Dienstag, 28. September 2010

Krieg ist aller Dinge Vater. Wirklich?

Die Chinesen haben halt schon mehr Kultur als wir Westler.

Wir Westler machen's immer gleich. Wenn der Wirtschaftsmotor stottert, dann bomben wir uns zwecks Neuaufbau (Neuaufschuldung) in die Steinzeit zurück. Dummerweise gibt's da leicht 'zig Millionen Tote zu beklagen.

Wenn wir Westler also auch jetzt wieder meinen, man brauche nur einen ordentlichen Krieg, um danach per Wiederaufbau eine richtige Wirtschaftserholung zu produzieren, machen es die Chinesen viel cleverer: Sie sprengen einfach neue oder fast neue Gebäude in die Luft und beleben so die eigene Wirtschaft.

HIER im Detail nachzulesen.

Montag, 27. September 2010

Ein Lied geht um die Welt

Es ist das Lied, das zu den am meisten gesungenen, interpretierten und arrangierten Musikstücken gehört. Entgegen landläufiger Meinung ist es kein Volkslied oder Traditional im herkömmlichen Sinn (s. dazu auch meine Definition von Volkskultur); es hat mit Sebastián de Yradier,1809–1865, nämlich einen Komponisten.

Nicht nur Hans Albers (seine berühmten blonden Haare waren übrigens nicht echt! Über Jahrzehnte hinweg trug er in der Öffentlichkeit stets ein Toupet) hat es inbrünstig gesungen, auch Elvis Presley war sich nicht zu schade, eine englische Version davon (No More) zum Besten zu geben.

Nicht zu vergessen Freddy Quinn.

Mit weiteren Titeln wie „Heimatlos“, „Der Legionär“, „Die Gitarre und das Meer“, „Unter fremden Sternen“ und natürlich „Junge komm bald wieder“ hatte Freddy zwischen 1956 und 1966 zehn Nummer-1-Hits in den bundesdeutschen Charts und war in dieser Zeit der erfolgreichste Interpret in der Bundesrepublik Deutschland.

Übrigens: Freddy feiert heute seinen 79. Geburtstag.
BodeständiX gratuliert!

Und das Lied? Natürlich "La Paloma" (spanisch: Die Taube):

Mittwoch, 22. September 2010

Den drohenden Stürmen trotzen

Morgen wird's im globalen Blätterwald wohl heftig stürmen: In der ansonsten stockkonservativen Schweiz haben neu die Frauen das Sagen (Bundesratswahl).

Damit die Bundesrätinnen gut gewappnet das intrigante Spiel ihrer männlichen "Kollegen" parieren können, soll ihnen Kate Bush mit "Wuthering Heights" (Sturmhöhe) sanfte Unterstützung sein. Mit diesem Lied war sie übrigens (1978) die erste Frau, die es mit einem selbstgeschriebenen Lied auf Platz 1 der britischen Charts schaffte.

"Wuthering Heights“ bezieht sich auf den gleichnamigen Roman von Emily Bronte und handelt von allerlei männlichen Intrigen...

Dienstag, 21. September 2010

Unsere Vorstellung von Erfolg

Eigentlich gar nicht so dumm, was das kleine Himalaja-Königreich Bhutan anlässlich des gestrigen UNO-Millenniumsgipfel in New York als neues Ziel für die weltweite Wirtschaftsentwicklung vorgeschlagen hat: Das Streben nach Glück und Zufriedenheit.

Die weltweite Konzentration auf materielle Werte sei "gefährlich und dumm", sagte der bhutanische Ministerpräsident Jigme Thinley. Das Land Bhutan hatte bereits vor einigen Jahren von sich reden gemacht, als es das Bruttosozialprodukt als wichtigsten ökonomischen Indikator durch ein "Bruttoglücksprodukt" ersetzte, das auch die Lebenszufriedenheit der Menschen messen soll.

Dass der Erfolg einer Nation leidglich an seiner wirtschaftlichen Leistung gemessen wird, zeigt doch eine haarstäubende Ignoranz unseres Denkens gegenüber den tatsächlichen Bedürfnissen von Menschen. Offenbar ist es unserer Politik schnurzegal, wenn zehn Prozent der Bevölkerung unter Zerstörung unserer Lebensgrundlagen Reichtum anhäufen, während die übrigen 90 Prozent ihr Leben in deprimierenden Jobs oder gar Armut verbringen. Es zeigt, wie fehlgeleitet unsere Vorstellung von Erfolg wirklich ist.

Warum muss ein kleines Land wie Bhutan uns erst darauf aufmerksam machen, wie absurd unser Denken ist?

Montag, 20. September 2010

Vergangene Kassandrarufe

Nein, aber auch. Jetzt trampeln bereits die Mainstream-Medien auf ihm rum: Die USA verkomme zum Drittweltland und Obamas "Change" habe es NIE gegeben." Da hat wohl BodeständiX richtig orakelt:

Vor zwei Jahren: Der Lichtfigur Obama gewidmet
Vor einem Jahr: Der Mythos der wehrhaften Schweiz

Samstag, 18. September 2010

Vor 40 Jahren: Ein begnadeter Volksmusikant tritt ab

Heute vor genau 40 Jahren ist ein grossartiger Volksmusikant gestorben. Sein Instrument: Die Gitarre. Darauf konnte er alles spielen. Nicht nur mit den Händen, sondern auch mit der Zunge, den Zähnen, den Zehen...

Am 27. November 1942 wurde dieser begnadete Volksmusikant als Sohn eines Afroamerikaners und einer Mutter indianisch-irischer Abstammung, in Seattle, Washington geboren.

Um seinen Tod ranken sich viele Geschichten. Wahr ist, dass er am 18. September 1970 in London unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist:

Montag, 13. September 2010

Fahnenschwingen - das Tai Chi der Schweiz

Wer es schon mal „live“ miterlebt oder sogar selbst ausprobiert hat, der hat sich sicher über die Ruhe, die innere Harmonie, die dieses alte Ritual ausstrahlt, gewundert. Hier darf nämlich nichts Hastiges passieren, sonst ist die ganze Kunst dahin. Ich spreche vom Fahnenschwingen, das vor ca. 100 Jahren durch die Jodler wieder zu Ehre und bescheidenem Ruhm gekommen ist.

Natürlich gibt‘s das Fahnenschwingen auch in anderen europäischen Ländern. Doch im Gegensatz zur Schweiz geht dieses Ritual eindeutig auf ein militärisch organisiertes Fahnenschwingen zurück. Äusserst direkte Bezüge zum Fahnenschwingen ehemaliger Söldner finden wir heute bei historisch geprägten Fahnenritualen französischer, belgischer, deutscher, österreichischer und italienischer Gilden.

Viele Schweizer/innen glauben, dass sich auch unser Fahnenschwingen von den eidgenössischen Söldnern (Söldnertheorie) herleiten lässt. Doch diese Theorie kann leicht widerlegt werden, weil sich das aus fremden Fürstenhäusern importierte Fahnenschwingen kaum mit den magisch ausgeprägten Ritualen der damaligen Bergler assoziieren lässt. Nachzuweisen lässt sich nämlich, dass Alphirten im Urnerland bereits kurzstielige Fahnen aus schwerer Seide schwangen, bevor die ehemaligen eidgenössischen Söldner vom 16. bis 18. Jahrhundert über den Gotthardpass in die nördlichen Regionen der heutigen Schweiz zurückkehrten.

Die Wurzeln unseres Fahnenschwingens dürften demnach bei den bereits erwähnten Berglern bzw. Älplerbruderschaften in den Innerschweizer Kantonen liegen. Diese Bruderschaften sorgten denn auch für den Weiterbestand dieses Brauchtums. Bis eben der Jodlerverband das Fahnenschwingen wieder „salonfähig“ machte.

Ab 1922 wurden (nebst Jodlern und Alphornbläsern) auch Älplerfahnenschwinger aus der Zentralschweiz in den Verband aufgenommen. An Kursen konnten talentierte Älplerfahnenschwinger an den Grossanlässen des Verbandes auftreten. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nahmen zunehmend junge Leute aus den übrigen Regionen der Schweiz an den Wettvorträgen teil.

Im aktuellen Reglement der Fahnenschwinger sind 46 unterschiedliche Schwünge namentlich aufgeführt. Markante Schwünge tragen die Namen von Zentralschweizer Bergen. Man unterscheidet Unterschwünge, Leib- und Körperschwünge, Tellerschwünge (Dächli, Stiche, Schlängger), Mittelhochschwünge und Hochschwünge. Alle Übungsteile müssen rechts- und linkshändig ausgeführt werden.

Ein entsprechender Wettvortrag dauert heute drei Minuten. Der Fahnenschwinger steht im sogenannten Kreis, bestehend aus Richtkreis und äusserem Kreis. Auftritte im Duett werden von der Jury ebenfalls beurteilt. Die Fahne (aus Seide oder Kunstseide) muss 1.20 m im Quadrat aufweisen. Für den Fahnenstock bestehen keine besonderen Vorschriften. Strafpunkte gibt es unter anderem für Laufen im inneren Kreis, Übertreten der zwei Kreise, Verwickeln der Seide, Stoffgriffe, Aufschlagen und Fallenlassen der Fahne. Beurteilt werden auch Wert und Schönheit des Vortrags.

Fahnenschwingen, das Tai Chi der Schweiz:

Mittwoch, 8. September 2010

Wenn Ordnungshüter der Ordnung misstrauen

Anlässlich der Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeiten der Atomkraftwerke weiter zu verlängern, hat die Gewerkschaft der Polizei mit einer überraschenden Pressemitteilung reagiert. Sie distanziert sich von der Entscheidung und befürchtet eine Zuspitzung des immer offener zu Tage tretenden Konflikts zwischen Politik und Gesellschaft.

Auch für die Polizei ist die Zeit, in der die Politik noch die Gesellschaft repräsentierte (Volksvertreter?) damit anscheinend endgültig vorbei.

Offensichtlich sind es die Polizisten (nur in Deutschland?) leid, als Prügelknaben für eine korrupte Politik herhalten zu müssen.

Freitag, 3. September 2010

Dummheit ist vererblich

Da gibt's einen "Sozialisten", der hässliche Geister ruft und massenhaft Gehör findet. Seiner wachsenden Anhängerschaft impft er den "neuen" Glauben an eine "genetische Wissenschaft" ein.

Zum Beispiel: 
Dummheit ist vererblich.

Dazu gäbe es allerdings eine exaktere wissenschaftliche Erklärung:

Die bildungsfeindliche und intelligenztötende Unterrichtsmethodik.

Das Buch "Deutschland schafft sich ab" als pdf-Download!


Das gleiche Thema aus kabarettistischer Sicht:

Mittwoch, 1. September 2010

BodeständiX hat's kapiert

Manchmal braucht es wohl Umwege, um das Bisherige (wieder) schätzen zu lernen. Da musste BodeständiX  nach Wien ziehen, um festzustellen, dass es in der Schweiz wohl doch nicht so übel ist. Vor allem für einen Praktikus, wie es BodeständiX eben ist. Seine Diplome hat er sich grösstenteils an der "Universität des Lebens" erworben. Manchesmal sich diese teuer mit viel Lehrgeld erkauft. Doch solch' erworbene Diplome sind ihm auch heute noch Ausdruck lebendig gewordenen Wissens. Oder einfach ausgedrückt: Wissen, das im Leben draussen funktioniert.

Nun, ich musste feststellen, dass in Wien solches Wissen nicht unbedingt gefragt ist. Vor allem in der Kultur- und Museumswelt, wo BodeständiX kurz gearbeitet hat.

Nun, BodeständiX weiss jetzt, wo er beruflich hingehört. Die kopfige Kulturwelt ist's ganz sicher nicht... mehr. Kultur bzw. Herzensbildung hat mann/frau und bringt sie laufend ein - auch in noch so unscheinbare Aufträge. Wien sei Dank!

Copyright 2007- : BodeständiX

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