Vom Wert des Wassers
Auch BodeständiX hat heuer ein kleines Jubiläum zu feiern (s. dazu: Nachdenklich stimmende Jubiläen). Im Sommer vor genau 44 Jahren ist ihm nämlich bewusst geworden, wie kostbar Wasser ist. Dass Wasser wirklich Leben bedeutet.
Er weilte damals in einem Ferienlager im Berner Oberland und der damalige Oberguru liebte es, ausgedehnte und v.a. ganz steile Wanderungen mit den Lagerteilnehmern zu unternehmen. Natürlich hatte BodeständiX auf solch' anstrengenden Wanderungen im Nu seine Teekanne geleert und litt hinterher unter unsäglichem Durst. Wie bei halb verdurstenden Wüstenwanderern tauchten auch bei ihm schillernde Fata Morganas auf in Form lieblich sprudelnder Brunnenröhren. In seinem Heimatdorf gab es nämlich noch einige solcher Dorfbrunnen mit ausgezeichnetem Trinkwasser. Er hätte jetzt alles daran gegeben, einen tüchtigen Schluck direkt ab Röhre tun zu dürfen.
Dank dieses durstigen Erlebnisses hat BodeständiX Zeit seines Lebens den Dorfbrunnen höchste Verehrung gezollt:
Als Orte der Begegnung waren die Dorfbrunnen nämlich lange Zeit wichtige Fixpunkte im Alltag der Dorfbewohner gewesen. Täglich mussten sie Wasser am Brunnen holen, denn es gab noch kein fliessendes Wasser in den Häusern. Beim Wasserholen traf man sich also am Brunnen und tauschte Neuigkeiten aus und die Bauern tränkten darin ihr Vieh...
Die ersten Brunnen bestanden aus einem Trog, der aus einem dicken Eichenstamm geformt war. Um das Quellwasser zu den Brunnen zu führen, benutzte man zuerst sog. "Teuchel", das heisst ausgehöhlte Baumstämme, die man ineinander schob. Mit der Zeit wurde dann der Trog durch Kalkstein ersetzt, auch der Brunnstock.
Als dann die "neue Zeit" mit ihrer enormen Bautätigkeit anbrach, verloren die Dorfbrunnen ihre einstige Bedeutung. Dazu kam der immer grösser werdende Verkehr, welcher das Tränken an den Brunnen gefahrvoll werden liess.
So bleibt uns auch hier nur noch die romantisch-verklärte Erinnerung:
PS. Am 22. März war übrigens... Welt-Wasser-Tag!






4 Kommentare:
Interessant bei diesen Dorfbrunnen erscheint mir dieser "Muss-Charakter" oder dieser "Kappeler Milchsuppe-Effekt": Währenddem wir uns heute nur dort treffen, wo und mit wem es uns gefällt, hatten die damals praktisch keine Alternative.
Sie konnten sich nicht aus dem Weg gehen, sondern mussten vom gleichen Brunnen Wasser nehmen und riskierten dabei, auch auf jene zu stossen, mit denen sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne hatten. Heute geht man sich aus dem Weg, womit sich sicher auch nichts verbessert. Damals hingegen bestand eine gewisse Möglichkeit, dass man doch miteinander ins Gespräch kam.
Ob das zu weniger unausgestandenen Konflikten führte?
@Titus: Dein ins Feld geführter "Kappeler Milchsuppe-Effekt" scheint mir mehr als interessant zu sein. Möglicherweise haben sich damals die Zerstrittenen auch nicht am Brunnen getroffen. Sie haben wohl einfach eines ihrer (zahlreichen) Kinder zum Wasserholen geschickt. Ich glaube nicht daran, dass sie früher konfliktfähiger gewesen sind.
Da könntest Du noch recht haben mit den Kindern-an-den-Brunnen-schicken. Die verlieben sich dann und schon haben wir die Romeo und Julia-Geschichte... ;-)
Top! Dann waren die Dorfbrunnen so quasi die "Social Media" für die damaligen Kids. Es ist halt schon so: Es gibt nichts Neues unter dem Himmel, lediglich die Formen ändern sich...
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