Dienstag, 9. März 2010

Die Vortäuschung wird als Kunst gefördert

Kürzlich habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass ich in einer "wissenschaftlichen" Publikation ziemlich unwissenschaftlich zitiert worden bin:

"... benutzen unterschiedliche politische Interessenkoalitionen das heikle Begriffspaar Volk + Kultur dazu, ein weitverbreitetes dumpfes Ressentiment gegen jene "Hochkultur"  zu schüren, die das "Hässliche zur Kunst, das Destruktive zur Fördertauglichkeit" erhebt, wie Hanspeter Gautschin ..."
Aus: Rückkehr in die Gegenwart: Volkskultur in der Schweiz, Autoren: Thomas Antonietti, Marius Risi, Bruno Meier
Diese feingeistigen Herren kulturhistorischer Provenienz, welche ich übrigens persönlich nicht kenne, schlagen also reflexartig den Sack, weil sie den Esel partout nicht erkennen wollen/können. Ich hoffe doch sehr, dass sie nicht an ihrem "Glauben" zerbrechen werden in diesen Zeiten der Desillusionierung. Einer Zeit, die uns den Weg zurück befiehlt zu dem Punkt, wo Werte wieder Werte sind, nicht Vortäuschung, nicht Kulisse, nicht Schuld, nicht Spekulationsobjekt.

Verwandte Beiträge dazu:
Das Hässliche wird zur Kunst (daraus zitieren die oben erwähnten Autoren)
Huldigung an die Schönheit
Über die wahre Armut unserer Gesellschaft

PS: Heute würde ich wohl nicht  mehr vom "Hässlichen wird zur Kunst" schreiben, sondern lapidar: "Die Vortäuschung wird als Kunst gefördert"

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