Weihnächtliche Ode an den Kapitalismus
Ich will den Kapitalismus lieben, weil soviel für ihn spricht.
Ich will den Kapitalismus lieben, aber ich schaffe es einfach nicht.
Dabei verdanken wir ihm eine Menge, was wäre unser Wohlstand ohne ihn?
Er ist das Element das uns verbindet, er ist der Strang an dem wir alle ziehn.
Er holt aus jedem von uns das Beste, hoch lebe die Konkurrenz.
Wo gestern noch Trabis stanken, fährt man heute BMW und Benz.
Ich will den Kapitalismus lieben, weil soviel für ihn spricht.
Ich will den Kapitalismus lieben, aber ich schaffe es einfach nicht.
Doch was ich bin, das bin ich durch ihn, ich habe ihn verinnerlicht, na klar.
Der Kampf ums Dasein hält mich in Bewegung, sonst wär ich faul, na ist doch klar.
Es ist sooft die Rede von sozialer Kälte, aber die gabs beim Neandertaler schon.
Jetzt haben wir wenigstens eine Heizung und warmes Wasser, Telefon.
Ich will den Kapitalismus lieben, weil soviel für ihn spricht.
Ich will den Kapitalismus lieben, aber ich schaffe es einfach nicht.
Das liegt wahrscheinlich an den Scheißverlierern, die sich immer auf die anderen verlassen,
die ihr Leben nicht geregelt kriegen und mir ein schlechtes Gewissen verpassen.
Das liegt an dieser christlichen Erziehung, an dieser komischen Schwäche für die Schwachen.
Als ob das die besseren Menschen wären, da kann ich ja nur lachen.
Ich will den Kapitalismus lieben, denn er liebt mich ja auch.
Er hat mir soviel gegeben, ich habe alles was ich brauch.
Obwohl ich ihn so hasse, und ich habe ihn scharf kritisiert,
aber er hat ein großes Herz, er hat mich voll integriert.
Ich will den Kapitalismus lieben, und ich hoffe, das er es hört.
Ich will den Kapitalismus lieben, mit allem was dazugehört.
Ich will den Kapitalismus lieben, ich will und kann es nicht.
Und das wird solange weitergehen bis einer von uns zusammenbricht.
Ich will den Kapitalismus lieben, weil soviel für ihn spricht.
Ich will den Kapitalismus lieben, aber ich schaffe es einfach nicht."
Funny van Dannen





1 Kommentare:
Oft wird der Kapitalismus mit freier Marktwirtschaft gleichgesetzt. Dies ist aber ein Fehler.
Kapitalismus meint die Akkumulation von Kapital. Durch die Akkumulation von Kapital kann das Kapital, selber wieder Kapital erzeugen.
Das Problem der Akkumulation des Kapitals ist, dass es der Freien Marktwirtschaft zu wieder läuft.
Ohne die Macht des akkumulierten Kapitals gäbe es weder Marktabsprachen noch Kartelle.
Nicht der Sozialismus, sondern die freie Marktwirtschaft ist das Gegenstück zum Kapitalismus.
Damit die freie Marktwirtschaft auch frei bleibt, muss eine umlaufgesicherte Währung eingeführt werden. Dadurch, dass Überschüsse wie in der Natur verfallen, können sie nicht akkumuliert werden. Eine freie Marktwirtschaft entsteht, in der es weder ökonomische Machtkonzentration gibt, noch das Sparen den Konsum behindert und die Waren frei zirkulieren können.
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