Dienstag, 29. Juni 2010

Bordellgeschichten

Vier Europäer, ein Grieche, ein Portugiese, ein Spanier und ein Italiener, besuchen ein Bordell. Welcher bezahlt? – ? – Der Deutsche.
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Montag, 28. Juni 2010

Mehr BIP bedeutet Erfolg

Es ist Krisenzeit.
Die Blicke der PolitikerInnen heften sich an die Kurve des Bruttoinlandsprodukts (BIP),
ihren alleinigen Gott,
das Barometer ihres Erfolgs.
Es muss steigen, immerfort steigen:

Mehr BIP bedeutet nämlich: Erfolg.


Freitag, 25. Juni 2010

Natur und Geist

Manchmal, wenn ich Blogeinträge über Jugendgewalt lese, gehe ich in mich und erinnere mich leicht verschämt an meine Jugendzeit zurück. Natürlich waren auch wir schon bestens sozialisiert und unterliessen tatsächlich hie und da einen Schabernack, weil es sich nach geltender Norm nicht ziemte.

Doch der pubertierende Drang liess uns dennoch Dinge tun, die jeglicher bürgerlicher Moral spotteten. Wenn jedoch unsere Aktionen wieder einmal überbordeten, sogar Verletzte zurück liessen, dann verbündeten wir uns mit unseren "Feinden" und hielten dicht. Auf Ehrenwort. Die Erwachsenen liessen wir aussen vor. Das ging nur uns etwas an.

Wir waren als männliche Jugendliche nicht viel sanfter als die vielgeschmähte Jugend von heute. Und auch bei uns prügelten bereits "Ausländer" tatkräftig mit.

Wir Pubertierenden, wie auch alle Pubertierenden in der Zukunft,  brauchten und brauchen  Initiations-Riten. Mangels Tradition (es gab einmal tatsächlich solche Initiationsriten für Heranwachsende) basteln wir sie uns halt selbst. Die Natur (Pubertät) ist in diesem Alter einfach stärker als der (sozialisierte) Geist.

Lösung?

Dienstag, 22. Juni 2010

So schaffen wir einen Gegenpol zur neoliberalen Betrüger-Ökonomie

Wenn ich meine täglichen Blogstreifzüge absolviere, fällt mir auf, dass der grösste Teil der BloggerInnen sich über die vorherrschende Unmoral mokiert. Ich habe interessanterweise noch keinen Blogartikel gelesen, der explizit zur neoliberalen Betrüger-Ökonomie aufruft, obwohl (vermeintlich) nur damit im Haifischbecken ein Überleben gesichert ist.

Es scheint mir, dass unserer "Elite" irgendwann in den letzten Jahrzehnten das Gewissen abhanden gekommen ist. Einer meiner Lieblingsdichter Matthias Claudius gibt mir eine (mögliche) Erklärung dazu:

"... Wenn ein Mensch auf die Bewegungen seiner bessern Natur nicht achtet oder wenn er der geringeren die volle Gewalt lässt, so spricht das Gewissen nach und nach leiser und schweigt endlich gar ..."
Vielleicht wäre es nicht so abwegig, uns deshalb ein eigenes Idol zu schaffen, eine Art vollkommeneres Über-Ich, dem wir nacheifern könnten. Das wäre doch der ideale Gegenpol zur neoliberalen Betrüger-Ökonomie.

PS: Der Neoliberalismus predigt das "Gesetz des Dschungels": Jeder ist sich selbst der Nächste. Ich muss alles tun, um für mich zu schauen. Diese Religion negiert alles Höhere im Leben: Sinn, Gerechtigkeit, Liebe. Alles wird eingeebnet und dem kalten Nutzendenken untertan gemacht. Es ist eine vollkommen gottlose Religion.

Montag, 21. Juni 2010

Das Hoffen auf musikalische Zeiten

Das grauenvolle Tröten der Vuvuzelas bildet den würdigen Rahmen für die chaotischen Zustände unserer derzeitigen Welt:

"... Wenn die Emotionen berührt werden, drücken sie sich in Klang aus. Und wenn Klänge Formen annehmen, erhalten wir Musik. Folglich ist die Musik eines friedlichen und blühenden Landes ruhig und fröhlich, und seine Regierung geordnet. Die Musik eines Landes im Aufruhr zeigt Unzufriedenheit und Wut, seine Regierung liegt im Chaos ..."
Solches schrieb vor bald dreitausend Jahren einer der grössten Weisheitslehrer der Menschheit: Konfuzius. Er sprach viel über das Wesen der Musik:
"... Wahrhaft grossartige Musik enthält die Harmonie mit dem Universum. Wenn die Seele verkümmert ist, kann nichts wachsen und wenn die Welt im Chaos versinkt, werden ihre Rituale und Musik zügellos. Also versucht der höherentwickelte Mensch, durch das Wiederfinden der menschlichen Natur im Herzen Harmonie zu schaffen, und durch Musik die Vervollkommnung der menschlichen Kultur zu fördern. Wenn solche Musik vorherrscht und das Streben der Menschen auf die richtigen Ziele gerichtet ist, können wir das Heraufdämmern einer grossen Nation sehen. Charakter ist das Rückgrat unserer menschlichen Natur, Musik ist das Aufblühen dieses Charakters ..."
So lasst uns denn hoffen, dass die Zeiten wieder musikalischer werden.

Dienstag, 15. Juni 2010

Heute ziehe ich den Stecker

Hilfe!

Ich steck' in einer Lebenskrise.
Ich weiss nicht, wer ich bin.

Früher liess ich mich leicht anstecken,
Heute ziehe ich den Stecker.

Juhui!

Der Fussball geht mir am A... vorbei.
Ich weiss nun, wer ich bin.

Freitag, 11. Juni 2010

Sündenböcke braucht das Land

Vielleicht müssten wir mal innehalten, unser (eigenes) Denken anschalten, damit wir die Dinger klarer sehen könnten:

"... Anstatt sie zu verunglimpfen und zu Sündenböcken zu machen, sollten wir all diesen Menschen dankbar sein, die trotz Heimweh, schlechten Arbeitsbedingungen, Schichtarbeit, tiefem Lohn und körperlicher Belastung unsere Strassen und Häuser bauen, für saubere Büros sorgen, die alten Menschen pflegen, in den Wäschereien der Spitäler arbeiten und in den Fabriken an den Maschinen stehen. Und an tausend anderen Orten in aller Stille und Verstecktheit dafür sorgen, dass unser aller Leben reibungslos funktioniert ..."
Es lohnt sich, diesen Blogbeitrag ganz zu lesen. Danke vielmals ugugu für diesen Hinweis.

Dienstag, 8. Juni 2010

Zeitgeschehen oder "Verrückte an der Macht"

Das gelesen und das dabei gedacht:

Das eilende Schiff, es kommt durch die Wogen
wie Sturmwind geflogen;
voll Jubel ertönt's vom Mast und vom Kiele:
"Wir nahen dem Ziele!"
Der Fährmann am Steuer spricht traurig und leise:
"Wir segeln im Kreise."

Marie von Ebner-Eschenbach

Freitag, 4. Juni 2010

Über die Schöpferqualität des Weiblichen

Nein, nein, die amtlich besoldeten Stadt-Bernerinnen sind wohl nicht so langsam wie ihre männlichen Gegenspieler. Sie haben nämlich jüngst einen 12-seitigen Sprachleitfaden für geschlechtergerechte Formulierungen an die Stadtverwaltung ausgegeben.

Natürlich könnte auch ich mich an dieser Stelle lustig über diese Übung machen. Doch das verkneif' ich mir. Ich frage mich jedoch, welche Auswirkungen solche willkürlich konstruierten Neusprech-Regelungen haben werden.

Apropos Willkür:
Es gäbe doch einen Wissenschaftszweig, welcher die Herkunft und Geschichte der Wörter ergründet und aufzeigen möchte, wie sich ihre Bedeutung und Form entwickelt haben. Das würde doch letztendlich heissen, frau verfolge die heute verwendeten Formen zurück zu deren Ursprung, bevor sie die vermeintlich diskriminierenden Worte verstümmle. Worte sind mächtig - nicht nur ihrem Sinne nach.

Apropos Macht:
Kürzlich klärte mich ein Bekannter etymologisch über dieses mächtige Wort auf. Das deutsche Wort "Macht" käme demnach vom althochdeutschen Wort "maht", vom mittelhochdeutschen Wort "maghein", vom keltischen Begriff "maga" (megin), vom englischen Wort "might" mit dem Bedeutungsgehalt von "Vermögen", "Potenz" (siehe lateinisches Nomen "potencia"), "Können", "Kompetenz". In der deutschen Sprache wurde gemäss seiner Aussage daraus "Mädchen" und "Magd" abgeleitet.

"Macht"  enthält die erste und wichtigste Silbe MA = Mutter (Ma-ter-ie):

Das Vermögen, die Potenz, das Potenzial einer geschlechtsreifen Frau, aus ihrem scheinbar leeren Schoss, dem scheinbaren Nichts, neues Leben auszutragen, erschien den Menschen unbeschreiblich "mächtig". Es ist Schöpferqualität, aus dem Nichts etwas hervorzubringen, zu be-wirken.
Nun gut, ich kann all' diese Erörterungen selbst nicht nachprüfen. Mir scheint jedoch ein Lichtlein aufzugehen, weshalb die verschiedenen Männercliquen - insbesondere die Abgesandten der monotheistischen Lehren - das Weibliche sukzessive in den Hintergrund drängten und es sogar dämonisierten: Die Macht ist nämlich weiblich!

Dienstag, 1. Juni 2010

Sündige tapfer...

meinten wohl auch die Verantwortlichen von UBS, Bundesrat etc.

Diese nette Aufforderung stammt übrigens von Luther, der sie wie folgt abschliesst:

...aber tapferer noch glaube *)
Dass diese Gangmitglieder sicher einen starken Glauben haben, daran mag ich nicht zweifeln und deshalb sind sie sich auch keiner Schuld bewusst. Amen.


*) Sündige tapfer, aber tapferer noch glaube und freue dich in Christus, der Herr ist über Sünde, Tod und Welt.

Aus einem Briefwechsel Martin Luthers mit seinem Freund und Schüler Philipp Melanchthon

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