Freitag, 29. Januar 2010

Hebeljahr - die Urbanen finden's dégoûtant


Ich nehm' mal an, dass auch meine BlogleserInnen diesen Dichter kennen: Johann Peter Hebel:
Der wohl berühmteste alemannische Mundartdichter, ist am 10. Mai 1760 in Basel zur Welt gekommen und hat dort auch einen Grossteil seiner Kindheit verbracht. Mit 14 Jahren zog er dann nach Karlsruhe, wo er sich 1791, mit 31 Jahren, schliesslich langfristig niederliess. In Basel ist der Dichter insbesondere bekannt für die Hymne der Stadt "Z'Basel an mym Rhy", deren Text er verfasste (vertont wurde das Gedicht übrigens vom deutschen Komponisten Franz Abt, 1819-1885). Illustre Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Leo Tolstoi und Gottfried Keller bewunderten den Dichter auch für seine alemannischen Gedichte sowie für seine zahlreichen Kalendergeschichten.
In diesem Jahr wird an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg das Hebeljahr 2010 begangen, weil sich eben 2010 der 250. Geburtstag von Johann Peter Hebel (10. Mai 1760 bis 22. September 1826) jährt.

Und nun komme ich zum nicht so Erstaunlichen: Basel hält sich "vornehm" bei der Organisation von Anlässen zurück. Immerhin macht der Bruderkanton Baselland eine klitzekleine Veranstaltung. Das Dichtermuseum in Liestal veranstaltet nämlich eine Reihe, in deren Zentrum Hebel steht.

So ist es halt in der lieben Schweiz: Alles, was nur ein bisschen nach "Volkskultur" riecht, und Johann Peter Hebel kann man durchaus als "Volksdichter" bezeichnen, darüber wird vornehm die Nase gerümpft. Man ist schliesslich urban-modern und solche überholten, ja reaktionären Ansichten eines "Volksdichters" kann der fortschrittsgläubige Urbane (bitte selbständig auch die weibliche Form hinzufügen) auch gar nicht goûtieren.

Ich persönlich schätze Johann Peter Hebel und greife gerne zu seinen alemannischen Gedichten, Kalendergeschichten, Anekdoten und Schwänke. Wer nicht im Besitze von Hebel-Büchern ist, dem empfehle ich hiermit das Projekt Gutenberg.

Ein wunderbares Gedicht über den Winter:

Der Winter

Isch echt do obe Bauwele feil?
Sie schütten eim e redli Theil
in d'Gärten aben un ufs Hus;
es schneit doch au, es isch e Gruus;
und 's hangt no menge Wage voll
am Himmel obe, merki wol.

Und wo ne Ma vo witem lauft,
so het er vo der Bauwele gchauft;
er treit si uf der Achsle no,
und uffem Hut, und lauft dervo.
Was laufsch denn so, du närsche Ma?
De wirsch sie doch nit gstohle ha?

Und Gärten ab, und Gärten uf,
hen alli Scheie Chäpli uf.
Sie stöhn wie großi Here do;
sie meine 's heigs sust niemes so.
Der Nußbaum het doch au si Sach
und 's Here Hus und 's Chilche-Dach.

Und wo me luegt, isch Schnee und Schnee,
me sieht ke Stroß un Fueß-Weg meh.
Meng Soome-Chörnli, chlei und zart,
lit unterm Bode wohl verwahrt,
und schnei's, so lang es schneie mag,
es wartet uf si Ostertag.

Meng Summer-Vögli schöner Art
lit unterm Bode wohl verwahrt;
es het kei Chummer un kei Chlag
und wartet uf si Ostertag;
un gangs au lang, er chunnt emol,
un sieder schlofts, und 's isch em wohl.

Doch wenn im Frühlig 's Schwälmli singt
und d'Sunne-Wärmi abe dringt,
Potz tausig, wacht's in iedem Grab,
und streift si Todte-Hemdli ab.
Wo nummen au ne Löchli isch,
schlieft 's Leben use, jung und frisch. -

Do fliegt e hungrig Spätzli her!
e Brösli Brod wär si Begehr.
Es luegt ein so erbärmli a;
's het sieder nechte nüt meh gha.
Gell Bürstli, sell isch anderi Zit,
wenn 's Chorn in alle Fuhre lit?

Do hesch! Loß andern au dervo!
Bisch hungerig, chasch wieder cho! -
's muß wohr sy, wie 's e Sprüchli git:
"Sie seihe nit, und ernde nit;
sie hen kei Pflug, und hen kei Joch,
und Gott im Himmel nährt si doch."

Ich weiss, wohin ich gehe

"Ich weiss, wohin ich gehe" - singt hier Cerys Matthews. Ich wünschte mir, dass auch unsere "Elite" einmal innehalten, sich überlegen würde, wohin IHR Weg UNS führen wird. Doch das wird wohl kaum geschehen. Die "Elite" geht ihren befohlenen Weg bis zum bitteren Ende (für UNS). Schade.

Und hier als Trost dieses wunderbare irische Volkslied:

Donnerstag, 28. Januar 2010

Phantasie als Tor zu einer anderen Wirklichkeit

Gestern hat mich folgender Beitrag etwas stutzig gemacht:

Der Finanzminister steht im Zentrum – und spielt gleichzeitig die tragischste Rolle im Theater. Er wehrte sich im Herbst 2008 nicht nur gegen die 68-Milliarden-Spritze für die UBS..."
Quelle: Blick online
Eigentlich meinte ich zu wissen, dass unser geschätzter Finanzminister exakt im Herbst 2008 ausser Gefecht gewesen ist. Deshalb hier noch einmal chronologisch die damaligen Ereignisse um den Herzstillstand von BR Merz:
20. September 2009: Herzstillstand des Finanzministers

24. September 2008: Merz aus künstlichem Koma erwacht

25. September 2008: Merz ist aus der Intensivstation in die herzchirurgische Abteilung verlegt worden

2. Oktober 2008: Merz kündigt seine Rückkehr ins Amt an.
Bundesrat Merz hat das Inselspital verlassen und befindet sich in Rehabilitation. Der Ort seines Aufenthalts wird auf Wunsch von Bundesrat Merz nicht bekannt gegeben. Bundesrat Merz steht der Öffentlichkeit für Fragen und Auskünfte nicht zur Verfügung. Die Ärzte des Inselspitals weisen darauf hin, dass der Magistrat trotz des guten Genesungsverlaufs weiterhin Ruhe benötigt.

3. November 2008: Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat am 3. November 2008 seine Arbeit als Chef des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) und als Mitglied der Landesregierung wieder aufgenommen.
Quelle: Eidg. Finanzdepartement EFD

Wann genau halfen Bundesrat (per Notrecht) und Nationlbank der strauchelnden UBS (68 Milliarden)? Exakt am 16. Oktober 2008 unter der Federführung von Frau BR Widmer-Schlumpf als Stellvertreterin von BR Merz. Wie konnte sich also Herr Merz dagegen stemmen, wenn er sich doch damals in der Rehabilitation befand?

Glücklicherweise bin ich ein eher durchschnittlicher Bürger, nicht sonderlich mit Intellekt begabt. Ansonsten würde ich wohl glatt meinen, man habe unseren Finanzminister aus Sicherheitsgründen damals per "Herzstillstand" aus dem Verkehr gezogen, weil die Rettung der UBS wohl schon viel länger auf der Traktandenliste gestanden sein muss, als uns weisgemacht wurde.War wohl die Abwahl des Herrn Dr. B. im Dezember 2007 auch schon Teil dieses Rettungsplans? Immerhin war seine "Nachfolgerin" amtierende Vizepräsidentin des SNB-Bankrates.

Was der BodeständiX manchmal auch so dahinphantasiert. Doch Einstein meinte schon: Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt! Oder so ähnlich.

Dienstag, 26. Januar 2010

Eine weitere Zauberin der Gefühle

Ach Gottchen, wie ich diese Sängerinnen 'in der Tradition keltischer Feen' - die einzigen und wahren Zauberinnen der Gefühle - liebe. Gestern wieder eine entdeckt via ORF. Manchmal, zu selten jedoch, kann mir auch das Fernsehen noch Entdeckungen liefern. Und diese Entdeckung möchte ich Euch nicht vorenthalten: Es ist die steyrische Sängerin Anna F., die mir mein Herz erwärmen konnte.

Bitte reinhören:

Montag, 25. Januar 2010

Die Schweiz ist eine Legende


 Foto ausgeliehen von athena10


Immer mehr spült sich Unrat an die Oberfläche.
Der Finanzhort Schweiz kommt laufend mehr in die Bredouille.
Noch sind die Schweizer Geldprofis viel zu abgebrüht.
Abwehr ist angesagt.
Wie lange noch?

Es reift die Erkenntnis, dass es nur die Banken gewesen sind, die dem Land letztlich die Identität gegeben haben (Erfolgsmodell Schweiz).
Doch eine solche Identität hält nicht auf Dauer.
Was kommt danach?

Dass die Schweiz nicht das ist, wofür man sie immer gehalten hat, konnte man ahnen.
Aber die Wirklichkeit ist schlimmer als jede Vermutung.

Die Schweiz ist eine Legende.
Wann ist sie nur noch Legende?

Freitag, 22. Januar 2010

Das Trauerspiel unserer Tage

Unsere (westliche) Kultur ist seltsam.
Sie meint, die Krone der Schöpfung zu sein und ist doch nur der klägliche Versuch, mit Kindheit und Jugend inne zu halten, die Sterblichkeit zu vergessen, in den Tag hinein zu leben.
Sie ist die Weigerung, erwachsen zu werden.

An die Stelle des Alterns und Reifens tritt der Fortschrittsgedanke.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Das Sicherheitsventil der Mächtigen


Foto gefunden auf pixdaus.com

Wir leben wahrlich in aufregenden Zeiten. Das Hamsterrad dreht sich immer schneller und spickt laufend seine Opfer aus. In solch' aufregenden Zeiten spült sich da so Manches an die Oberfläche und wer etwas genauer hinschaut und hinhört, kann sich nur noch verwundert die Augen reiben.

Ein wunderbares Lehrstück haben wir die letzten Tage hier in der Schweiz miterleben dürfen. Stichworte: Die Post und ihr Béglé. Was alles zu seinem Rausschmiss führte - pardon: er trat ja fürs Wohl der Schweiz "aus eigenen Stücken" zurück -, ist eigentlich weniger interessant. Doch der Umstand, dass er wohl (auch) ziemlich viel "Dreck am Stecken" hatte, müsste uns hellwach machen. Hier haben wir es lehrbuchmässig vorgeführt erhalten, dass wichtige Positionen nur mit erpressbaren Menschen (und ausgereiften Psychopathen) bestückt werden. Das ist das vielerprobte Sicherheitsventil der Mächtigen.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Die stiefmütterliche Behandlung der Volkskultur in der Schweiz



Die Volkskultur in der Schweiz wurde und wird weitgehend durch ehrenamtliche Arbeit in Vereinen und Verbänden getragen. So wurde in der Folge eine bemerkenswerte und nachhaltige Aufbau-, Weiterentwicklungs- und Bildungsarbeit geleistet. Ohne diese ehrenamtlichen Anstrengungen wäre die Volkskultur im Laufe der Zeit verschiedenen teilweise gegenläufigen Strömungen des Zeitgeistes zum Opfer gefallen

In den meisten Ländern Europas ist die Volkskultur breit verankert und wird auch mit öffentlichen Geldern namhaft unterstützt. Über politische und gesellschaftliche Grenzen hinweg beteiligen sich die Menschen am volkskulturellen Schaffen und freuen sich an ihrer kulturellen Identität. In der Schweiz herrscht hier eindeutig Nachholbedarf. Einesteils geniesst die Volkskultur in breiten Kreisen der Bevölkerung grosse Sympathien, andernteils zeigt die offizielle Schweiz eine etwas distanzierte Haltung gegenüber der eigenen Kultur. So werden beispielsweise die acht grössten Volkskulturverbände vom Bund (Bundesamt für Kultur) lediglich mit CHF 140‘000.00 (in Worten: hundertvierzigtausend Franken) unterstützt bzw. abgespiesen. Meine Kollegen aus Österreich reiben sich da nur verwundert die Augen.

Die Volkskulturverbände sind rund hundert Jahre alt. Die Freunde verschiedener Sparten der Volkskultur begannen den inneren Wert und die identifizierende Kraft zu erkennen, die aus dem überlieferten ideellen Kulturerbe fliessen. Zudem wurde auch erkannt, dass die Volkskultur unter dem Eindruck der politischen und der wirtschaftlichen Entwicklung des 19. Jahrhunderts (Bildung der Nationalstaaten, Industrialisierung usw.) die Volkskultur zu bedrängen begann. Entsprechend begannen die Pioniere, viel Verlorenes wieder zu reaktivieren und teilweise neu zu entwickeln.

Bestimmt sind der organisierten Volkskultur auch Fehler unterlaufen, was nicht zuletzt im Zusammenhang mit den demokratischen Verbandsstrukturen und -abläufen zu sehen ist. Demokratie orientiert sich in der Regel am Mittelmass und ebenso an einem gewissen Ordnungsprinzip, was sich ab und zu bremsend auf neue und innovative Ansätze auswirken kann. Zudem bergen Reglemente und Richtlinien immer auch ein Risiko zur Einengung und Erstarrung. Volkskultur muss jedoch in Bewegung bleiben und sich in einem einigermassen ausgewogenen Verhältnis von Tradition und Innovation weiterentwickeln können.

Das haben meines Erachtens die Verbände erkannt und sie versuchen, neuen Gedanken zum Durchbruch zu verhelfen. So haben die meisten volkskulturellen Organisationen bemerkenswerte Schritte zur Öffnung unternommen. Dabei müsste jetzt auch eine engere Zusammenarbeit unter den einzelnen Verbänden erfolgen, um gemeinsam das Umfassende des Volksgutes einsichtiger werden zu lassen. Ebenso müsste ein kontinuierlicher Diskurs und eine substantielle Zusammenarbeit zwischen der wissenschaftlichen und praktischen Volkskultur gefördert werden, was interessante und befruchtende Wechselwirkung zeitigen könnte. Im Gegensatz zu einzelnen Nachbarländern sind wir diesbezüglich in der Schweiz (noch) nicht ideal positioniert.

Daran arbeitet übrigens in verdienstvoller Weise die IG für Volkskultur, ein Zusammenschluss 11 nationaler Volkskulturverbände, welche gesamthaft rund 300'000 Mitglieder umfassen. Die IG für Volkskultur sieht sich als nationale Stimme aller volkskulturellen Verbände in der Schweiz und setzt sich national und international für eine bessere Akzeptanz ein.

Weitere Informationen sind unter www.volkskultur.ch abrufbar.

Dienstag, 19. Januar 2010

Auf Adel und ewig


Foto gefunden auf pixdaus.com

Manchmal frag' ich mich schon, ob die mittelalterliche Hierarchie, schön dargestellt im Kinderreim Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer, Bettler, auch wirklich beseitigt worden ist.

Mir scheint vielmehr, dass wir auch heute in mittelalterlichen Verhältnissen leben. Irgendetwas daran scheint wohl von der Zeit unabhängig zu sein.

Die kapitalistisch reich und mächtig Gewordenen streben eifrig die Wiederherstellung der alten Kinderreim-Hierarchie an, um sich zu adeln und ewig zu machen.

Montag, 18. Januar 2010

In den Senkel gestellt

Bin heute unter arbeitsmässigem Starkstrom und verweise deshalb einfach auf zwei wirklich gelungene Videobeiträge (aus kuk-Gefilden) beim Journalistenschredder.

Freitag, 15. Januar 2010

Aphrodite's Child verzauberte meine Jugend

Ach, war das doch himmlisch-süsse Musik, die wir damals zu später Stunde auflegten, um GANZ NAH zu tanzen... Die hatten übrigens auch einen himmlischen Namen: Aphrodite's Child (mit Demis Roussos und Vangelis).

It's Five O'Clock, 1970:

Mittwoch, 13. Januar 2010

Vreni Kneubühl - die ungekrönte Jodlerkönigin der Schweiz



 Vreni Kneubühl, 1920-2007, Burgdorf / Foto entlehnt von  www.cyranos.ch

Vreni Kneubühl war bei in- und ausländischen Jodlerfans die unbestrittene Jodler-Königin der Schweiz. Sie hat zu Lebzeiten diese Bezeichnung nicht gerne gehört, dazu ist sie einfach zu bescheiden gewesen.

Leider habe ich persönlich Vreni Kneubühl nicht mehr in ihrer Aktivzeit erleben dürfen, weil mich damals das Jodeln nicht sehr interessierte. Das änderte sich erst, als ich Leiter des 'Haus der Volkskultur' im Kornhaus Burgdorf wurde und ich mich berufsbedingt mit dem Jodeln in der Schweiz beschäftigen musste. Mehr noch. Mich faszinierte das Jodeln immer mehr, so dass ich anfangs 2005 sogar einem Jodlerklub beigetreten bin.

Zurück zu Vreni Kneubühl: Sie hatte es mit dem Eidg. Jodlerverband nie so einfach. Trotz vielbesungener Jodler-Kameradschaft  herrschte (und herrscht!)  halt auch unter den Jodlerinnen und Jodlern Futterneid vor. Die Verbandsoberen missgönnten es Vreni, dass sie immer wieder zu weltweiten Tourneen eingeladen wurde. Man unterstellte ihr sogar, sie mache das aus Gewinnsucht! Es war wohl dieser uneingestandene Neid, der dazu führte, dass die damaligen Verbandsoberen Vreni Kneubühl die längst verdiente Ehrenmitglieschaft verweigerten. Sie wurde lediglich zum Freimitglied ernannt.

Ich plante übrigens, Vreni Kneubühl zu ihrem 85. Geburtstag mit einer grösseren Ausstellung und Begleitkonzerten im 'Haus der Volkskultur' im Kornhaus Burgdorf zu ehren. Leider war dies nicht mehr möglich, weil die beiden Subventionsgeber (Kanton Bern und Stadt Burgdorf) exakt in diesem Jahr befanden, diese Subventionen zu streichen. Leider reichte das eben aus, um dieses einmalige Haus schliessen zu müssen... Exakt ein Jahr  nach dieser Schliessung ist auch Vreni Kneubühl gestorben.

Zur Erinnerung ans Kornhaus Burgdorf:

Dienstag, 12. Januar 2010

Ein grosses Wirkungsfeld für Gleichstellungsbeauftragte

Hiermit ergeht mein dringlicher Aufruf an alle Gleichstellungsbüros dieser (westlichen) Welt:

Räuchert doch endlich die vielen Männerdomänen in der Musikwelt aus!

Oder könnt' Ihr mir erklären, weshalb der Job des Dirigenten fast ausschliesslich (buchstäblich) in Männerhand liegen muss? Mit ein paar wenigen Ausnahmen natürlich. Oder noch schlimmer in der Rockmusik. Weshalb gibt's da ausschliesslich Rockgitarristen, die man so kennt? Weibliche Gitarreros kann MANN  an einer Hand abzählen. Mir fällt dazu eigentlich nur eine Rockgitarristin ein: Orianthi Panagaris. Oh Mann, oh Mann, hat die Frau einen drauf (s. Video).!

Also, geschätzte Gleichstellungsbeauftragte, hier mein Tipp: Macht' Euch endlich auf, die Musikwelt auf fraulich zu trimmen. Dazu könnt Ihr sicher auch die Kulturfördertöpfe anzapfen. Garantiert.

PS: Zu diesem Beitrag hat mich übrigens der Kulturblogger (neu auf meiner Blogroll) inspiriert (ein bisschen hab' ich bei ihm abgekupfert...). Auf jeden Fall empfehle ich meinen Blogleserinnen und -lesern, unbedingt einen Besuch in seiner Bloghütte abzustatten. Mehr noch: Regelmässig seine fundierten Beiträge zu lesen.

Montag, 11. Januar 2010

Artur Beul gestorben

So läuft's im Leben: Letzte Woche noch habe ich in einem Beitrag auf Artur Beul hingewiesen und heute ereilt mich die Nachricht seines Todes. 

Er hat Evergreens wie «Stägeli uf, Stägeli ab» und «Nach em Räge schint Sunne» geschrieben und es bis in die US-Hitparaden gebracht. Nun ist der Schweizer Volksmusik-Komponist Arthur Beul am vergangenen Samstag  im Alter von 94 Jahren verstorben.

Beuls grösster Erfolg, das Lied «Nach em Räge schint Sunne» wurde 1945 von Martheli Mumenthaler und Vreneli Pfyl eingespielt. In der englischen Version der Andrew Sisters belegte das Lied sechs Monate die amerikanische Hitparade (When a Swiss Boy goes calling to a Swiss Miss in June).

Der 1915 in Einsiedeln geborene Arthur Beul studierte nach der Klosterschule in Einsiedeln an der Universität Freiburg und schloss an der Universität Zürich sein Studium als Mittelschullehrer ab.

In der Folge schrieb er Musik für das Trio Schmid, das Duo Martheli Mumenthaler/Vreneli Pfyl, für Vico Torriani, Lys Assia und Hans Albers sowie für die deutsche Lili-Marleen-Interpretin Lale Andersen, die er 1949 heiratete.
Quelle: codexflores.ch

2007: Verleihung der goldenen Ehrenmedaille durch den Zürcher Regierungsrat

Samstag, 9. Januar 2010

Wenn's Herz in die Hose rutscht

Jetzt wissen wir wenigstens, weshalb unserem Finanzminister das "Herz stillgestanden ist":

Fr., 19. September 2009: "...Am 19. September kamen dann US-Beamte zur Finma nach Bern. Dort präsentierten die Anwälte der UBS den Fall und gestanden Fehler ein ..."

Sa., 20. September 2009:  Herzstillstand des Finanzministers

Freitag, 8. Januar 2010

Nichts dauert ewig

Meine Mutter sang mir als Kind immer gerne die Schlager vor, die ihre Jugendzeit mit 'Action' erfüllten. Sie bereiteten auch mir Freude und es gibt tatsächlich Augenblicke, wo ich stillvergnügt diese ehemaligen Gassenhauer vor mich hinträllere.



Vreneli Pfyl u. Martheli Mumenthaler: Nach em Räge schint d Sunne (Artur Beul)

Die Geschichte dieser Schweizer Schlager hört sich interessant an. Ich habe kürzlich in der 2001 veröffentlichten Publikation über den Jodelliedkomponisten Robert Fellmann einen entsprechenden Beitrag gefunden:

Schweizer Schlager
Am Ende der 1930er Jahre entstand in der Schweiz eine neue Form des populären Mundartliedes. Komponisten wie Artur Beul, Robert Barmettler, Buddy Bertinat und Walter Wild erprobten mit Interpreten wie den Geschwistern Schmid und Martha Mumenthaler, Vreneli Pfyl und Sepp Israng eine Verbindung zwischen der damals modernen amerikanischen Tanz- und Unterhaltungsmusik und dem Schweizer Volks- und Jodellied. Diese moderne Form der Folklore stiess zwar bei den Traditionalisten auf erbitterte Ablehnung; beim breiten Publikum, besonders bei der Jugend, fand sie ein begeistertes Echo. Lieder wie "s Margritli", "s Landidörfli", "Am Himmel staht es Stärnli z Nacht", "s Guggerzytli", "Nach em Räge schint d Sunne" oder "s isch Polizeistund" wurden zu Gassenhauern. Erstmals hatte die Schweiz eine eigene, nationale Schlagermusik, die sich inhaltlich mit der Schweiz befasste.

Aus: Robert Fellmann, Ein Leben für das Jodellied, S. 129, Autor: Dieter Ringli.
So in den 1950er Jahren wurde dann dieser Schweizer Schlager zunehmend von der internationalen Populärmusik verdrängt und verschwand schliesslich, um jedoch in neuer Form in den 1970er Jahren wieder im Bärner Rock und seit den 90er Jahren teils im Mundart-Rap aufzublühen.

Nichts dauert ewig. Formen entstehen und Formen vergehen. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach einem Lebensgefühl von Abenteuer und wenn die Jahre sich mehren: von Zufriedenheit.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Der jodelnde FC Zürich

Kürzlich bin ich auf Youtube auf ein bemerkenswertes jodlerisches Fundstück gestossen: "Hier jodelt der Meister" (so der Titel dieses Video-Beitrages):



Das machte mich natürlich neugierig. Ich fragte nach und tatsächlich: Mit dem "Meister" ist der Fussballklub Zürich (FC Zürich) gemeint. Also mussten die irgendwann einmal wackere Jodler in ihren Reihen gehabt haben!

Der amtierende Schweizer Fussballmeister FC Zürich wurde am 1. August 1896 gegründet. Auf seiner Website konnte ich nachlesen, dass in seiner Vereinsgeschichte bis in die 1930er-Jahre er (der FC Zürich) auch in anderen Sportarten wie Rudern, Boxen, Leichtathletik, Handball usw. tätig gewesen ist.

Und plötzlich wurde ich auch in Sachen Jodeln fündig: Der FC Zürich unterhielt nämlich auch ein Jodeldoppelquartett, das es sich "zur Ehre gemacht" hatte, Fellmanns Lieder "besonders zu pflegen". Dieses Doppelquartett wurde wohl 1904 gegründet, weil es nämlich zu seinem 25jährigen Jubiläum anno 1929 in der Tonhalle Zürich (!) zwei unveröffentlichte Lieder von Fellmann aufführen wollte. Das Jubiläum fand dann am 27. Oktober 1929 in besagter Tonhalle unter Mitwirkung der Stadtmusik Zürich und des Konzertsängers Werner Huber im grossen Tonhallesaal statt - nicht nur mit zwei, sondern ausschliesslich mit Kompositionen von Fellmann. Über diesen Anlass schrieb damals die NZZ (Neue Zürcher Zeitung) in den höchsten Tönen rühmend:

Das von Albert Wunderli trefflich geschulte, mehr auf Vereins- und Wohltätigkeitsanlässe sich beschränkende Quartett, das jüngst auch an der Weltausstellung in Barcelona seine Weisen erklingen liess, stellt mit seinen sangeskundigen und kehlgewandten Mitgliedern bei doppelter Besetzung der Falsettstimme (die bewährten Jodler Ruckstuhl und Jäggi) ein gut geschlossenes Ensemble, das die beliebten nationalen Dialektlieder in wirkungsvoller Interpretation darbietet; diesmal waren es lediglich Kompositionen und Arrangements des Innerschwyzers R. Fellmann, so das bekannte 'Haaruss', ferner eine Reihe durch ansprechende Melodie sich auszeichnende Neuerscheinungen, 's Schwyzerland', 'Alpfahrt' und nicht zuletzt das 'Rigisennelied' mit deren flott pointierter Wiedergabe die Truppe ihre Qualitäten auf dem von ihr kultivierten Gebiet bestens zur Geltung zu bringen wusste.
Die Jodler des FC Zürich spielten dann im gleichen Jahr (1929) bei 'His masters voice' ihre erste Schallplatte ein. Wann sich dieses Doppelquartett auflöste, entzieht sich meinen Kenntnissen. Es würde mich schon reizen, weitere Highlights dieser Jodler im FCZ-Archiv zu recherchieren. "Herr Canepa (Präsident FCZ): Wäre das möglich?"

Quellen: Website FC Zürich; Robert Fellmann, Ein Leben für das Jodellied, 2001

Sonntag, 3. Januar 2010

Mein grösstes Geheimnis sei hiermit verraten


Exakt am dritten Tag des neuen Jahrzehnts verrate ich Euch exklusiv mein bisher grösstes Geheimnis: Ich bin zum Dudeismus übergetreten!

Bitte?
Du kennst diese einzigartige Religion nicht?
Dann befürchte ich, dass Du 2012 nicht überleben wirst!
Wir Dudeisten sind nämlich die Auserwählten, die alles neu machen werden.

Luja sog i... und...
Dudeism

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