BodeständiX macht eine ca. dreiwöchige Blog-Pause. Er hat sein Haus leer geräumt, alles fein säuberlich in Kisten verpackt und geht übers Wochenende für eine Woche nach Wien, sein neues Wirkungsfeld anschauen. Dann kehrt er wieder zurück, um die letzten Arbeiten fertig zu machen. Auch den Hausverkauf. So ca. um Mitte März wird er dann definitiv nach Österreich ziehen und von dort aus weiterhin sein Blog füttern. Also bis dann und auf Wiederlesen.
Immer mehr Kommunen in Deutschland (wohl nicht nur dort) pfeifen finanziell aus dem letzten Loch. So droht zum Beispiel dem Anhaltischen Theater Dessau (Land Sachsen-Anhalt) die Schliessung nach über 200 Jahren seines Bestehens. Der Generalintendant André Bücker spricht angesichts der geplanten radikalen Kürzungen für die Stadt von einem "Niedergang eines Gemeinwesens" und fordert für Kulturinstitutionen die gleichen Rechte wie für die "systemrelevanten" Banken und Automobilkonzerne.
Zeichen des endgültigen kulturellen Niedergangs unserer westlichen Kultur oder doch nur notwendige Remedur?
Gerade in diesen Tagen lässt sich ein Brauchtum laut vernehmen, das bestens belegt, wie Volkskultur vom Volk – und zwar von Jung und Alt - gelebt und weiterentwickelt wird. Ich schreibe hier natürlich über die Guggenmusik, welche dieser Tage allerortens unüberhörbar „schränzt“ und „fäggt“.
Ich selber konnte als Baselbieter natürlich hautnah miterleben, wie sich die Guggenmusik entwickelte. Hörte man in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch ausschliesslich Musikvereine, die lediglich ein für die Fasnacht angepasstes Repertoire spielten, mauserte sich das Ganze weiter zu eigenständigen Formationen, die aktuelle Musikströmungen aufnahmen, das ganze Jahr über solche Musikstücke lernten und sogar an Choreografien feilten. Heute gibt es bekanntlich richtige Guggenkonzerte, die publikumsmässig und auch sonst an Rock-Konzerte erinnern. Hier macht also die Jugend – im Gegensatz zur üblichen Volksmusik – begeistert mit, lässt sich von den Rhythmen mitreissen, tanzt und jubelt den Guggen zu. Die Guggenmusik illustriert damit eindrücklich die uralte Tradition der Volkskultur; nämlich den steten Wandel und die ständige Anpassung an die sich verändernden Umstände und Bedürfnisse durch die Verarbeitung neuer Einflüsse und Anregungen.
Ich selber bin ein grosser Anhänger der Guggenmusik und deshalb interessiert es mich, ob es möglich ist, die Wurzeln dieses heutigen Fasnachtsbrauches zu orten. Hat die Guggenmusik ihren Ursprung in der (heidnischen) Winteraustreibung wie die meisten Fasnachtsbräuche? Vielleicht. Möglicherweise liegen ihre historischen Wurzeln jedoch in einem alten Rügebrauch mit dem das Gemeinwesen im Ancien Régime untypische Heiraten, abweichendes Verhalten und Verstösse gegen die Moral durch ein ohrenbetäubendes Lärmkonzert sanktionierte. Zu den bevorzugten Lärminstrumenten zähltenTrommeln, Pfeifen, Tierhörner, Glocken, Schellen, Ratschen, Peitschen, Dreschflegel, Blecheimer und Topfdeckel. Ausgeführt wurde dieser Rügebrauch – auch „Charivari“ oder „Katzenmusik“ genannt – von den Jungen, die an Stelle der Erwachsenen und mit ihrem Einverständnis handelten; sie nahmen diejenigen aufs Korn, die als Gegner der Gemeinschaft identifiziert wurden (hätten die heute viel zu tuten und zu blasen!!!)..
Ob sich aus diesem Rügebrauch die Guggenmusik, die ja ursprünglich aus dem alemannischen Raum (Schweiz und Süddeutschland) kommt, ableiten lässt, kann ich allerdings nicht mit absoluter Sicherheit sagen.
In einer alten Chronik habe ich lesen können, dass im Jahre 1874 erstmals eine Blaskapelle zum Morgestraich in Basel mitmarschierte – unter heftigstem Protest der Fasnachts-Oberen. Zehn Jahre später wurde es aber polizeilich erlaubt! Der Begriff Guggenmusik ist erstmals an der Basler Fasnacht von 1906 (sorry Innerschweizer!) belegt und leitet sich vermutlich her von „Gugge“, was im Schweizerdeutsch für alle Arten von Blechblasinstrumenten steht.
Was ist sie nun die Guggenmusik? Winteraustreibung oder Rügebrauch? Spielt das überhaupt eine Rolle? Die Guggenmusik ist doch einfach herrlich anzuhören und anzuschauen und gehört heute zur Fasnacht wie die Glocken zum Kirchturm.
Diese Geschichte ging per Kettenmail um die Welt. Obwohl kein Mensch je von einem "Criminal Lawyer Award Contest" in den USA gehört hat und in ganz Charlotte, North Carolina, auch niemand diesen zigarrerauchenden Anwalt kennt, veröffentliche ich sie und meine dazu: Ein bisschen Spass muss sein.
Das ist wohl die beste Anwaltsgeschichte des Jahres und wohl auch des Jahrzehnts! Sie ist wahr und hat den ersten Platz im amerikanischen Wettbewerb der Strafverteidiger(Criminal Lawyer Award Contest) gewonnen:
In Charlotte, NC, kaufte ein Rechtsanwalt eine Kiste mit sehr seltenen und sehr teuren Zigarren und versicherte diese dann, unter anderem, gegen Feuerschaden. Über die nächsten Monate rauchte er die Zigarren vollständig auf und forderte dann die Versicherung auf (die erste Prämienzahlung war noch nicht einmal erbracht), den Schaden zu ersetzen.
In seinem Anspruchsschreiben führte der Anwalt auf, dass die Zigarren durch eine Serie kleiner Feuerschäden vernichtet worden seien. Die Versicherung weigerte sich zu bezahlen mit der einleuchtenden Argumentation, dass er die Zigarren bestimmungsgemäss ver(b)raucht habe.
Der Rechtsanwalt klagte... und gewann!
Das Gericht stimmte mit der Versicherung überein, dass der Anspruch unverschämt sei, doch ergab sich aus der Versicherungspolice, dass die Zigarren gegen jede Art von Feuer versichert seien und Haftungsausschlüsse nicht bestünden. Folglich müsse die Versicherung bezahlen, was sie selbst vereinbart und unterschrieben habe.
Statt ein langes und teures Berufungsverfahren anzustrengen, akzeptierte die Versicherung das Urteil und bezahlte 15.000 US-Dollar an den Rechtsanwalt, der seine Zigarren in den zahlreichen "Feuerschäden" verloren hatte.
Jetzt kommt's!
Nachdem der Anwalt den Scheck der Versicherung eingelöst hatte, wurde er auf deren Antrag in 24 Fällen von Brandstiftung verhaftet. Unter Hinweis auf seine zivilrechtliche Klage und seine Angaben vor Gericht, wurde er wegen vorsätzlicher Inbrandsetzung seines versicherten Eigentums zu 24 Monaten Freiheitsstrafe (ohne Bewährung) und 24.000 US-Dollar Geldstrafe verurteilt.
Ich möchte mich an dieser Stelle für die zahlreichen Kommentare auf meinen letzten Beitrag hin bedanken und als Gesamtreplik darauf unseren alten Haudegen Jean Ziegler zitieren:
Hierzulande gilt das Bankgeheimnis als ein Menschenrecht und es ist gleichbedeutend mit der Freiheit der Schweiz. Darum wurde das Ende des Bankgeheimnisses nie ernsthaft ins Kalkül gezogen. Es gibt hier eine Kollektivneurose, die seit langem gepflegt wird: Die Schweizer als auserwähltes Volk. Seit über 200 Jahren hat Europa Fürchterliches erlebt, die Schweiz hingegen gar nichts. Der letzte ausländische Soldat, der 1813 das Land verlassen hat, war ein Soldat Napoleons. Die Herrschaftsklasse ist betonhart, sie hat sich seit über 200 Jahren entwickelt. Sie hat die Schweiz so unglaublich arrogant gemacht.
Den ganzen Artikel kannst Du übrigens HIER nachlesen.
Langsam dämmerts einigen Schweizerinnen und Schweizern, dass unser "Schweizer Erfolgsmodell" den Bach runter geht. BodeständiX schreibt bekanntlich seit längerer Zeit darüber. Ohne entsprechendes Echo. Auch im kleinen Kreise, wenn er seine Sicht der Dinge darlegt, beschimpft man ihn lediglich als Schwarzmaler. BodeständiX hat halt eine spezielle Sicht auf die Dinge, die sich hier in unserer Dimension abspielen. Er schwafelt hie und da von "Naturgesetzen" und meint damit nicht nur die allgemein anerkannten Gesetze. Er schwadroniert nämlich von einem "Ausgleichsgesetz", das unerbittlich und ohne Wertung das Zuviel und Zuwenig ausgleichen muss. Hier herrscht keine Willkür. Hier herrschen unerbittliche Gesetze. Im Kleinen wie im Grossen. Das kriminelle "Schweizer Erfolgsmodell" hat fertig. Auch ein "besserer" Bundesrat, ein "schlaueres" Parlament kann den Lauf der Dinge nicht aufhalten. Und ich verlasse Ende Februar die Schweiz.
BodeständiX ist fleissig daran, sein Haus zu räumen. Er zieht bekanntlich demnächst nach Wien. Was sich da im Hause nicht alles angesammelt hat. Unglaublich. Doch hie und da erlebt BodeständiX auch Sternstunden als Belohnung seiner Sammelwut. Er findet alte Schulaufsätze, Zeichnungen u.v.m.
Da hält BodeständiX einen kleinen Fetzen Papier in Händen und staunt. Es ist nämlich exakt das Corpus Delicti seiner Schauspieler-Karriere. Mit sieben Jahren nämlich hatte er einen grandiosen Auftritt als Lerche und BodeständiX erinnert sich noch ganz gut an die kleine Gesangseinlage "... Tiri tiri lii, schön ischt's in der Früh ..."
Seine Mutter attestierte ihm damals keine grosse schauspielerische Leistung. Das wurmte BodeständiX und er schwor sich, ein begnadeter Schauspieler zu werden. Es gelang ihm dann tatsächlich, zum begehrten Schul- und später Volksschauspieler zu werden. Da soll doch noch jemand sagen, dass Mütter keinen Einfluss auf ihre Söhne hätten.
Und hier das erwähnte Papier. Man beachte, dass irgend jemand den Sonnenstrahl Susi in Sonnenstrahl Esthi umgetauft hat. BodeständiX ist das ganz sicher nicht gewesen... (Insiderwissen)