutes zu tun."
Doch eben: Ohne diese drei verflixten Dinger kann ich wohl schwerlich einem/einer Anderen etwas Gutes tun. Ohne die drei verflixten Dinger kann ich nicht wissen, was "etwas Gutes" ist...
Einer der ganz, ganz wenigen Schweizer Künstler, der diese Auszeichnung auch wirklich verdiente, ahnte wie einst Goethe, wohin der vorgespurte Weg uns führen wird. Für einmal kleidete er's nicht in Worte:
Friedrich Dürrenmatt: Turmbau I Turmbau I bis VI Turm zu Babel, fast vollendet
oder andersrum kommentiert (aus dem "Gelben Forum" stibitzt):
... und eine Dürrenmatt'sche Groteske vom Feinsten, dass genau die, die ein G.O. (Abbruch des Kettenbriefs) fürchten wie der Teufel das Weihwasser, ihn selber verursachen, indem sie (mittlerweile seit Jahrzehnten) jedesmal freudig applaudieren, wenn mit einer weiteren Bailout-Runde auf Kosten der Kinder dem babylonischen Turm ein weiteres Stockwerk hinzugefügt wird. Welches Kind hat solche Väter verdient?
Dürrenmatt hat sich köstlich amüsiert, ob dieses hominiden Wahnsinns. Das ist wohl auch das beste, was man aus der "Situation" machen kann.
Jetzt ist er also friedlich an seinem Büropult eingeschlafen - für immer. Unser redseliger a/Nationalrat und a/Brigadier Ernst Mühlemann. Erst noch am 10. September hat er der Schweizer Presse vollmundig neue Details zur Libyen-Affäre enthüllt. Der stramme Rechtsaussen Jörg Haider habe im Sommer 2008 Qadhafi getroffen, um eine Lösung im Streit mit der Schweiz zu erzielen. Und der Jörg ist dann halt am 11. Oktober 2008 gestorben und unser Ernst am 11. September. Knapp ein Jahr später.
Ich bin wirklich froh über meine etwas begrenzte Intelligenz. Sie lässt mich ruhig schlafen. Deshalb ist mir auch nicht aufgefallen, dass sich wieder ein arger ISMUS ins Schweizer Ländli eingeschlichen hat:
Der Illettrismus
Schrecklich kommt das Ungetüm daher. Dahinter verbirgt sich wahrlich Übles: Über 800'000 Menschen in der Schweiz sind des Lesens - und wohl auch des Schreibens - unkundig. Flugs gibt's da eine Initiative und einen Dachverband, die dieses Übel mit "Stumpf und Stiel" ausrotten möchten. Heerscharen von Lesekundigen harren ungeduldig des Geldsegens aus Bern, damit sie endlich lehren können, was die öffentliche Schule nicht mehr darf.
PS: Ich möchte hier auf eine Arbeit (als pdf-file) hinweisen, welche die sog. Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) unter NLP-Gesichtspunkten betrachtet und m.E. interessante Ansätze zur "Heilung" vermittelt.
„Bist du nicht die Jacqueline?“ wird Hausfrau Hanna kürzlich von einer Frau angesprochen, als sie die Tramgeleise beim Bahnhof überqueren will. „Tut mir leid, nein, ich bin nicht Jacqueline!“, beantwortet Hanna freundlich die Frage. „Komisch“, brummt die Frau vor sich hin, „ich hätte schwören können, Sie sind die Jacqueline von der Colmarerstrasse.“ Kopfschüttelnd eilt die Unbekannte weiter.
Solche Begegnungen hat Hanna regelmässig. Sie wird häufig verwechselt, was wahrscheinlich mit der Mittelmässigkeit ihres Äusseren zu tun hat. Genauso bescheiden, einfach, ja man kann sagen trivial ist auch Hannas Herkunft: Ihre Vorfahren mütterlich- und väterlichseits lebten im engen Tal oder im genauso engen Tal daneben und waren Bauern, Büezer und Posamenter. Und das seit Generationen.
Als Hanna mit ihren Geschwistern nach dem Tode von Vater und Mutter das Elternhaus räumt, findet sie zwischen den gelesenen und ungelesenen Büchern und den über die Jahrzehnte angesammelten Gegenstände mit emotionaler Bedeutung ein dünnes Ringheft, das die Mutter aufbewahrt hatte. Darin erzählt Emilie, die ein Jahr jüngere Schwester von Hannas Grossmutter, ihr Leben. Hanna liest, wie beengt und arm, aber auch wie genügsam Grossmutter und Grosstante aufwuchsen in einer Familie mit dreizehn Kindern, von denen jedoch nur acht überlebten. Hanna sieht das Schulkind Emilie vor sich, das trotz hellem Köpfchen und lauter Einsern im Zeugnis nicht weiter zur Schule gehen konnte, weil die höhere Schule Geld kostete. Und Geld besass man nicht. Hanna hat einen Kloss im Hals, als sie vom Schicksal Marielis erfährt, der zweijährigen Schwester, die im Kanal, in dem die Frauen ihre Wäsche wuschen, ertrank. Und sie liest Emilies frühkindliche Erinnerung, die wach und lebendig blieb bis ins hohe Alter:
„Als ich drei Jahre alt war, wanderte mein Bruder Emil nach Amerika aus. Er schloss sich einer Bauernfamilie aus dem gleichen Dorf an, die sich in der ‚Neuen Welt’ eine bessere Zukunft erhoffte. Ich sehe jetzt noch den vollbepackten Wagen zur Abfahrt bereit stehen. Auch das Lied, das zum Abschied gesungen wurde, hat sich mir eingeprägt. Die Mutter weinte, als hätte sie geahnt, dass sie ihren Sohn nie mehr sehen würde. Obwohl Emil im Staate Iowa ein erfolgreicher Farmer wurde, kehrte er nie wieder nach Hause zurück. Zwei Jahre nach ihm zog auch der älteste Bruder Hans nach Amerika. Emil hatte ihm das Reisegeld geschickt.“
So wie Hannas zwei unbekannte Grossonkel mussten anfangs des 20. Jahrhunderts notgedrungen viele junge Menschen auswandern, ohne Option, ihre Familie und die Nächsten je wieder zu sehen. Auch vor 100 Jahren, die so weit weg scheinen heute, war das ein qualvoller Verlust: Schweres Heimweh, Unruhe, Depressionen und psychosomatische Krankheiten gehörten bestimmt zum Alltag, vor allem für jene, die sich nicht anpassen konnten oder sich schwer taten.
Beeindruckt ist Hanna auch von Emilies knappen und ehrlichen Beschreibungen aus ihrem Alltag als Ehefrau und mehrfache Mutter. Dank ihrer Fröhlichkeit und Tatkraft ertrug sie ihr nicht einfaches Leben mit einem Ehemann, der einerseits kein ‚Hockleder’ besass, andererseits aber den ‚Meister’ spielte, wenn er einmal zuhause war. Dem Frieden zuliebe lernte sie früh etwas, was Frauen vertraut war: Schlucken und schweigen anstatt Krach zu schlagen! Dann atmete sie tief durch und sang. Und das Singen half ihr, über erlittene Ungerechtigkeiten hinwegzukommen und zu ihrer naturgegebenen Fröhlichkeit zurückzufinden.
Nun liest Hanna den letzten Satz:
Und wenn einmal meine letzte Stunde gekommen ist, dann möchte ich friedlich einschlafen dürfen.
Das durfte sie: Emilie, Hannas lebensheitere Grosstante, starb mit 101 Jahren.
Die irische Sängerin Dolores Keane ist mit ihren dunkeln, ergreifenden Klangfarben die beste Interpretin für alle anfangs des 20. Jahrhunderts aus Europa emigrierten Menschen und ihre Schicksale:
Refrain:
„Sometimes when I look in my grandfather's emigrant eyes, I see that day reflected, I can't hold my feelings inside. I see starting with nothing and working hard all of his life, "So don't take it for granted" say grandfather's emigrant eyes.“
Trudy Gerster, die begnadete Märchenerzählerin, feierte jüngst ihren 90. Geburtstag. BodeständiX gratuliert ihr nachträglich und hofft, dass sie noch viele, viele Jahre mich mit ihren Märchen erfreuen wird. Die aktuellen Märchenerzähler aus Politik, Wirtschaft etc. haben's einfach nicht so drauf, wie die ECHTE und EINZIGE Märchentante. Oder nicht?
PS: Ich schliesse mich dem Kommentar von Hausfrau Hanna an, entschuldige mich für meine despektierliche "Märchentante" und bezeichne sie hiermit ganz offiziell als DIE MÄRCHENKÖNIGIN!
Lassen wir die neue Woche einmal mit einer etwas anderen 'Volkskultur' angehen. Mit Trommelmusik und 10 Geboten. Diese Gebote sollen auf 'die Indianer' zurückgehen. Doch eben: 'die Indianer' gibt es so wenig, wie es 'die EuropäerInnen' - auch mit Lissabon-Vertrag - nicht gibt.
1. Behandle die Erde und alles was auf ihr lebt mit Respekt!
2. Bleibe stets in enger Verbindung mit dem Grossen Geist!
3. Zeige grossen Respekt vor Deinen Nächsten!
4. Arbeite gemeinsam zum Wohle der gesamten Menschheit!
5. Hilf und sei gütig, wo immer dies gebraucht wird!
6. Tue das, von dem Du weisst, das es richtig ist!
7. Kümmere Dich darum, dass Körper und Geist sich wohl fühlen!
8. Verwende einen Teil Deiner Anstrengung für das höhere Gute!
9. Sei ehrlich und wahrheitsliebend zu jeder Zeit!
10. Übernimm die volle Verantwortung für alle Deine Taten!
Wenigstens ein (ex) Banker hat's sich zu Herzen genommen: Banker, werde Bauer! Herr Ospel hat nämlich jüngst eine Alphütte gekauft. Der weiss wohl genau, was nächstens auf uns zukommen wird. Schlaues Bürschchen.
Ich selbst bring' es einfach nicht zuwege, einen entsprechenden Beitrag zu verfassen. Mir graust tatsächlich, was unsere "Eliten" alles so anstellen, um sich ein sorgenfreies Leben zu sichern. Deshalb verweise ich hiermit auf diesen Artikel und möchte einfach noch ergänzen, dass der dort angesprochene Herr Professor (ganz unten im Beitrag) tatsächlich gesagt hat:
Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben.
Quelle: Deutschlandradio Kultur
Dann haben wir also zu lange an den 'Mann im Mond' geglaubt. Das für 1,5 Millionen Franken versicherte Mondgestein im Rijkemuseum in Amsterdam entpuppte sich nämlich als Teil eines versteinerten Baumes. Um das herauszufinden, brauchten die g'scheiten Leute also fast 40 Jahre, was wiederum beweist, dass Mythen doch stärker binden - insbesondere den 'gesunden Menschenverstand' - als wir gemeinhin anzunehmen geneigt sind.
Ob nun die Mondlandung tatsächlich auf, hinter oder gar unter dem Mond stattgefunden hat, interessiert mich eigentlich keinen Deut. Mich interessiert aus verständlichen Gründen mehr, was demnächst mit der Schweiz nach dem Wegfall sämtlicher gehätschelter Mythen passieren wird. Die Schweiz braucht's offensichtlich nicht mehr im grossen Spiel. Da bin ich nun gespannt, ob die vielgepriesene 'Willens-Nation' (Mythos!) noch willentlich weiterbestehen mag bzw. kann. Für mich persönlich ist es nur schwer vorstellbar, dass die Schweiz AG ohne die fetten Pfründe ihres Finanzplatzes (kein Mythos!) weiter bestehen kann. Vielleicht mutieren wir demnächst wieder zum 'einfachen Hirtenvolk' (Mythos!). Arm waren wir - das Volk nämlich - eigentlich immer schon (kein Mythos!), wenn auch die letzten Jahrzehnte uns das 'Heisse-Luft-Geld' ganz Anderes vorgaukelte. Das Erwachen aus diesem 'süssen Traum' steht uns bald bevor.
PS: 3 Prozent der in der Schweiz Versteuernden besitzen so viel Vermögen wie die restlichen 97 Prozent zusammen. 3 : 97!
Drei plus 97 = 100. Und diese 100 % sind dann die reiche Schweiz.