Montag, 19. Dezember 2011

Das trauliche Gefühl von Weihnachten

 Foto: pixdaus.com

Ich bedanke mich bei allen Leserinnen und Lesern meines Blogs fürs aufmerksame Lesen und wünsche frohe Weihnachten. Als kleines Dankeschön schalte ich meinen Beitrag aus dem Jahr 2009 über eben dieses Fest auf:

Passend zur kommenden Weihnachtszeit und zum Jahresende möchte ich einen weiteren Aspekt der Volkskultur beleuchten: Die Volksfrömmigkeit. Wieder ein Ausdruck, der von der Kulturwissenschaft gar nicht geliebt wird, obwohl sie ihn früher selbst kreiert hatte. Die Volksfrömmigkeit ist, auf einen einfachen Nenner gebracht, die gelebte Antwort des Menschen auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Lebens. Sie spricht die Sinne und das Gemüt stärker an als den Verstand. Sie liebt ausdrucksstarke Formen und sucht die Nähe.

Die Kirchenoberen hatten wohl nie grosse Freude daran, wie ihre Schäfchen die vorgegebenen Glaubensinhalte und Praxisformen ihren eigenen Bedürfnissen anpassten und sie kreativ umwandelten. Gerade die Weihnachtszeit mit ihren Bräuchen steht exemplarisch für eine solche Volksfrömmigkeit. Die heute geläufigen Formen und Bräuche wie Christbaum, Christkind und teils noch die Krippenspiele zeugen davon. Sie sind jedoch nicht so alt, wie es uns gerne scheinen mag. So hat Weihnachten ihre Bedeutung als Gemeinschaftserlebnis und Familienfest des Jahres erst in neuerer Zeit erlangt. Die Wurzeln liegen bekanntlich in der kirchlichen Feier der Geburt Christi, die - im Gegensatz zum heidnischen Fest der Wintersonnenwende - im frühen 4. Jahrhundert in Rom eingeführt wurde und sich rasch über das römische Staatsgebiet ausbreitete. Die spezifisch christlichen Formen entwickelten sich jedoch erst im Spätmittelalter (Mitte 13. bis Ende 15. Jahrhunderts). Dazu gehörten die Weihnachtsspiele, die sich zunächst im klösterlichen Umfeld herausbildeten und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein von Pfarreien, Schulen und Vereinen gepflegt wurden. Wie liebten wir es doch als Kinder, wenn wir in der Schule solche Krippenspiele für unsere Eltern und Verwandten aufführen durften. Es galt als schauspielerische Höchstauszeichnung, den Josef oder die Maria zu spielen. Ob auch heute noch solche Krippenspiele an den Schulen aufgeführt werden (dürfen!), entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Der Christbaum als Herzstück des Weihnachtsfestes ist noch jüngeren Datums. Er breitete sich nämlich erst im 19. Jahrhundert von Deutschland her allmählich in der Deutschschweiz aus. Zunächst lediglich in den Kirchen, Schul- und Pfarrhäusern der reformierten Städte.

Heute kennen wir Weihnachten eher als das Fest der Geschenke und es wäre wohl interessant zu erfahren, wie viele Menschen den Ursprung und Sinn des Festes noch kennen. Weihnachten wurde übrigens erst ab dem späten 19. Jahrhundert zum Fest der Bescherung. Vorher fand die Bescherung nämlich vornehmlich am Nikolaustag (in katholischen Gebieten), am Dreikönigstag (im Tessin) und in den reformierten Gebieten mehrheitlich an Neujahr statt. Das Christkind als Gabenbringer wurde übrigens in katholischen Gebieten lange als reformierte Vorstellung empfunden. Doch das Christkind konnte sich allmählich als beliebter Geschenkebringer durchsetzen und verdrängte Gestalten wie Chalande (Genf), Chauche-vieille (Waadt) oder Père Noël (Jura).

Ich mache mir seit geraumer Zeit diese Volksfrömmigkeit zunutze und halte am Heiligen Abend ein für mich stimmiges Ritual ab. Den Heiligen Abend habe ich exklusiv für mich gepachtet. Da gibt's keine Besuche. Da bin ich unabkömmlich. Wenn's dann so richtig dunkel wird, gehe ich hinaus in die Natur, mache mir im finsteren Wald ein kleines Feuer und setze mich dazu. So kann ich die ganz eigenartige Stimmung - das trauliche Gefühl von Weihnachten -  für mich geniessen.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Wer Hoffnung weckt, wird umgebracht

Heute vor 47 Jahren starb auf mysteriöse Weise eine der schönsten, stärksten und bewegendsten Stimmen des Souls: Sam Cooke. Er wurde nur 33 Jahre alt. Möglicherweise wurde Sam Cooke ins Jenseits befördert. Nach Sam Cookes Tod erschien der wohl allergrösste Song von ihm: "A Change Is Gonna Come". Viele glaub(t)en, dass es dieser Song gewesen ist, weshalb Sam Cooke sterben musste. Dieses den Schwarzen Amerikas Mut machende  Lied, gesungen mit einer unglaublichen Stimme,  war wohl für die weisse Elite Amerikas zu starker Tobak. Doch hört selbst:

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