Dienstag, 29. März 2011

Vom Wert des Wassers

Auch BodeständiX hat heuer ein kleines Jubiläum zu feiern (s. dazu: Nachdenklich stimmende Jubiläen). Im Sommer vor genau 44 Jahren ist ihm nämlich bewusst geworden, wie kostbar Wasser ist. Dass Wasser wirklich Leben bedeutet.

Er weilte damals in einem Ferienlager im Berner Oberland und der damalige Oberguru liebte es, ausgedehnte und v.a. ganz steile Wanderungen mit den Lagerteilnehmern zu unternehmen. Natürlich hatte BodeständiX auf solch' anstrengenden Wanderungen im Nu seine Teekanne geleert und litt hinterher unter unsäglichem Durst. Wie bei halb verdurstenden Wüstenwanderern tauchten auch bei ihm schillernde Fata Morganas auf in Form lieblich sprudelnder Brunnenröhren. In seinem Heimatdorf gab es nämlich noch einige solcher Dorfbrunnen mit ausgezeichnetem Trinkwasser. Er hätte jetzt alles daran gegeben, einen tüchtigen Schluck direkt ab Röhre tun zu dürfen.

Ihm war klar geworden, dass die alltäglichen Dinge erst dann den ihnen gebührenden Wert erhalten, wenn sie nicht mehr da sind.

Dank dieses durstigen Erlebnisses hat BodeständiX Zeit seines Lebens den Dorfbrunnen höchste Verehrung gezollt:

Als Orte der Begegnung waren die Dorfbrunnen nämlich lange Zeit wichtige Fixpunkte im Alltag der Dorfbewohner gewesen. Täglich mussten sie Wasser am Brunnen holen, denn es gab noch kein fliessendes Wasser in den Häusern. Beim Wasserholen traf man sich also am Brunnen und tauschte Neuigkeiten aus und die Bauern tränkten darin ihr Vieh...


Die ersten Brunnen bestanden aus einem Trog, der aus einem dicken Eichenstamm geformt war. Um das Quellwasser zu den Brunnen zu führen, benutzte man zuerst sog. "Teuchel", das heisst ausgehöhlte Baumstämme, die man ineinander schob. Mit der Zeit wurde dann der Trog durch Kalkstein ersetzt, auch der Brunnstock.

Als dann die "neue Zeit" mit ihrer enormen Bautätigkeit anbrach, verloren die Dorfbrunnen ihre einstige Bedeutung. Dazu kam der immer grösser werdende Verkehr, welcher das Tränken an den Brunnen gefahrvoll werden liess.

So bleibt uns auch hier nur noch die romantisch-verklärte Erinnerung:



PS. Am 22. März war übrigens... Welt-Wasser-Tag!

Mittwoch, 23. März 2011

Das muss auch mal gesagt sein

Mit Philosophen soll man sprechen, wenn sie Zahnschmerzen haben.
Mark Twain

Dienstag, 22. März 2011

Zum Tode von Pinetop Perkins


Ein uriger Volksmusikant ist gestern im zarten Alter von 97 Jahren von der Bühne abgetreten:  Der amerikanische Bluesmusiker und älteste Grammy-Gewinner Pinetop Perkins. Bis kurz vor seinem Tod trat Perkins am Klavier regelmässig in Bluesclubs auf.

Zusammen mit Willie „Big Eyes“ Smith gewann er im Februar mit „Joined at the Hip“ (s. Videobeitrag unten) eine Grammy-Trophäe in der Sparte „Bestes traditionelles Bluesalbum“. Damit war er der älteste Empfänger der begehrten Musikauszeichnung. 2005 hatte er bereits einem Grammy für sein Lebenswerk erhalten.

Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Joe Willie Perkins hiess, trat in den 1950er Jahren mit Earl Hooker und Ike Turner auf. Er ging mit der Band von Muddy Waters auf Tour und gründete später seine eigene Legendary Blues Band.

BodeständiX liebte seine rauhe Stimme, sein wildes Pianospiel und v.a. seine unglaubliche Energie - auch im späten Alter. Wahre Volksmusikanten sind halt so.

Freitag, 18. März 2011

Der Hudigäggeler ist zurück

Zürich war mal die Hochburg der Ländlermusik und es sieht ganz darnach aus, dass diese Zeiten wiederkehren. Die Nachfrage nach Volksmusik steigt. Das Restaurant Rietberg in der Enge erfreut sich einer grösseren Beliebtheit punkto Live-Ländlermusik. Die Stubeten und Konzerte im Restaurant Farbhof in Altstetten sind sehr gut besucht. Auch in der Brasserie Federal im Hauptbahnhof setzt man immer mehr auf Live-Ländlermusik. In der Tonhalle erklingt während der "Stubete am See", die seit drei Jahren dort und auf dem Bauschänzli stattfindet, auch immer wieder moderne Ländlermusik. Und im Club Hey am Bellevue wurde in den letzten Jahren eine Volksmusik-Stubete zum Highlight des Programms.

Und  in der "Aelpli-Bar" im Zürcher Niederdorf gehen regelmässig die Wellen hoch:
"... Das Musikprogramm der Aelpli-Bar ist vielfältig. Mal spielen Schwyzerörgeli-Formationen, mal Handorgel-Duette, mal wird nur gesungen. «Jeder hat das Recht, hier zu spielen, niemand wird gemessen, hier drin sind alle gleich.» So bleibe es interessant, man wisse nie, was einen erwarte. «Auch die Gäste sind völlig verschieden. Es kommen Banker, Touristen, Stadtzürcher jeden Alters. Manche muss ich nach dem Ausweis fragen, so jung sind sie. Und wissen Sie, was die nach dem zweiten Bier machen? Sie wünschen den ‹Schacher-Sepp› und singen lautstark mit ..."
Artikel (Züri-Tipp) lesen: Der Hudigäggeler ist zurück
Es scheint mir fast, als hätte sich die Volkmusik in der Schweiz emanzipiert, sich endgültig der zuschnürenden Fesseln der "geistigen Landesverteidigung" entledigt.

Gut so!

Donnerstag, 17. März 2011

Kleine Schritte in die Zukunft

Die Zukunft, so es denn noch eine geben sollte, wird sich für uns Menschen (wieder) kleinräumig gestalten müssen: Weg vom Gigantismus. Weg vom Zentralismus. Hin zum Überschaubaren, Natürlichen.

Zum Beispiel für eine dezentrale Energieversorgung:

Ein Wasserwirbelkraftwerk ist ein kleines Flusskraftwerk, welches zur Erzeugung von Naturstrom bei einem Gefälle ab 0,7 m und Wassermengen ab ca. 1000 Liter pro Sekunde geeignet ist. Wasserwirbelkraftwerke sind dank der innovativen, einfachen, wartungsarmen Technologie für einen Dauerbetrieb von rund 50 bis 100 Jahren ausgelegt. Es sind kleine und günstige Anlagen mit weltweit grossem Einsatzpotenzial.
Mehr Infos dazu: Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz


Schweiz aktuell vom 24.11.2009

Mittwoch, 16. März 2011

Wo spielt noch die Musik?

Vor bald 3 Jahren habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wer uns wohl mit Musik, Gesang und allerlei Unterhaltung beglücken kann, falls "unser" System absäuft. Nun, die Wahrscheinlichkeit eines solchen Absturzes wird m.E. immer grösser...

(reload vom 20.9.2008: Dem Schwindel wird die Maske genommen)

Pro Helvetia will also vermehrt auch die 'Volkskultur' in ihre Förderpolitik miteinbeziehen. Gut, denn wenn alles munter weiter abwärts sprudelt, trotz kurzzeitigen Börsenhochs, und auch mein volkswirtschaftlicher 'Guru' Paul C. Martin in seinem Forum schreibt:

"... Da in der nächsten Woche dem Schwindel die Maske abgenommen werden dürfte, lasst Euch überraschen ...
finde ich, dass wohl Pius Knüsel (Direktor Pro Helvetia) und Mario Annoni (Stiftungspräsident) diese Strategie in weiser Voraussicht geplant haben, weil in absehbarer Zeit die Volkskulturschaffenden die Einzigen sein werden, die uns (noch) mit Musik, Gesang und allerlei Unterhaltung beglücken können:
  1. weil sie es auch bisher praktisch ohne Gage machten... (und Bargeld wohl ein rares Gut werden wird)
  2. weil sie dazu kein teures Equipment brauchen, das erst noch viel Energie frisst... (und die Stromversorgung wohl nicht mehr so reibungslos funktionieren wird)
  3. weil sie auch bisher nie Fördergelder beanspruchten... (und wohl auch in absehbarer Zukunft ohne Protestgeheul keine beanspruchen werden, da Schatulle leer), und schliesslich
  4. weil sie verkannte Propheten gewesen sind, da nur Natur uns Menschen die Existenz sichert... (und nicht Wallstreet, London oder Zürich) siehe dazu auch: Der Gesang unserer Heimat
Trotz allem: Ich hoffe sehr, dass ich mich irre und schrecklich mit Obigem blamiere.

Dienstag, 15. März 2011

AKW's sind Relikte des Kalten Krieges

Apropos "billiger Atomstrom":

Dass Atomstrom der billiste sei, war von Anfang an ein Riesenschwindel. Würde man richtig rechnen, also alle Entwicklungskosten, die in staatlichen Forschungsanstalten geleistet wurden, die Atommüllentsorgung und -endlagerung, die staatlichen Subventionen, die horrenden Versicherungssummen, die nötig wären, wenn man das reale Risiko versichern müsste, den energetischen und technischen Aufwand der Uranförderung und Urananreicherung, die Strahlenschäden an Mensch und Natur, in den Strompreis einrechnen würde, wäre Atomstrom der mit Abstand Teuerste.
Aber man brauchte ja die Atombombe für den Kalten Krieg, und dazu brauchte man die AKW's, um Plutonium zu erbrüten. Das war der wahre Grund für den Bau der AKW 's, nicht die Stromgewinnung. Vergessen? Die AKWs sind Relikte des Kalten Krieges.
Text ausgeborgt auf Lebenskunst (ganz unten)
Und auch die kleine Schweiz träumte einst den Traum einer atomaren Grossmacht. Schon vergessen?

Schweizer Atomgeschichte (auf: ETH Technikgeschichte)

Montag, 14. März 2011

Den Bock zum Gärtner machen

Wer kontrolliert eigentlich in der Schweiz die Sicherheit der AKW's?

Über Bewilligungen für den Bau, Betrieb und die Änderung von Kernanlagen entscheidet der Bundesrat. Das Bundesamt für Energie (BFE, Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) wirkt bei der Durchführung der atomrechtlichen Bewilligungsverfahren mit und bereitet die Entscheide des Bundesrates vor.
Jetzt wird's mehr als interessant:
Bundesrat und BFE stützen ihre Entscheide auf Gutachten des Eidgenössischen Nuklear-Sicherheitsinspektorats (ENSI). Diese Aufsichtsbehörde ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit eigener Rechtspersönlichkeit, wird aber vollumfänglich von den Kraftwerksbetreibern finanziert.

ENSI beaufsichtigt und beurteilt die nukleare Sicherheit und den Strahlenschutz in den schweizerischen Kernanlagen, zu denen neben den Kernkraftwerken auch Einrichtungen zur Konditionierung und Lagerung der radioaktiven Abfälle gehören. ENSI führt Inspektionen durch, überwacht den sicherheitstechnischen Zustand und die Einhaltung der Vorschriften, formuliert Auflagen an die Betreiber und informiert die Öffentlichkeit.
Gefunden auf der Website des Kernkraftwerkes Leibstadt
Die Strombarone kontrollieren sich also selbst! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Der Frühling ist die schönste Zeit

Wenigstens auf ihn ist noch Verlass: Der Frühling hält Einzug. Die Amseln setzen bereits zu ihrem bezaubernden Flöten an. Lasst uns noch den Frühling geniessen, bevor unser (westliches) System ganz absäuft.

Dann übergeb' ich mal den Schreibstift an Annette von Droste-Hülshoff:

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

Und dann noch die Nachtigall:

Sonntag, 13. März 2011

Geld oder Leben?

Ein erster Atompolitiker in der Schweiz erwacht aus dem Delirium und meint sichtlich geschockt:

Ich habe ein solches Ereignis nicht für möglich gehalten». Mit diesen Worten zitiert die Zeitung «Sonntag» den FDP-Ständerat und Leibstadt-Verwaltungsrat Rolf Büttiker. Er sei «geschockt» über die Ereignisse in Japan, so heisst es in dem Bericht weiter: Die Katastrophe stelle eine «völlig neue Dimension» dar und müsse auch in der Schweiz zu einer «Neubeurteilung der Risiken» führen.

Ganzen Artikel lesen
Ja, ihr wackeren Söldner und Mietmäuler der Atomlobby: Ein entsprechender GAU in Europa - und der kommt so sicher wie das "Amen" in der Kirche - könnte auch euer Lebenslicht auslöschen. Ob da die üppigen Schmiergelder einfach so darüber hinwegtrösten können?

Samstag, 12. März 2011

GAU? SUPER-GAU???

Ist noch nicht lange her, da haben wir im Kanton über KKW's abgestimmt.

Und nun das:

"... Outer structure of building that houses reactor at Fukushima plant appears to have blown off ..."

http://www.twitvid.com/LICNU

Das ganze ist ein weltweit unvorstellbarer Super-Gau. Mehrere Reaktoren gehen gleichzeitig hoch.


Zum Glück kann das bei uns NIE passieren.

Für alle Anderen: Jodtabletten besorgen.

Dienstag, 8. März 2011

Schafft sie endlich aus!

Hab' dieses Zitat vorhin auf kreidebleich aufgepickt:

Hell is empty,
And all the devils are here.
William Shakespeare, The Tempest, 1. 2
und nun frag' ich mich, wie wir diese Höllenbrut ausschaffen könnten. Entsprechende Anregungen bitte als Kommentar hinterlassen.

PS: Da gibt's übrigens eine "extreme metal band" mit Namen Anaal Nathrakh, die sich dieses Zitat für eines ihrer Alben entlehnt hat. Wer mal reinhören will, möge sie auf Youtube zu Gemüte führen. Aber Achtung: Starker Tobak!

Montag, 7. März 2011

Wie blöd bin ich eigentlich?

Deolinda, die derzeit wohl beliebteste Popband Portugals, drückt aus, was bedrückt. Einer ihrer neuen Songs hält nun schon seit mehreren Wochen eine exzessive Medien- und Facebook-Debatte in Atem. Der Text von "Parva que Sou" (etwa: wie blöd bin ich eigentlich?), im üblichen Fado-Pop-Sound der Gruppe gesungen, hat bei den Portugiesen offenbar einen Nerv getroffen:

  • Ich verdiene zwar nichts, aber das finde ich ganz normal - wie blöd bin ich eigentlich?
  • Besonders toll fühle ich mich, wenn ich einen Praktikumsplatz finde. Wie blöd bin ich eigentlich?
  • Und wie blöd muss diese Welt sein, in der man, um zum Sklaven zu werden, einen Uni-Abschluss braucht?"

Copyright 2007- : BodeständiX

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