Sonntag, 31. Oktober 2010

Sonntägliches Hörvergnügen: Suzanne Vega

Für mich einer ihrer besten Songs. 1987 als Single veröffentlicht. In diesem Lied thematisierte sie - wohl als erste - Kindesmissbrauch und häusliche Gewalt: Luka

Samstag, 30. Oktober 2010

Der Sündenbock ist auserkoren

Sein Aufruf wird wohl nichts mehr nützen. Die Elite hat sich schon längst auf den Sündenbock geeinigt, den sie nun der Masse zum Frasse vorwirft:

"... Muslims in Europe, pack your bags and run. You are not safe anymore! Soon ethnic cleansing will begin, the displacement of millions of people which none would have thought possible years ago ..."
Gerald Celente

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Schönheitsideale

 Foto: Neanderthal Museum, Nettmann

Oh Schreck: Wie haben wir denn nur ausgesehen? Früher. Da bin ich ja direkt ein Clooney dagegen!

Wir waren halt schon "bildhässlich": Faces of Our Ancestors. Viel Spass.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

So long, Marianne

Ach, ach, ach...

Da war ich glaub' so ca. 18 Jährchen zart und unsterblich verliebt. Einseitig. Damals.

Trotzdem: So long, Marianne...

Dienstag, 26. Oktober 2010

Über kirchliche Gedankenfesseln

Scheints haben sich sog. "Freidenker" über Kreuze in Schulen und auf Berghöhen erzürnt. Sie möchten per Volksinitiative dagegenwirken, dass neue Kreuze auf Berggipfel gestellt werden dürfen.

Nun, auch mir persönlich ist der nackte Berg majestätisch genug, um mich daran zu erfreuen. Es würde mir nicht in den Sinn kommen, ein Kreuz oder sonst irgendein Insigne gut sichtbar dorthin zu platzieren. Religiöse wie auch weltanschauliche Symbole sind halt für mich - Machtsymbole.

"Schaut her, hier haben wir alleine die Macht!"

Eben auch über die Gedanken der im Machtbereich dieser Institution inhaftierten BewohnerInnen.

Insofern macht mir der Begriff "Freidenker" schon Sinn.

Ob die eingangs angesprochenen "Freidenker" jedoch wirklich frei denken können, das wiederum steht auf einer ganz anderen Buchseite. Wer sich nämlich an Kreuzen reiben muss, der steckt wohl selbst noch tief in eben diesen kirchlichen Gedankenfesseln.

Weitere Beiträge dazu:

Déjà-vu: Das Kreuz mit dem Kreuz.

Sorry, liebe Freidenker – so gehts nicht

Montag, 25. Oktober 2010

Halbtags Direktor spielen

Die Zeiten scheinen nicht die besten zu sein. Da sucht doch jemand tatsächlich einen Halbtags-Direktor, der spielend noch die Nebenrollen Buchhalter, Controller, Sekretär, IT-Fachmann, Netzwerk-Administrator, Personaler, Marketer, Werber, Webmaster und QM besetzen kann. Führungsverantwortung für 35 MitarbeiterInnen inklusive.

Viel Spass!

(Bild zum Vergrössern einfach anklicken)

Sonntag, 24. Oktober 2010

Sonntagstöne mit Mississippi Fred McDowell

Blues!

Auch von dieser Volksmusik kann ich nicht genug bekommen.
Ungeschminkt.
Ehrlich.
Rauh.

Wie zum Beispiel dieses Stück von Mississippi Fred McDowell:
Goin Down to the River:

Freitag, 22. Oktober 2010

Halloween auf baselbieterisch


Ein "Duurlips" (Futterrübe) als furchterregende Maske gegen die  "Geister der Toten"

Es gibt noch wenige Bauern hier in Utzenstorf, die Runkelrüben (Futterrüben)  für ihr Vieh anbauen und ernten. So auch mein schon mehrmals erwähnter Bauer. Gerade jetzt "rünkeln" wir fleissig und jeden Abend gibt's da ein nettes Fuder Rüben einzufahren.

Im Baselbiet bezeichnen wir diese Futterrüben als "Duurlips". Umgangssprachlich bezeichnen wir auch Dummköpfe als "Duurlips" (das isch e Duurlips!). Weshalb dieser etwas gar seltsame Name für diese Futterrübe gewählt wurde, kann ich leider nicht präzise sagen. "Duurlips", da bin ich mir jedoch sicher, kommt nur im alemannischen Sprachraum vor.

Als Kinder haben wir aus "Duurlips" furchterregende Laternen (nicht zu verwechseln mit den Räbenlichtern) gebastelt. Dieses Basteln geht wohl zurück auf die keltischen und römischen Feste der Wintersonnenwende (Samhain bzw. Pomona). Nach dem Glauben der Kelten und Römer dienten diese geschnitzten Fratzen dazu, die Geister der Toten während der dunklen Jahreszeit zu vertreiben.

Ob wir damals je einmal "böse Geister" vertreiben konnten, kann ich nachträglich nicht mit Sicherheit belegen. Unser Vater konnte sich jedoch über diese mit einer Kerze beleuchteten Fratzen ganz theatralisch erschrecken und wir Kinder weideten uns königlich an seiner "Furcht".

So hielt halt früher jede Jahreszeit uns Kindern manches Geschenk bereit. Und diese Geschenke, obwohl immer in gleicher Verpackung, langweilten uns nie.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Der Zorn der kleinen Leute

Ein lesenwerter Beitrag des Frank A. Meyer (ja genau dieser), den ich meinen BlogleserInnen aufs Wärmste zu lesen empfehle. Möglicherweise könnte er auch auf die Schweiz, auf Österreich zutreffen. Vielleicht.

"... In Anne Wills sonntäglicher TV-Talk-Kulisse steht unterhalb des Podiums ein Sofa, weggerückt von der hochmögenden Gästerunde, extra hingestellt für den einfachen Bürger, mit dem die Salondame jeweils huldvoll-mitfühlend einige Worte wechselt. Dann richtet sie ihr bezauberndes Lächeln an die Causeure der Berliner Republik – die Gesellschaft von Politik und Publizistik ist wieder in Ordnung, weil geschlossen wie eh und je.

Diese Herabstufung, bei Anne Will nur besonders augenfällig zelebriert, will sich der Bürger, will sich die Bürgerin nicht länger gefallen lassen. Sie mischen sich ein. Sie setzen den Fuss in die Tür. „Die Menschen draussen im Land“, sie wollen rein ..."
Ganzen Artikel lesen

Montag, 18. Oktober 2010

Wenn Gott Lokus ferne ist


Pharmama, deren Blog ich täglich mit Hochgenuss lese, hat mich wegen dieses Beitrages an ein überaus traumatisches Erlebnis in Wien erinnern lassen...

Ich war noch nicht lange in Wien ansässig, da machte ich mit ein paar Kumpels in einer urigen Gasthausbrauerei ab. Wir trafen uns also da, frohgemut und redeten über Gott, Götter und die Welt. Dem vorzüglich eigengebrauten Bier - ich bevorzugte dabei ein köstliches Rauchbier - sprachen wir tüchtig zu. Ein Glas gab sich dem anderen. Es wurde spät und spät machte ich mich zu Fuss auf den Heimweg.

Mitten im Nachhauseweg überfiel es mich. Ein unwiderstehlicher Drang, mich von allerlei Bierlitern zu befreien, befiel mich. Doch überall nur Häuserschluchten und immer wieder Fussvolk. Ich "Landei" hatte es - ganz im Gegensatz zu meinen Profi-Städtern - unterlassen, mich vor dem Nachhauseweg regelkonform im Wirtshaus zu erleichtern.

Das rächte sich jetzt fürchterlich.

Der Drang wurde immer stärker und ich immer bleicher. Was sollte ich nur tun? Mir eine ordentliche Busse wegen öffentlichen Urinierens einhandeln? Dazu war ich dann doch zu geizig.

Gottseidank, im allerletzten Augenblick kam mir "Landei" die erlösende Idee: Restaurant-Toilette (für Frauen naheliegend. Für uns Männer eine bahnbrechende Eingebung!).

Doch es war wie verhext. Kein Restaurant weit und breit.Nur schnöde Hausfassaden. Ich betete zum Biergott, dass er mir den nötigen Durchhaltewille schenken möge und redete meiner arg geplagten Blase gut zu. Hin und wieder machte ich Halt, um die Beine zu kreuzen.

Endlich, endlich konnte ich innerlich jubeln. Eine etwas schmuddelige Bar tauchte vor meinen in der Zwischenzeit vernebelten Augen auf. Ich nix wie rein. Verzweifelt suchte ich das Männchen bzw. den heiligen Ort des göttlichen Lokus. Dank des Barkeepers, der meine Notsituation in Sekundenbruchteilen erkannte, fand ich mich alsbald im Paradies wieder. Ach, war das eine Erleichterung. Alle, die Gleiches schon mal durchmachen mussten, können mir da sicher nachfühlen.

Nun bin ich also wieder zuhause im heimeligen Gotthelfdorf. Hier kann ich mich getrost auf den Heimweg machen, nachdem ich einige Bierchen auswärts gezwitschert habe. Ich weiss, dass mich der Heimweg einige Minuten durch einen Wald führt und meine lieben Baumfreunde haben gar nichts dagegen, mir den nötigen Schutz bei der obligaten Biererleichterung zu gewähren.

Es lebe das ländliche Leben.

Samstag, 16. Oktober 2010

War das eine tolle Inszenierung!

Das Schweizer Fernsehen mausert sich immer mehr zu einem wirklich staatstragenden Top-Unterhalter. Das muss es wohl auch. Immerhin haben wir die stolze Summe von 24 Milliarden Fränkli für dieses grosse Loch aufgewendet. Notabene per Volksabstimmung. Ganz im Gegensatz zu unserem nördlichen Nachbarn! Wir Schweizer/innen können halt "selbst" darüber abstimmen, WIE wir unsere sauer einbezahlten Steuerfränkli einsetzen wollen. Nur für WEN, das dürfen wir natürlich nicht fragen.

Es ist übrigens immer interessant zu sehen, wie die Kosten von Bauprojekten in der Schweiz systematisch falsch veranschlagt werden. Ich habe diesen Vorgang bei anderen Bauprojekten schon öfters beobachten können. Die Kosten betragen im Endeffekt meistens/in der Regel das Doppelte von den veranschlagten Kosten.

Auch hier: Zuerst waren da nämlich lediglich läppische 12 Milliarden veranschlagt...

So braucht's halt medienwirksame "Spiele", viel "Freudentränen" der Prominenz, um uns dieses Milliardenloch zu versüssen und... sprachlos zu machen.

Wieder eine etwas andere Sicht der Dinge erlaubt uns die Augenreiberei: Wir sind Tunnel-Weltmeister

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Basel-Stadt goes Volkskultur!

Der Kulturpreis des Kantons Basel-Stadt geht 2010 an Susanne Würmli-Kollhopp. Die 1945 geborene Musikerin und Kulturvermittlerin an der Musik-Akademie Basel wird für den Aufbau eines regionalen Chornetzwerks geehrt. Der Preis ist mit 20'000 Franken dotiert.

Schön, dass der Kanton Basel-Stadt  über seinen selbstgemachten Schatten springen kann.

Frau Würmli ist nämlich nicht nur eine ausgezeichnete Chorleiterin, sie hat sich m.E. auch grosse Verdienste um die Wiederentdeckung und Anerkennung des Volksliedes im städtisch-urbanen Raum erworben.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

CEO für einen Tag

BodeständiX mausert sich zur Trendplattform.

Aufmerksame BlogleserInnen können hier nämlich immer wieder nette Anregungen aufnehmen und, falls sie genügend "Pfeffer im A..." haben, auch erfolgreich umsetzen.

Vor über zwei Jahren hat BodeständiX seine geneigte Leserschaft gluschtig auf "Schnuppertage im Traumberuf" gemacht:

Das wäre doch die Geschäftsidee für ein kreatives Organisationstalent (ein grosses Startkapital ist dazu nicht notwendig)! Ich selbst habe es vor bald zwanzig Jahren bereits erfolgreich getestet. Ich organisierte für Kinder und Jugendliche Zirkusferien. Und für bestandene Helden: Einmal Kapitän sein auf einem Kanalschiff in Frankreich.
Eine Schweizerin und ein Schweizer haben nun kürzlich diese bestechende Idee aufgegriffen: Sophie Everett und Thomas Brüderli aus Bern.

Unter dem Namen www.jobtourist.net vermitteln sie Traumjobs für einen Tag. Auf der Onlineplattform können die sogenannten "Jobtouristen" Profis buchen, die sich gegen ein Entgelt über die Schulter schauen lassen. Zurzeit hat man bei jobtourist.net die Wahl zwischen Berufen wie Bodypainter, CEO eines Start-ups oder Filmproduzent. Die meisten Schnuppertage kosten zwischen 200 und 600 Franken. Zum Schnäppchenpreis ist der Job "Vizepräsident der Schweizer Piratenpartei" zu haben. Er soll nur gerade 35 Franken kosten.

Montag, 11. Oktober 2010

Auch in der Politik gilt: Mehr Markt!

BodeständiX reibt sich verwundert die Augen. Da verkauft eine einst "staatstragende" Partei ihre Listenplätze für die kommenden Nationalratswahlen 2011 zu satten Preisen. Im Klartext: Wer auf die vier ersten – sicheren – Wahlplätze kommen will, muss der Partei CHF 40'000.- in die Kasse zahlen. Mehr zu diesem unglaublichen Ämterschacher: HIER und was die Politik sonst noch für Purzelbäume schlägt: HIER

Von Papageien und Eintagsfliegen

Ein Kumpel aus früheren Tagen (s. dazu: Öffentiche Gelder für umstrittene Komposition) war stolzer Besitzer eines Papageis und lehrte ihm so manchen Schnabernack. Dieses putzige Tierchen konnte allerlei Stimmen imitieren. Es foppte Nachbars Katze, verwirrte die flötenden Amseln und pfiff ungeniert den Dorfschönheiten hinterher.

Dieser vermaledeite Papagei konnte uns auch manchen Hitparadenrenner zum Verleider machen. Unter anderem I Was Kaiser Bill's Batman (1967), den er damals ununterbrochen und das über Wochen munter pfiff.

PS: Interpretiert bzw. gepfiffen wurde dieses One-Hit-Wonder von Whistling Jack Smith (bürgerlicher Name: Billy Moeller, 1946). Es ist wohl das einzige gepfiffene Lied, das es je in die europäischen Topten geschafft hat:

Wie lebt man glücklich?

 Foto: pixdaus.com

Kleiner Nachschlag zum gestrigen Beitrag "Wird Volkskultur zum Mainstream urbaner Schichten?"

"Und wie lebt man glücklich?", fragt der Journalist Prow Stetschkin den russichen Schriftsteller Leo Tolstoi.
Die erste Bedingung ist ein Leben fern der Stadt, unter freiem Himmel, an der frischen Luft, auf dem Lande. Schauen Sie, selbst die Poesie stellt sich das Glück so vor, und wenn sie ein Arkadien entwirft, besingt sie ein idyllisches Leben im Schosse der Natur, fernab der Städte…
Und der Journalist bohrt weiter: "Das heisst, für Städter ist das Glück unerreichbar?"
Unerreichbar, davon bin ich überzeugt! Schauen Sie, wozu diese Menschen verurteilt sind: Sie sehen Gegenstände, hergestellt durch menschliche Arbeit und bei künstlichem Licht; sie hören den Lärm der Maschinen, das Rattern der Equipagen; sie riechen Alkoholdunst und Tabakrauch; sie essen Dinge, die oft nicht frisch sind und stinken. Sie haben keinen Umgang mit der Erde, mit Pflanzen und Tieren. Das ist ein Leben von Strafgefangenen!
Ganzes Interview lesen: Ich wundere mich über nichts mehr

Na, wer sagt's denn? Tolstoi. Und in meinen eigenen Worten:

Sonntag, 10. Oktober 2010

Wird Volkskultur zum Mainstream urbaner Schichten?

Ich find's eigenartig.

Plötzlich, inmitten globaler Scheingeld-Wirren, Protestkundgebungen, scheint sich das Rad langsam aber stetig andersrum zu drehen.

Plötzlich scheinen Natur und Kultur kein gegensätzliches Paar mehr zu sein. Völlig unverdächtige Zeitgenossen dürfen heute ungestraft ein bisschen auf Naturromantik machen:

"... Und ganz fest daran zu glauben, dass man doch glaubt, woran man eigentlich nicht so recht glaubt, nämlich dass man hier oben die Kraft der Sedruner Berge anzapfen und den persönlichen Tank damit füllen kann ..."
JacoBlök: Die Kraft der Berge aufsaugen
Auch die Kultur, die sich gerne der Natur bedient, allgemein als Volkskultur bekannt, wird ebenfalls von unverdächtiger Seite einem neuen Publikum zugeführt. Da macht' sich nämlich "Die Zeit" den Aufwand, das (deutsche) Volkslied zu thematisieren und das ganz ohne sarkastische Zwischentöne. Nüchtern (und sogar erst noch ziemlich korrekt) wird diese Sparte der Volkskultur den Leserinnen und Lesern nähergebracht. Thema: Volkslieder.

Jetzt fragt sich BodeständiX halt schon, wie er inskünftig mit dieser unerwarteten Konkurrenzsituation umgehen soll. Es scheint tatsächlich so, dass das bisherige Nischenprodukt Volkskultur zum Mainstream mutieren wird.

Dann macht sich BodeständiX aber schleunigst aus dem Staub.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Hinter tausend Stäben keine Welt


Es ist für mich erstaunlich, wie Rilke's Gedicht "Herbst" - natürlich hier auf BodeständiX - seit genau zwei Jahren gefragt ist. Monatlich "googeln" sich zwischen zwei- bis dreihundert BesucherInnen mit diesem Wunsch ein. Im Oktober 2008 habe ich dieses Gedicht mit einem Seitenblick auf die platzende Immoblase in den USA und anschliessendem Beinahe-System-Crash hineingestellt. Titel: Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.

Trotz allem: Wir leben noch. Hurra!

Doch irgendwie, so scheint es mir, ist die Welt einfach enger geworden. So, als sässen wir hinter Gitterstäben. Auch dazu hat mein hochverehrter Herr Rilke ein Gedicht parat:


Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Aus: Neue Gedichte (1907) 

PS: Es gibt übrigens eine ausgezeichnete Rilke-Website, wo ich mich hie und da bediene: HIER

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Steve Lee von Gotthard ist tot

Ich hab' Gotthard erstmals an einem Konzert in der Pampas (Hölstein) gesehen und gehört. Schon damals zu ihren Anfangszeiten fiel mir ihr Sänger positiv auf: Steve Lee mit einer für Schweizer Verhältnisse unüblich ausdrucksstarken Rockstimme.

Nun ist er tot.

Bei seinem Töffurlaub in Nevada wurde Gotthardsänger Steve Lee gestern Dienstag getötet. Vor Las Vegas ist ein Anhänger eines Lasters ins Schleudern geraten und hat mehrere Motorräder erfasst. Dabei ist auch der Gotthard-Sänger tödlich getroffen worden, der am Strassenrand Regenkleidung überziehen wollte.

Lee war seit 1990 Sänger der auch international überaus erfolgreichen Rockgruppe Gotthard. Sie hätten im Oktober eine Tournee durch Deutschland absolvieren sollen.

R.I.P. Steve Lee; ich werde Dich nie vergessen.

Montag, 4. Oktober 2010

Janis Joplin - ein kurzes, heftiges Leben

Wieder gilt es, hier auf BodeständiX einer waschechten Volksmusikantin ehrenvoll zu gedenken.

Heute vor genau vierzig Jahren hat sich Janis Joplin eine Überdosis Heroin in die Venen gespritzt.

Ich war damals gerade mal 14 Jahre alt, als mich diese Hiobsbotschaft erreichte und ich war traurig, denn Janis Joplin verkörperte für mich einfach alles, was damals die noch junge Rockmusik ausmachte. Wieder (s. dazu auch: Ein begnadeter Volksmusikant tritt ab) musste ich von einem Idol Abschied nehmen.

So werde ich heute wohl ein paar Janis-CD's auflegen, um ihr damit Reverenz zu erweisen. Ich habe vorhin auf Youtube auch eine beispielhafte Dokumentation gefunden, die belegt, dass damals (1969)sogar ein auch nicht ganz zahmer Tom Jones sichtlich von ihrer sängerischen Wucht und Bühnenpräsenz beeindruckt gewesen ist:

Freitag, 1. Oktober 2010

Volkshaus, Molly Hatchet und heiliges Kraut

Das Volkshaus Zürich feiert heuer seinen hundertsten Geburtstag. 1910 als alkoholfreier Treffpunkt und Veranstaltungsort für Arbeiter und Arbeiterinnen in Aussersihl eröffnet, ist das Haus im Laufe dieses Jahrhunderts ein Treffpunkt unterschiedlichster Szenen geworden: Predigten, Boxmeetings, Arbeiterbildung, avantgardistisches Theater, Rock- und Punkkonzerte, Modeschauen, Diavorträge von Weltreisenden.

Auch BodeständiX hat in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einige Kracher im Volkshaus steigen lassen. Mit Schaudern erinnert er sich dabei an Molly Hatchet, die damals einen so brachialen Sound rauswürgten, dass BodeständiX die Hosenbeine flatterten und der Druck in seiner Magengegend fast unerträglich wurde. Linderung verschafften ihm dann ein paar  Züge aus einer dargebotenen "Friedenspfeife" und deshalb hält BodeständiX auch heute noch viel von diesem heiligen Kraut.

PS: Zum Jubiläum finden im Volkshaus Zürich diverse Veranstaltungen statt.

Copyright 2007- : BodeständiX

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