Über das Wesen der Bürokratie
(reload vom 14.1.2008)
Weshalb begehren denn nur die meisten Kunst- und Kulturschaffenden gegen den Begriff 'Kulturbürokratie' auf? Fühlen sie sich persönlich angegriffen, weil sie meinen, ich missgönne ihnen die Fördergelder? Dem ist nicht so. Damit sich Kunst in einem kulturfreundlichen Klima entwickeln kann, bedarf es wahrlich Gelder. Ich möchte eigentlich mit dem Begriff 'Kulturbürokratie' lediglich die Widersprüchlichkeit an sich antippen, wenn das uns geläufige staatliche Modell behauptet, Kunst fördern zu können. Was ist die primäre Aufgabe der Staatsbürokratie?
Die Wahrnehmung von Verwaltungstätigkeiten im Rahmen festgelegter Kompetenzen innerhalb einer festen Hierarchie.Beim positiv besetzten Bürokratiebegriff des Soziologen Max Weber (Wirtschaft und Gesellschaft, 1921/22) verhindert die Bürokratie die Bevorzugung oder Benachteiligung Einzelner in Form von willkürlichen Entscheidungen, weil sich alle an die gleichen und rational begründeten Spielregeln, bzw. Gesetze halten müssen. Dies könnte durchaus als Argument für eine staatliche Kulturförderung herhalten. Doch Kunst ist mehr als beispielsweise das Verfügen von Steuern. Kunst kann sich gerade nicht wegen rational begründeter Spielregeln (Reglementierung) entfalten. Die Kunst hat auch ihre Spielregeln. Die sind jedoch nur kunstbedingt zu verstehen.
Es geht mir, ich wiederhole mich, beileibe NICHT um die Abschaffung von Kulturförderung. Es geht mir nur darum, aufzuzeigen, dass ein staatliches Fördermodell in sich nicht funktionieren kann, weil sich staatliche Bürokratie und Kunst definitionsgemäss ausschliessen müssen.





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