Donnerstag, 13. Januar 2011

Betteln im Internet-Zeitalter

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte ich eine überaus faszinierende Branche: Das Bettlergewerbe. Ich liess mich dabei von einem Meister seines Faches über erfolgreiches Spendenmarketing aufklären. Dank dieser Erfahrung kann ich bis heute nicht verstehen, weshalb sich unsere Gesellschaft so herablassend gegenüber Bettlerinnen und Bettlern benimmt: Das Betteln adeln.

Seit kurzem muss ich nun mein Wissen updaten, denn die Obdachlosen Lyndon Owen und José Manuel Calvo aus Madrid haben ihr Betteln an das Internetzeitalter angepasst. Mit Pappschildern zeigen sie buttonähnlich, wofür sie Geld benötigen: "Für Bier", "für Wein", "für Whiskey" oder "für den Kater".

Und wenn diese ehrlichen Schilder den Passanten ein Lächeln entlocken, dann ist der Schritt zum Geldbeutel auch nicht weit. Als Dank verweisen die zwei noch auf ihre Homepage:

www.lazybeggers.com

Dort kann man per Paypal weiter spenden und dafür Geschichten aus dem alltäglichen Obdachlosendasein lesen. Bereits der Schreibfehler auf der Seite "begger" ist eine solche kleine Geschichte:

Der Kumpel, der uns die Seite eingerichtet hat, war so betrunken, dass er die Buchstaben nicht mehr klar erkennen konnte.

Quelle: shortnews

2 Kommentare:

Hausfrau Hanna

"Sei Faul, Sei Glüchlich, Sei Dich Selbst !!!"

Die Homepage,
lieber BodeständiX,
ist nicht nur dreisprachig, sondern auch äusserst sympathisch und mit einer ebenso einfachen, wie wahren Kernbotschaft ;-)

Ganz Glüchlich grüsst
Hausfrau Hanna

BodeständiX

@Hausfrau Hanna: Da hast Du bzw. die beiden Bettler sicher recht: Wir hätten wohl nicht so viele Probleme, wenn wir auch die Faulhaut pflegen würden. Das ist jedoch nach wie vor ein absolutes Tabuthema. Deshalb duck' ich mich jetzt und zische ab.

Copyright 2007- : BodeständiX

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