Freitag, 4. Juni 2010

Über die Schöpferqualität des Weiblichen

Nein, nein, die amtlich besoldeten Stadt-Bernerinnen sind wohl nicht so langsam wie ihre männlichen Gegenspieler. Sie haben nämlich jüngst einen 12-seitigen Sprachleitfaden für geschlechtergerechte Formulierungen an die Stadtverwaltung ausgegeben.

Natürlich könnte auch ich mich an dieser Stelle lustig über diese Übung machen. Doch das verkneif' ich mir. Ich frage mich jedoch, welche Auswirkungen solche willkürlich konstruierten Neusprech-Regelungen haben werden.

Apropos Willkür:
Es gäbe doch einen Wissenschaftszweig, welcher die Herkunft und Geschichte der Wörter ergründet und aufzeigen möchte, wie sich ihre Bedeutung und Form entwickelt haben. Das würde doch letztendlich heissen, frau verfolge die heute verwendeten Formen zurück zu deren Ursprung, bevor sie die vermeintlich diskriminierenden Worte verstümmle. Worte sind mächtig - nicht nur ihrem Sinne nach.

Apropos Macht:
Kürzlich klärte mich ein Bekannter etymologisch über dieses mächtige Wort auf. Das deutsche Wort "Macht" käme demnach vom althochdeutschen Wort "maht", vom mittelhochdeutschen Wort "maghein", vom keltischen Begriff "maga" (megin), vom englischen Wort "might" mit dem Bedeutungsgehalt von "Vermögen", "Potenz" (siehe lateinisches Nomen "potencia"), "Können", "Kompetenz". In der deutschen Sprache wurde gemäss seiner Aussage daraus "Mädchen" und "Magd" abgeleitet.

"Macht"  enthält die erste und wichtigste Silbe MA = Mutter (Ma-ter-ie):

Das Vermögen, die Potenz, das Potenzial einer geschlechtsreifen Frau, aus ihrem scheinbar leeren Schoss, dem scheinbaren Nichts, neues Leben auszutragen, erschien den Menschen unbeschreiblich "mächtig". Es ist Schöpferqualität, aus dem Nichts etwas hervorzubringen, zu be-wirken.
Nun gut, ich kann all' diese Erörterungen selbst nicht nachprüfen. Mir scheint jedoch ein Lichtlein aufzugehen, weshalb die verschiedenen Männercliquen - insbesondere die Abgesandten der monotheistischen Lehren - das Weibliche sukzessive in den Hintergrund drängten und es sogar dämonisierten: Die Macht ist nämlich weiblich!

1 Kommentare:

tinu

Es ist natürlich schon spannend, zu erforschen woher gewisse Wörter kommen. Aber Sprache lebt und Worte ändern ihre Bedeutungen. Es ist in meine Augen sinnlos ein Wort irgendwie auf den Index zu setzen, weil es früher mal eine heute verpönte Bedeutung hat. Es hat ein bisschen etwas von Sprachreinigung - ein Begriff, den ich definitiv mit Diktatur verbinde.

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