Freitag, 28. Mai 2010

Ein Haus zum Selberbauen

"Autarkes" habe ich mal als Kategorie hinzugefügt und ganz mickrig erst zwei Beiträge darunter veröffentlicht. Das muss und soll sich ändern. Schliesslich leben wir in unsicheren Zeiten und plötzlich gehen die Lichter aus. Dann bleibt uns nur noch das übrig, was wir mit eigenen Händen schaffen können. Da hab' ich mich kürzlich über kostengünstige Häuser bzw. deren Bauweise schlau gemacht und bin bei den Strohballenhäusern gelandet:


Ein Haus, das die Wärme besser hält...


als die meisten so genannten Niedrigenergiehäuser, eines das so erdbebensicher ist, wie sonst nur Gummi oder Stahlfedern, eines das nicht weniger feuerbeständig wie ein Holzhaus ist und vor allem eines, das wir selbst aufgrund einfacher Werkzeuge und durchschaubarer Techniken gemeinsam mit unseren eigenen Händen bauen können.


Nicht nur für sonnige Regionen
Strohhäuser sind nicht nur was für sonnige, schnee- und regenarme Regionen, im Gegenteil, man baut sie in Norwegen und Schweden, in England wie in Schottland, in Neuseeland und natürlich in Amerika. Dennoch ist es schon eigenartig, dass in den USA und in Kanada mit der Strohballenbauweise seit etwa 1800 experimentiert wird und sich inzwischen diese Niedrigkosten-Architektur dort in grossem Masse durchgesetzt hat, während in Europa sowohl dem Strohballen- wie auch dem Lehmbau eine Art "Arme-Leute-Image" anzuhaften scheint.


Angenehmes Wohnklima


Strohballen gibt es bei uns im Hochsommer wie Sand am Meer und sie kosten nicht die Welt. Selbst handwerklich eher ungeschickte Menschen können innerhalb eines zweitägigen Strohballenbau-Seminares grundlegende Techniken im Umgang mit dem Baumaterial "Strohballen" erlernen.


Das Material


Strohballen sind das Abfallmaterial der Getreideernte. Was nicht in Ställen oder Matratzen landet, als Verpackungsmaterial oder Strohhüte endet - und das ist heutzutage vergleichsweise wenig - wird verbrannt oder vornehmer ausgedrückt in der Biomasseverbrennung "thermisch verwertet". Stroh wächst jedes Jahr nach und - biologisch angebaut - entsteht somit ein äusserst umweltfreundliches Baumaterial.

Das Wärmedämmvermögen von Strohballen kann es mit dem von jedem Niedrigenergiehaus aufnehmen und das Wohnklima ist so angenehm, dass sich erholsamer Schlaf fast wie von selbst einstellt.


5 Kommentare:

theomix

Interessant. Zunächst habe ich an die knubbeligen Häuser gedacht, die im unbeugsamen gallischen Dorf stehen. Aber bevor es mich belustigen konnte, schoss mir durch den Kopf: natürlich, in Westeuropa mussten so bauen, um nicht dauernd zu frieren.

Christian

und ob Du's glaubst oder nicht, genau so ein Strohhaus gibt's seit kurzem auch im bodenständigen Oltingen BL!

BodeständiX

@theomix: das mit den "unbeugsamen Galliern" bzw. ihren schnuckeligen Häusern hat was.

@Christian: Das schnuckelige Oltingen war halt der Zeit schon immer etwas voraus...

Titus

Ganz clever. Und ich frage mich gerade, weshalb man davon abgekommen ist? Ich nehme mal an, aus Brandschutzgründen ist man wohl zunehmend von brennbaren Materialien weggekommen. Eine andere Erklärung finde ich nicht...

Apropos Aussenfassade: Bei Dir liegt immer noch das Herbstlaub rum ;-)

BodeständiX

@Titus: möglicherweise schon (Brandschutzgründen). Ich denke jedoch, dass für die aufkommende Bauindustrie solche Strohballenhäuser zu wenig lukrativ gewesen sind. Früher war es wohl auch nicht möglich, mehrstöckige Strohballenhäuser zu bauen.

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