Wie man Sozialleistungen einsparen kann
Kürzlich unterhielt ich mich mit einem guten Bekannten. Er erzählte mir eine Geschichte, die ich fast nicht glauben konnte:
Da gibt's in einem kleineren Dorf in einem idyllischen Schweizer Landkanton einen Mann, der für sich mehr schlecht als recht (Selbständigerwerbender) sorgen kann. Die Gemeinde befürchtete wohl zu Recht, dass dieser Mann ihnen demnächst auf dem Geldsäckel liegen würde. Was machten also die findigen Gemeindeväter- und mütter? Sie meldeten "von Amtes wegen" diesen Mann ab und schickten den Heimatschein mit dem Vermerk "Unbekannter Aufenthaltsort" seinem Heimatort zu. Dieser Mann wohnt jedoch nach wie vor in diesem kleinen idyllischen Ort. Steuern, Krankenkassenbeiträge etc. plagen ihn nicht mehr. Er existiert offiziell nicht mehr.Mein guter Bekannter hat sich für diesen Mann eingesetzt. War vorstellig geworden beim kantonalen Ombudsmann, versuchte, die Medien einzuschalten. Ohne Erfolg. Zu heiss sei diese Geschichte. Nichts zu machen, so der Bescheid.
Bahnt sich da klammheimlich eine neue Praxis an, um sich elegant drohender (Schweizer) Sozialfälle zu entledigen? Kann vielleicht jemand unter meinen Bloglesern/-leserinnen Ähnliches berichten?





7 Kommentare:
Wenn sich das in Deutschland herumspricht, wird man an den Schweizer Nachbarn wieder sehr interessiert sein, um diese Methode zu kopieren...
das wäre dann aber eine ziemlich krasse story. wie kann das überhaupt sein? spurlos verschwunden ist er ja offensichtlich nicht. oder war er gar nie offiziell angemeldet, woraus ihm die gemeinde jetzt einen strick dreht?
@ugugu: Nein, dieser Mann war IMMER ordnungsgemäss angemeldet gewesen. Ich selbst hab' dies zuerst auch nicht glauben können. Die Story ist jedoch belegt.
Unglaublich dieser Fall. Die Tendenz existiert tatsächlich möglichst Sozialhilfe im ihrem Entstehen zu ersticken.
Wenn die Mainstream Medien diesen Fall nicht veröffentlichen wollen, gehts vielleicht via den Beobachter oder die WOZ? Und auch va Blogs...
Ich würde auch sagen: Beobachter und WOZ. Und schlussendlich: Das MUSS einfach gegen ein Gesetz verstossen => Entsprechende Gemeinde einklagen.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Gemeinde das so unwidersprochen einfach durchführen kann... nicht dass man es nicht gerne versuchen würde.
@Mara: Schon etwas von Zwangsabmeldung gehört? Aktuell auch hier: http://www.onlinereports.ch/Politik.110+M589ba7c2fcd.0.html
Solche Zwangsabmeldungen werden wohl auch inskünftig - bisher von den Medien nicht thematisiert - und bei fortdauernder Finanzkrise öfters vorkommen. Früher waren die geizigen Schweizer Behörden noch grosszügiger: Sie finanzierten die Ausreise nach Übersee...
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