Halloween auf baselbieterisch
Ein "Duurlips" (Futterrübe) als furchterregende Maske gegen die "Geister der Toten"
Es gibt noch wenige Bauern hier in Utzenstorf, die Runkelrüben (Futterrüben) für ihr Vieh anbauen und ernten. So auch mein schon mehrmals erwähnter Bauer. Gerade jetzt "rünkeln" wir fleissig und jeden Abend gibt's da ein nettes Fuder Rüben einzufahren.
Im Baselbiet bezeichnen wir diese Futterrüben als "Duurlips". Umgangssprachlich bezeichnen wir auch Dummköpfe als "Duurlips" (das isch e Duurlips!). Weshalb dieser etwas gar seltsame Name für diese Futterrübe gewählt wurde, kann ich leider nicht präzise sagen. "Duurlips", da bin ich mir jedoch sicher, kommt nur im alemannischen Sprachraum vor.
Als Kinder haben wir aus "Duurlips" furchterregende Laternen (nicht zu verwechseln mit den Räbenlichtern) gebastelt. Dieses Basteln geht wohl zurück auf die keltischen und römischen Feste der Wintersonnenwende (Samhain bzw. Pomona). Nach dem Glauben der Kelten und Römer dienten diese geschnitzten Fratzen dazu, die Geister der Toten während der dunklen Jahreszeit zu vertreiben.
Ob wir damals je einmal "böse Geister" vertreiben konnten, kann ich nachträglich nicht mit Sicherheit belegen. Unser Vater konnte sich jedoch über diese mit einer Kerze beleuchteten Fratzen ganz theatralisch erschrecken und wir Kinder weideten uns königlich an seiner "Furcht".
So hielt halt früher jede Jahreszeit uns Kindern manches Geschenk bereit. Und diese Geschenke, obwohl immer in gleicher Verpackung, langweilten uns nie.






2 Kommentare:
Heieiei, wann habe ich "Duurlips" das letzte Mal gehört bzw. gar selbst ausgesprochen? Danke für diese famose Erinnerung an meine Baselbieter Kindheit. Oder an der Kreuzenstrasse Räbeliechtli ausstechen und dann damit durchs Dorf spazieren - wunderbare Zeiten waren das.
Hallo Andi,
Diesen Beitrag hab'ich doch extra für uns Heimweh-Baselbieter im Berner Exil geschrieben...
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