Gefährliche Alternativmedizin
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie sich die sog. "Qualitätsmedien" für fragwürdige Kampagnen einspannen lassen.
Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Ich bekomme täglich via kostenlosen Google Alerts-Dienst die verschiedensten Online-Beiträge per E-Mail zugestellt. Aktuelles Beispiel: Alle Online-Beiträge, die sich mit "Alternativmedizin" befassen (brauche ich für einen Kunden). Anfangs letzter Woche wurde mir also die folgende Titelüberschrift zugespielt:
Alternativmedizin ist alles andere als harmlosIm entsprechenden Text wird auf die "schrecklichen Gefahren der Alternativmedizin für Kinder" hingewiesen, weil in einer Studie, welche australische Kinderärzte kurz vor Weihnachten veröffentlichten, 39 Zwischenfälle aufgelistet wurden, die bei Kindern in einem Zeitraum von zwei Jahren im Zusammenhang mit Komplementärmedizin aufgetreten sind.
Solche Zwischenfälle müssen natürlich der Welt mitgeteilt werden. Denn: Komplementärmedizinische Therapien können die Gesundheit Ihres Kindes gefährden. Hände weg!
Diese Zeitungsmeldung bekomme ich also täglich per E-Mail zugeliefert. Und heute zieht auch die Schweiz mit der NZZ nach...
Cui bono?





2 Kommentare:
Sowas von unausgegoren, dieser Zeitungsartikel. Da steht nicht mal genau, WELCHE Methoden denn genau untersucht wurden (es steht da nur "...also etwa Homöopathie, chinesische Medizin oder Akupunktur").
Im Titel ist die Rede von "Alternativmedizin", später ist dann von Komplementärmedizin" die Rede. Wie Letzteres schon besagt, ist diese Medizin komplementär zu verstehen, nicht alternativ zu einer bestehenden Methode. Ob allerdings auch die Studienmacher sich des Unterschieds bewusst waren, bin ich mir nicht sicher.
Was mir auch fehlt, ist der Vergleich zur Schulmedizin. Wie viele "Zwischenfälle" gab es im gleichen Zeitraum bei der Schulmedizin?
Und schliesslich noch: Viele Menschen sterben bei einer Grippe nicht an den Grippesymptomen, sondern an einem sekundär auftretenden Gebrechen (Lungenentzündung usw.). Ich vermute, ist war bei diesen 39 Fällen (von wie vielen?) ähnlich: Nicht die Behandlung des "Haupt-Gebrechens" durch Komplementär- oder Alternativmedizin hat versagt, sondern die der anderen.
Gibt's eigentlich ein klassenpflichtiges Medikament gegen zu viele Fragen, die man sich bei so oberflächlichen Berichten erstellt?
@Titus: Du sagst es...
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