Als Märchen noch Märchen waren
Es gab mal eine Zeit, wo Märchen noch Märchen gewesen sind. Nicht so wie heute, wo Märchen zu Tatsachen verdreht werden.
Die wohl berühmteste Märchentante der Schweiz war zu meiner Kinderzeit Trudi Gerster. Immer montags, pünktlich um 17.30, war sie auf dem Landessender Beromünster für eine halbe Stunde zu hören. Und war BodeständiX kurz davor auch noch so in abenteuerliche Spiele verwickelt, seine innere Uhr gemahnte ihn daran, schnell nach Hause zu gehen und den Radio anzudrehen.
Als BodeständiX acht Jahre alt gewesen ist, kam die berühmte Märchentante zu Besuch in sein Heimatdorf. War das eine Aufregung. BodeständiX konnte davor kaum noch schlafen. Dann war der grosse Tag da! Trudi Gerster thronte auf der Volksbühne des örtlichen Gasthofes und erzählte "live" ihre Märchen. Danach erfüllte sie uns Kindern noch Autogrammwünsche. Den Mädchen schrieb sie ins Poesie-Album. Die Knaben gingen gar nicht hin, das wäre nämlich "uncool" gewesen.
Nicht so BodeständiX. Mit unschuldigem Augenaufschlag bat er sie um ihre Unterschrift auf seinen Arm. Das war damals im Waldenburgertal noch gänzlich unbekannt. Trudi Gerster zeigte sich ein bisschen irritiert. Doch BodeständiX ermunterte sie, indem er ihr erklärte, dass er sich dann ein paar Wochen nicht mehr zu waschen brauchte. Das leuchtete ihr ein und sie hauchte im schönsten Ostschweizer-Dialekt:
"E wie heerzig!"
PS:
Die inzwischen über 90jährige Trudi Gerster (Geburtsjahr 1919!) unterhält auche eine eigene Homepage unter www.trudi-gerster.ch





1 Kommentare:
Du warst halt schon damals ein Trendsetter,
lieber BodeständiX ;-)
In mein Album hat nur die Schulhausabwartin gemacht, leider nicht s'Trudi Gerster...
Einen schönen Sonntag
wünscht Hausfrau Hanna
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