So schaffen wir einen Gegenpol zur neoliberalen Betrüger-Ökonomie
Wenn ich meine täglichen Blogstreifzüge absolviere, fällt mir auf, dass der grösste Teil der BloggerInnen sich über die vorherrschende Unmoral mokiert. Ich habe interessanterweise noch keinen Blogartikel gelesen, der explizit zur neoliberalen Betrüger-Ökonomie aufruft, obwohl (vermeintlich) nur damit im Haifischbecken ein Überleben gesichert ist.
Es scheint mir, dass unserer "Elite" irgendwann in den letzten Jahrzehnten das Gewissen abhanden gekommen ist. Einer meiner Lieblingsdichter Matthias Claudius gibt mir eine (mögliche) Erklärung dazu:
"... Wenn ein Mensch auf die Bewegungen seiner bessern Natur nicht achtet oder wenn er der geringeren die volle Gewalt lässt, so spricht das Gewissen nach und nach leiser und schweigt endlich gar ..."Vielleicht wäre es nicht so abwegig, uns deshalb ein eigenes Idol zu schaffen, eine Art vollkommeneres Über-Ich, dem wir nacheifern könnten. Das wäre doch der ideale Gegenpol zur neoliberalen Betrüger-Ökonomie.
PS: Der Neoliberalismus predigt das "Gesetz des Dschungels": Jeder ist sich selbst der Nächste. Ich muss alles tun, um für mich zu schauen. Diese Religion negiert alles Höhere im Leben: Sinn, Gerechtigkeit, Liebe. Alles wird eingeebnet und dem kalten Nutzendenken untertan gemacht. Es ist eine vollkommen gottlose Religion.





2 Kommentare:
Das Gesetz des Dschungels ist vielleicht nicht einmal das Problem, denn gemäss diesem Gesetz gewinnt (u. a.) derjenige, der physisch am stärksten ist.
Das Problem ist eher, dass wir hier von einem ganz anderen Lebensraum sprechen, bei dem sich «Stärke» auf völlig andere Weise ausdrückt.
Gemein ist beiden Lebensräumen, dass sie das von Dir genannte Höhere nicht kennen.
Wozu wurden wir dann eigentlich mit Fähigkeiten beschenkt, welche uns von wilden Tieren unterscheiden?
@Titus: Wozu wurden wir dann eigentlich mit Fähigkeiten beschenkt, welche uns von wilden Tieren unterscheiden?
Weil diesen Fähigkeiten gesellschaftlich (noch) kein Wert beigemessen wird. Dabei haben Projekte wie der Happy Planet Index gezeigt, dass die wirtschaftliche Leistung nicht zwingend auch etwas über Lebensqualität aussagen muss. Und Forschungen haben ergeben, dass viele Faktoren des Glücks in keiner Weise von der Wirtschaftsleistung, sondern vielmehr von der Gerechtigkeit innerhalb einer Gesellschaft abhängen.
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