Das Glaubensbekenntnis des neuen Menschen
Endlich ein Glaubensbekenntnis, das zu unserer aufgeklärten, modernen und fortschrittlichen (West-)Zivilisation passt (Verfasserin: Sibylle Berg):
Ich glaube nicht an Gott. Und beneide Menschen, die religiös sind. Haben Sie eine Idee, an was ich noch glauben kann?
Ein gepflegter Glaube erleichtert das Leben, denn er will nicht hinterfragt werden, er will nur...da sein. Wenn man sich in Wahnvorstellungen steigert, kann man den Glauben reden hören, er verlangt dann Rituale vom Gläubigen.
Ich glaube unbedingt an den überlegenen Sieg des Kapitalismus und das Ausbleiben einer Alternative. Unsere Städte werden sich im Zuge der Globalisierung so ähneln, dass wir die Wohnung, sofern wir noch eine haben, die wir bezahlen können, nicht mehr verlassen müssen. Die Städte bestehen aus Trikotagengeschäften, die alle dasselbe verkaufen, sie bestehen aus Büros, die nichts mehr herstellen außer Werbekampagnen für Schweinegrippe-Impfstoffe.
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2 Kommentare:
Nun auch mich überkommt manchmal ein vorzeitiger? Alterspessimismus, obwohl ich als Sozialdemokrat eigentlich zu Optimismus verpflichtet bin. Doch wie es einer der interviewten Flüchtlinge in der aktuellen Ausstellung des Kindermuseums Creaviva gesagt hat, die Träume kann einem niemand nehmen. Auch wenn man nicht mehr daran glaubt, kann man immer noch davon träumen.
@Harald Jenk: Alterspessimismus? Vielleicht. Doch hin und wieder überspitzt auf unser absurdes System zu deuten, kann heilende Wirkung entfalten... hoffentlich.
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